Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now: Calin Kruse

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Arbeiten vom Macher des Fotomagazins "dienacht", Calin Kruse

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Nacktheit an sich interessiert mich weniger. Mich reizt eher, was dahinter steckt und was damit zusammenhängt: Vertrauen, Verletzlichkeit, vielleicht auch Abgründe.

Es geht mir darum, dass ehrliche Bilder entstehen. Ich denke, diese Art von Porträts können nur dann entstehen, wenn man bereit ist, viel von sich zu zeigen, oder wenn man sich sehr gut kennt. Wenn man nackt ist, sieht man die Narben, die Kratzer, die blauen Flecken – also Dinge, die einen menschlicher macht.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Nein, die gibt es nicht.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Wenn sich jemand findet, der die Macht dazu hat, dein Bild zum Kunstwerk zu erheben. Kunstwerk ist ein kommerzieller Begriff, und ich finde auch komisch, von sich selbst zu sagen, man sei Künstler.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Nein.

Was war der peinlichste Moment?

Es gab nie einen.

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in Ihren Fotografien?

Der Zufall spielt immer eine große Rolle. Ich mag die Momente dazwischen.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Es würde mich reizen, Menschen eine Zeit lang mit der Kamera zu begleiten. Auch diejenigen, die in der Öffentlichkeit stehen und sich deswegen wahrscheinlich anders zeigen (müssen), als sie sind. Schauspieler, zum Beispiel.

Calin Kruse

Nächste Ausstellung: "Dunst", Tuchfabrik Trier, September 2014


http://www.cargocollective.com/calin
c.kruse@fluut.de

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