Akt Now - Aktfoto

Akt Now: Jan Maschinski

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder internationaler Fotografen. Diesmal: Jan Maschinski, für den Nacktheit etwas Urtypisches ist, mit Fotografien und einer ungewöhnlichen Videoarbeit.
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder internationaler Fotografen

Jan Maschinski, aus der Serie "Inner Self", 2010-2013

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

In meinen Arbeiten spiegelt der Akt immer eine Notwendigkeit wieder. Das Verbergen von Identitäten kann Nacktheit fast schon anonymisieren.

Denn losgelöst von Kleidern oder modischen Accessoires ist es schwer, das übliche Kategoriedenken auf den Menschen anzuwenden. Der Anblick nackter Haut hat für mich etwas Urtypisches. Etwas, das alle Menschen kennen und was schon immer da war. Daher kann man zu einem bloßen, nackten Körper auch immer eine Verbindung herstellen. Dabei reizt es mich besonders, innere Vorgänge einer Person äußerlich darzustellen.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Künstlerisch gesehen setze ich mir im Voraus keine direkten Rahmen. Ich entwickle mich mit meinen Bildern weiter, und auch meine Grenzen sind daher variabel und abhängig vom Kontext des jeweiligen Bildes. Was in einem Bild für mich völlig akzeptabel ist, könnte ein totales Tabu in einem anderen Bild und somit Kontext sein.
Generell will ich niemanden bloßstellen, indem ich zum Beispiel nicht abgesprochene Fotos veröffentliche, oder das Bild im Nachhinein so bearbeite, dass es diskreditiert.

Jan Maschinski: "101", Videoinstallation

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Wenn eine Kommunikation zwischen Bild und Betrachter stattfindet.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Ich inspiriere mich ständig und unentwegt. Es gibt keine speziellen Künstler oder Kunstrichtungen, die ich anderen bevorzugen würde. Das Durchleben aller Medien, sowohl Kunst, als auch Werbung und Mode, ist für mich sehr wichtig und ein ständiger Quell der Inspiration.


Was war der peinlichste Moment?

Wirklich peinliche Momente habe ich bis jetzt noch nicht erlebt. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass meine Bilder im Vorfeld geplant sind und so wenig Spielraum für Peinliches lassen.
Als generell "peinliche Zeit" könnte ich die betrachten, in der ich mich dem Modell gegenüber nicht so artikulieren konnte wie ich wollte. Dies geschah meist aus Angst, der jeweiligen Person zu nahezutreten oder (imaginäre) Grenzen zu überschreiten.

Jan Maschinski: "101", Videoinstallation

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in Ihren Fotografien?

Zufälle spielen in meinen Inszenierungen nur eine untergeordnete Rolle und entwickeln sich, wenn überhaupt, innerhalb eines von mir gesetzten Rahmens.
Die Kontrolle über die Situation ist für mich sehr wichtig, weshalb ich versuche, den Zufall auszuklammern. Trotzdem kann es körperliche Eigenheiten geben, die vorher nur schwer vorhersehbar sind, wie etwa Flexibilität oder Ausdauer einer Person.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich würde gerne Personen des öffentlichen Lebens fotografieren. Die Herausforderung würde dann darin bestehen, diese in meine Bildsprache einzufügen.

Jan Maschinski: "101", Videoinstallation

Steckbrief:

Name: Jan Maschinski

Alter: 29

Hochschule/Ausbildung: FH Bielefeld

Nächste Ausstellung: KASK Belgien im Januar 2014
http://www.janmaschinski.com/
mail@janmaschinski.com