Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now: Asbjörn Jungnik

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Asbjörn Jungnik, dessen Ausstellung "Jugendsünden" derzeit in der Münchner Akademie Galerie zu sehen ist.
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder junger Fotografen

Asbjörn Jungnik: ohne Titel

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Ich möchte eine Geschichte erzählen. Sie handelt von Jugend und Unschuld, vom Begehren und von Gefährdung.

Es ist eine sehr alte Geschichte, die immer wieder passiert. Ein Junge steht im Schilf. Ein Junge steht auf einer Wiese. Ein Junge steht in einem Wald. Die Natur, die ihn umgibt ist, ein Idyll, aber auch eine Naturgewalt. Überhaupt ist er bedroht. Er selbst, seine Schönheit, sein reines Wesen ist ihm die größte Gefahr. Die Geschichte, die ich erzählen will, ist eine der ältesten der Welt. Sie handelt vom Knospen, vom Erblühen und von der Ahnung des Verwelkens, des Verderbens, des Vergehens. Wie könnte ich diese Geschichte besser erzählen als mit Aktfotogafie? Ich finde, Aktfotografie ist eine der ehrlichsten Fotografien, die es gibt: ganz schutzlos ohne Hülle, nur die reine Körperlichkeit.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Tabus gibt es für mich nicht. Für das "Butt Magazine" habe ich ein Bild von einem nackten Jungen gemacht, der den Hitlergruß macht. Sein errigierter Penis steht im gleichen Winkel nach oben wie sein rechter Arm. In der Kunst sollte es generell keine Tabus geben.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Ja, das mit der Kunst ist ja immer so eine Ansichtssache. Meiner Meinung nach wird aus einem Akt ein Kunstwerk, wenn er Körper stilvoll zeigen kann oder wenn er eine besondere Botschaft vermittelt. Ein nackter Körper vor einer weißen Leinwand ist für mich allerdings keine Kunst.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Meine Vorbilder sind Mark Morrisroe, Herbert List, Slava Mogutin, Ryan McGinley, Nan Goldin – um mal ein paar zu nennen. Allerdings versuche ich nicht, sie zu kopieren, sondern eine eigenständige Richtung zu finden. Das kann man, wie ich glaube, an meinen Bildern ganz gut erkennen.

Was war der peinlichste Moment?

Als peinlichsten Moment könnte man ein Ereignis in der Pinakothek zählen: Ich habe dort eine Freundin fotografiert. Sie hat vor bekannten Kunstwerken ihre Brüste gezeigt. Plötzlich ist eine Rentnergruppe um die Ecke gekommen. Das war für einen kleinen Moment peinlich, zumindest für mich aber auch sehr lustig. Mittlerweile ist mir aber eigentlich nix mehr peinlich.

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in Ihren Fotografien?

Meine Fotos sind beides. Einige sind inszeniert, der andere Teil sind einfach nur Schnappschüsse von Momenten. Dadurch erhalten sie eine sehr intime Atmosphäre.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich würde gerne mal eine Gruppe nackter Jungs in der Glypthothek in München neben antiken römischen und griechischen Statuen fotografieren. Das ist aber bisher leider an Modell und Geldgründen gescheitert.

Asbjörn Jungnik

Alter: 26

Wohnort: München

Ausstellung: Noch bis zum 28. Januar ist Jungniks Ausstelllung "Jugendsünden" in der AkademieGalerie in München (direkt im U-Bahnhof Akademiestraße) zu sehen. Die Bilder sind rund um die Uhr von außen einsehbar.
http://www.jungnik.net