Akt Now - Aktfotografie

Akt Now: Paul Dominique Angier

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder internationaler Fotografen. Diesmal: Paul Dominique Angier

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Nacktheit ist anregend, doch noch anregender ist eine Fast-Nackte, die Verheißung auf Nacktheit.

Ich finde den weiblichen Körper faszinierend. Ich bin hypnotisiert von seinem Ebenmaß, und es gibt nichts, was ich mehr liebe, als Wege zu finden, diese Symmetrie zum Vorschein kommen zu lassen.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Ich denke schon, zur Zeit. Ich kann mir nicht vorstellen alles zu fotografieren, was in meinem Kopf ist. Womöglich habe ich einige selbst auferlegte Grenzen, weil ich nicht fähig wäre, bestimmte Bilder, die ausschließlich in der Landschaft meiner Vorstellung hausen, in die Realität zu übertragen. Diese Hemmungen sind mit der Zeit gefallen, als ich lernte zu kontrollieren, was ich fotografiere, und vielleicht werde ich in einiger Zeit diese neuen Grenzen durchbrechen, aber zur Zeit will ich nicht, dass meine Bilder unausgereift vermitteln, was in meinem Kopf ist.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Ich habe wirklich keine Antwort. Die einfache Erwiderung wäre, dass es vom Auge des Betrachters abhängt. Mein Ziel ist es letztlich, zu kommunizieren und die Empfindungen zu vermitteln, die ich in bestimmten Situationen habe. Wenn mir das gelingt, bin ich zufrieden – und wenn das jemand als Kunst schätzt, ist das wunderbar.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Meine Inspiration kommt hauptsächlich aus meiner eigenen Vorstellungskraft. Aber es gibt einige Bezugspunkte, die sie geprägt haben. Ich bin von Ellen von Unwerth fasziniert, Cartie Bresson hat mich definiert, dem Einfluß von Helmut Newton kann man nicht entgehen, ich liebes Guido Argenti, Peter Lindbergh, Irving Penn, Jean Baptiste Mondino, Sarah Moon, Steven Meisel – es gibt einfach so viele Leute, die gut sind.

Was war der peinlichste Moment?

Tatsächlich keiner. Ich liebe, was ich tue und schaffe so eine gute Arbeitsatmosphäre. Bis jetzt gab es noch keine verkrampften Momente.

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in Ihren Fotografien?

Ich werde mehr und mehr zum Planer. Ich muss einfach wissen, wohin ich gehe, wenn ich vor einer Session stehe. Wenn ich dann die Bilder habe, die ich im Kopf hatte, dann ist es schön, neues Terrain zu erforschen. Man kann dann von der Umgebung und der Chemie der Aufnahmesession profitieren und ungeplante Bilder suchen. Aber erst, wenn das Ziel erreicht wurde und ich dann noch Kraft habe.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Es gibt einige Models mit denen ich gerne arbeiten würde und einige Situationen, die ich gerne reproduzieren würde. Ich sehe die Fotografie als Rahmen der weiteren Geschichte, und es gibt viele Geschichten, die ich gerne erzählen würde. Einige davon sind sehr komplex zu produzieren. Aber ich bin nicht in Eile, ich komme Schritt für Schritt voran.

Paul Dominique Angier

Nächste Ausstellung: Barcelona, Sommer 2013

Ausbildung: Autodidakt

Alter: 42
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paul@lafeticheria.com