Junge Aktfotografie

Akt Now: Eduardo García Fernández

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktfotos internationaler Fotografen. Diesmal mit den Aufnahmen von Eduardo García Fernández
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder internationaler Fotografen

Eduardo García Fernández, ohne Titel

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Meiner Meinung nach ist es – wenn es geschmackvoll gemacht ist –, eine der schönsten Möglichkeiten darzustellen, wie perfekt und ebenmäßig der menschliche und insbesondere der weibliche Körper ist.

Außerdem erlaubt es dem Betrachter auf eine sehr machtvolle und friedvolle Weise durch die porträtierte Person hindurchzuschauen und mit ihr eine Verbindung herzustellen. Wie auch immer, ich räume Nacktheit keine große Wichtigkeit ein, da ich es für heuchlerisch halte, darüber zu reden, als ob es eine so große Sache wäre, obwohl wir uns doch täglich damit auseinandersetzen.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Beim Fotografieren stelle ich mir keine solchen Fragen.Wie man auf meinen Aufnahmen sehen kann, fotografiere ich wirklich selten komplett Nackte, tatsächlich fotografiere ich auch nur selten teilweise Nackte. Das liegt daran, dass ich nicht glaube, dass es nötig ist, nackte Leute vor meiner Kamera zu haben, um sie nackt zu porträtieren. Das bedeutet aber nicht, dass ich in Zukunft keine kompletten Nacktaufnahmen machen oder es mir anders überlegen und damit aufhören würde.

Daher glaube ich, dass es für mich einfach keinen Sinn macht, mir über solche Dinge Gedanken zu machen. Es passiert auf eine natürlichere Weise, als die Leute glauben, und es hängt stark von deiner persönlichen Situation und Umgebung ab. Es ist eigenartig, aber beim Fotografieren von wunderschönen Models in wenig Kleidung habe ich Freundschaften geschlossen, von denen ich weiß, dass sie lange halten werden. Vielleicht, weil Respekt und gegenseitiges Vertrauen in dieser Art von Shootings inbegriffen ist und auch weil wir viel Spaß dabei haben.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Es ist eine Entscheidung, die das Publikum treffen muss. Wann ist Kriegsfotografie, die Tod und Grausamkeit zeigt, Kunst? Ich glaube, dass jede Art von Fotografie als Kunst bezeichnet werden könnte, wenn sie ordentlich gemacht ist. Für mich persönlich ist es bei der Aktfotografie eine Frage des Geschmack und des Respekts für das Model.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Inspiration ist eine sehr persönliche Sache für mich. Die meisten Leute lassen sich von Filmen, Musik oder so inspirieren. Für mich ist es bloß eine Mischung von allem in meinem täglichen Leben. Manchmal kommen mir kleine große Ideen während alltäglicher Aktivitäten, andere Male ist es eine Unterhaltung, das Model, das ich fotografieren werde, ein Ort, an dem ich war.

Ich mag die Arbeit von Jonathan Leader und auch, dass er keine Bearbeitungssoftware benutzt, wenn er mit Film fotografiert. Das ist etwas, woran ich glaube und was ich selbst anwende. Ich liebe Helmut Newton und Henri Cartier-Bresson und Arbeiten von vielen zeitgenössischen Fotografen wie Ryan McGinley oder Juergen Teller. Ich muss außerdem die inspirierende Qualität der Arbeiten meiner flickr-Kontakte erwähnen.

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Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktfotos junger Fotografen. Diesmal mit den verspielten Aktbildern von Aurélien Buttin

Was war der peinlichste Moment?

Das Fotografieren ist eine Leidenschaft von mir und gibt mir die tolle Möglichkeit, andauernd neue interessante Leute kennenzulernen und neue Freundschaften zu schließen. Das gefällt mir. Auf jeden Fall ist es das Schlimmste für mich, zu realisieren, dass die Person, die ich fotografiere, ob männlich oder weiblich, mir aus irgendeinem Grund nicht erlauben wird, die Resultate zu erzielen, die ich erwartet habe.

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in Ihren Fotografien?

Es ist wichtig, die Verbindung von beidem macht eine Fotografie einzigartig.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich möchte meine Arbeit an eine größere Öffentlichkeit bringen. Wenn ich das erreicht habe, möchte ich für Marken fotografieren, die meinem Stil auf eine einzigartige und mächtige Weise entsprechen. Ich würde auch gerne für längere Zeit herumreisen und verschiedene Kulturen für eine Projekt fotografieren, das mir im Kopf umher geht. Ich werde bald in einem Kooperative-Projekt in Ghana partizipieren. Ich glaube, das ist ein Anfang.

Eduardo García Fernández

Alter: 29
Hochschule/Ausbildung: Bauingenieur, Europäische Universität, Madrid
http://www.edugf.com