Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now: Boris Hoppek

Er gehört zu den ältesten Themen der Kunstgeschichte: der Akt. Mehr denn je sind junge Künstler von der Darstellung der Nacktheit fasziniert. Unsere neue Serie "Akt Now!" präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: sechs Fragen an den deutschen Künstler Boris Hoppek.
Aktfotografie: Boris Hoppek:Die besten Aktbilder internationaler Fotografen

Courtesy Boris Hoppek/ Galerie Heliumcowboy artspace, 2008-2010

Herr Hoppek, was reizt Sie an dem Thema Akt?

Boris Hoppek: Der Sex. Das Klischee, dass man mit allen Models Sex hat, stimmt nicht. Aber natürlich werden die Fotos um einiges besser, realer, näher, natürlicher wenn man ein gutes Verhältnis zueinander hat. Sexualität gibt noch viel her an interessanten Themen und Fragen.

Zumindest wenn man außerhalb der großen Geschäftsbereiche bleibt. Bisher habe ich gemalt, gezeichnet und war hauptsächlich mit Graffiti beschäftigt. Bis meine Galeristin in Madrid mich 2007 darauf aufmerksam gemacht hat, dass ihr meine Fotos gefallen und ich damit etwas machen sollte, war die Kamera nur Werkzeug zur Dokumentation. Meine Galeristin dachte eher an dokumentarische Fotos und Stilleben. Ich selbst dachte jedoch an eine Herausforderung. Der Umgang mit Menschen ist nicht das Einfachste für mich, so gesehen ist die Aktfotografie eine große Überwindung meiner Schüchternheit.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Nein. Manchmal muss ich die Models ein bisschen zügeln. Nicht, weil sie Tabus überschreiten, sondern eher weil es nicht zur Idee passt. In Zukunft möchte ich noch um einiges weiter gehen.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Wenn es sich nach einer Woche noch gut anfühlt.

Gibt es inspirierende Vorbilder für Sie?

In meiner Kindheit hat mich Bukowski inspiriert, und ich habe viel mit Sprengstoff und Feuer gespielt. Kunst hat mich nie wirklich interessiert. Zu langweilig, aber auch aus der professionellen Sicht, sich nicht zu sehr beeinflussen oder ablenken zu lassen von der eigenen Arbeit.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Nur mit Frauen und Männern und allem, was dazwischen ist. Das ist sehr schwer zu sagen. Mit Gewalt, Rassismus, Liebe, Hässlichkeit, Spaß, Dummheit, Neid. Meine Arbeit ist primitiv, widersprüchlich, schön, politisch nicht korrekt, unverständlich, einfach und schwierig: in kurz - das Leben.

Boris Hoppek

39 Jahe alt, akademischer Hochschulabschluss als technischer Zeichner, nächste Ausstellungen: Preview Art Fair, Berlin, Fame-Festival, Italien, Dis-patch-Festival, Belgrad. Galeriekontakt: http://heliumcowboy.squarespace.com/
http://www.borishoppek.de/
info@borishoppek.de

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