Akt Now: Enzo Dinolfo - Akt

Enzo Dinolfo

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Enzo Dinolfo
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder junger Fotografen

"Durch die Arbeit mit Nacktheit kann man Gefühle vermitteln, die man anders nicht vermitteln kann", sagt Fotograf Enzo Dinolfo. Hier sein Werk "Untitled" von 2011

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Die Reinheit und Kraft, gewisse Konzepte, Gefühle oder Dinge zu vermitteln, die bekleidet so niemals rübergebracht werden können. Kleidung ist generell designed, hat Farben, Textur und Details wie Nähte etc., die andere Dinge vermitteln. Sie gehört auch zu verschiedenen Epochen und Stilen, und das vermittelt ebenfalls etwas. Wenn du ein Mädchen siehst, das ein quergestreiftes, weiß-blaues, schmal geschnittenes T-Shirt anhat, dann ist es meist üblich, das es mit Matrosenstil oder einem Pin-up-Girl in Verbindung gebracht wird.

Es ist eine Tatsache, dass Kleidung für sich selbst stehen kann, und sie formt die Message heraus, die das Bild am Ende rüberbringen soll. Ich kann nicht den Kontext ausklammern und wie er sich mit Kleidung verhält. Durch die Arbeit mit Nacktheit kann man Gefühle vermitteln, die man anders nicht vermitteln kann, und nebenbei bemerkt, produziert es einen visuellen Impakt aufgrund des Tabus, das Nacktheit für so viele Kulturen bedeutet.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Ich mag Rohheit, und manchmal tendiere ich zur Morbidität, ohne dabei leichtsinnig oder geschmacklos sein. Ich denke, es gibt solche und solche Tabus, sie können auch als Werkzeug benutzt werden, was ich genial finde

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Die Antwort ist für mich ein bisschen schwer zu fassen. Ich glaube, wenn ein Akt Kunst ist, dann fühlt es sich auch so an. Ich glaube nicht, dass es eine Art Grauzone ist: Entweder es ist Kunst oder nicht. Wenn ein Akt zum Kunstwerk wird, dann bekommt er genug Gewicht, genug Charakter, Präsenz und Substanz, um zwangsläufig zu werden. Vor gar nicht so langer Zeit habe ich gelesen, dass die Tatsache, ob ein Akt Kunst ist oder nicht, vom Auge des Betrachters abhängig ist. Das spielt schon eine Menge mit hinein.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Ich bin sehr von Filmen, Design und Musik (unausweichliche Muse) inspiriert. Ich habe fünf Jahre lang visuelles Kommunikationsdesign studiert, und es inspiriert und beeinflusst mich. Ich wurde gelehrt, hinter die Dinge zu sehen, Dinge, die man nicht auf den ersten Blick erkennt. Jetzt passiert mir sowas täglich, ich kann mich nicht mehr davon trennen. Zur Frage, wer mich inspiriert, kann ich neben vielen anderen Quentin Tarantino, George Romero, Susan Sontag, Ernesto "Pollo" Olivera (mein Mentor) (lacht), Salomé Vorfas, Fabio Borquez, Sofía Allegrini und Lara Jade nennen.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Es sind viele Designideen in dem was ich tue. Ich sage gerne, dass es eine konzeptuelle Mischung zwischen Design und Fotografie ist.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich habe darüber nachgedacht, einen kleinen Bildband mit sehr gut ausgewählten Fotos zu machen. Ich denke, es ist ein schwieriger Weg, das was ich tue zu teilen oder es auf eine andere Weise gewürdigt zu wissen. Ich habe ein paar Projekte für nächstes Jahr, mit denen ich Sie aber lieber noch auf die Folter spannen möchte. (lacht)