Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now: Simon Bolz

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Simon Bolz
Junge Aktfotografie:Akt Now! Simon Bolz

Simon Bolz: "Stripe Me Pink"

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

In erster Linie reizt mich die Kreation einer Serie. Das Komponieren von Bildstrecken im Gegensatz zu Einzelbildern hat mich schon immer fasziniert. Hier spielen Kontraste und Abwechslung die Hauptrolle. Ich erzähle kleine Bildgeschichten.

Nacktheit spielt für meine Arbeit nur eine untergeordnete Rolle, obwohl ich ausschließlich Akte fotografiere. Nacktheit ist etwas Natürliches. Und auch wenn ich den erotischen Aspekt betone, gibt es viele Bilder von mir, in denen der Betrachter die Nacktheit kaum wahrnimmt, weil sie so beiläufig daherkommt. Ganz nackt sind meine Modelle außerdem fast nie. Ich kümmere mich immer auch um das Styling, besorge Unterwäsche und High Heels, Schmuck und Accessoires für meine Produktionen.

Es reizt mich, Bilder zu produzieren, die im Kopf des Betrachters etwas auslösen. Es sind Nuancen in der Körpersprache oder im Blick des Models, die einem Foto das gewisse Etwas verleihen. Das Herauskitzeln dieser Details macht mir Freude. Im Studium sagte mein Dozent außerdem einmal, Akt wäre die Königsdisziplin der Fotografie. Das klingt nach einem guten Anreiz.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Ein bißchen Provokation gibt es in meinen Fotos: gespreizte Beine, fordernde Posen, aber immer nur spielerisch und mit einem Augenzwinkern. Ich käme zum Beispiel nie auf die Idee, meine Fotos mit Blut oder toten Tieren zu schmücken. Schockieren liegt mir nicht.

Meine Bilder sollen Spaß machen. Es gibt genug ernste Themen auf der Welt. Da biete ich gerne einen Ausgleich an. Ich produziere ganz bewusst leichte Kost. Meine Bilder sollen eine gewisse Lässigkeit versprühen und modern sein. Die Frauen in meinen Bildern sind stets selbstbewusste, starke Persönlichkeiten. Es ist mir wichtig, auch bei erotischen Fotos, immer ihre Würde zu wahren.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Die Empfindung für Kunst ist etwas sehr Subjektives. Für mich ist jedes Bild, das eine eigene starke Ausstrahlung hat und deshalb den Blick des Betrachters länger fesselt, ein Kunstwerk.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Es gibt viele Fotografen, die ich sehr schätze. Direkte Vorbilder habe ich aber keine. Inspiriert bin ich wahrscheinlich sogar eher von Modezeitschriften. Dort werden häufig erstaunlich erotische Posen abgebildet. Ich schaue mir täglich sehr viele Fotografien an und entwickle in meinem Kopf aus dem Gesehenen, also aus der Erinnerung, neue Ideen.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Ich fotografiere ausschließlich erotische Serien.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Im Laufe der Jahre sind mir Hotelzimmer als Locations für meine Projekte zu eng geworden. Ich werde dieses Jahr im Sommer verschiedene Serien im Freien realisieren. Dafür habe ich nach langer Suche endlich zwei Locations gefunden, eine in Holland, eine in Südfrankreich. Mehr möchte ich jetzt noch nicht verraten.

Simon Bolz

Steckbrief: Simon Bolz fotografiert erotische Serien für Magazine und Bücher. Er
lebt in Frankfurt am Main, reist für seine Arbeiten aber häufig

Nächste Ausstellungen: keine geplant, Simon Bolz arbeitet an einem Buch sowie einem Kalender für 2013

Hochschule/Ausbildung: Frankfurter Akademie für Kommunikation und Design

Preise/Stipendien: keine

Alter: 35
http://www.simonbolz.com
simon@simonbolz.com