Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now: Marlous van der Sloot

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Marlous van der Sloot.
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder junger Fotografen

Marlous van der Sloot: "Sarah", 2012, aus der Serie "Le Corps Vecú"

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Ich bin, ehrlich gesagt, mehr an der Haut interessiert und am Berührungssinn. Schließlich ist die Haut das größte Organ, das wir besitzen.

Die Funktion des Berührungssinns ist es, uns mit anderen Menschen zu verbinden und uns in der Welt, die uns umgibt, zu orientieren. In der moderen Welt vergessen wir oft, wie dieser Sinn funktioniert. Er verschwindet buchstäblich. Meine Arbeit "Le Corps Vecú" handelt von diesem Verlust.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Es ist nicht meine Intention, Tabus zu brechen. Eher möchte ich die Betrachter konfrontieren und eine gewisse Spannung erzeugen, in dem ich mit meinen Bildern gleichzeitig anlocke und abstoße.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Ich bin der Meinung, dass die Darstellung von Nacktheit keinen Einfluss darauf hat, ob ein Bild als Kunst betrachtet werden kann, oder nicht. Für mich wird ein Bild zur Kunst, sobald ich den Fotografen darin entdecken kann, zum Beispiel durch eine klare Bildsprache, eine starke Vision oder neue Perspektiven.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Ich finde überall Inspiration. Eine gute Ausstellung von Arno Rafael Minkkinen kann genauso inspirierend sein, wie eine Modern Dance Inszenierung von Alexander Ekman, der Besuch des Kindermuseums Nemo oder das stundenlange Herumstöbern bei Ebay, beziehungweise auf dem Flomarkt. Man kann nie wissen, wo einen das Aha-Erlebnis trifft.
Thematisch bin ich von Philosophen und Schriftstellern wie Desmond Morris, Alain the Botton und Maurice Merleau-Ponty beeinflusst.

Was war der peinlichste Moment?

Demütigend ist es, wenn du weißt, das eine Idee gut ist, aber du es nicht schaffst, das visuell umzusetzen.

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in Ihren Fotografien?

Ich fange selten an zu fotografieren ohne eine Idee. Das bedeutet aber nicht, dass alles von Beginn an klar und gesetzt ist. Eigentlich mag ich es am meisten, mit einer Idee zu beginnen und dann den Zufall mitarbeiten zu lassen. Deshalb liebe ich es auch, an einem finalen Motiv mehrere Stunden zu arbeiten. Auf diese Art hat das Unerwartete und Unvorhergesagte genug Raum, sich zu entfalten und das gewisse Etwas beizutragen.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich würde gerne Bilder in ungewöhnlichen Umgebungen machen, mit einer gewissen Rohheit und nicht allzuviel Farbe – in den Niederlanden ist ja alles grün. Gebt mir also Island, Lanzarote oder eine Wüste. Ich würde auch gerne einmal nach Japan reisen. In der Tat möchte ich sehr viel. Das muss an meinem Alter liegen.

Marlous van der Sloot

Alter: 27

Ausbildung: Royal Academy of Arts, The Hague

Preise/Stipendien:

- Grand Prix Fotofestival, Finalist, 2014

- Nominierung Deutsche Börse Photography Prize, 2014

- Plat(t)form 2012, Winterthur, Nominierung

- The Photo Academy Awards, Nominierung, 2011

- Prix Voies Off, Les Recontres D'Arles, Sélection internationale, 2011

- Work in Progress, Pulchri Studio, 2010

- Prix Voies Off, Les Recontres D'Arles, Sélection internationale, 2011

- Hollands Diep Photography prize 'nude portrait', Nominierung, 2009

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