Junge Aktfotografie

Akt Now: Camila Cornelsen

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal mit Fotos und Gifs der brasilianischen Fotografin und Filmemacherin Camila Cornelsen
Akt Now: Camila Cornelsen

Camila Cornelsen, Ohne Titel

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Als ich vor fünf Jahren mit der Aktfotografie angefangen habe, ging es mir darum, herauszufinden, warum das Thema – vor allem in Brasilien – so ein Tabu ist.

Wir haben, wie die meisten wissen, den Karneval, Sommer und wunderschöne Strände. Dort ist es okay, die knappsten Bikinis zu tragen. Sich aber ganz auszuziehen ist nicht in Ordnung. Die Dinge verändern sich nur langsam, aber ich kann spüren, dass manches sich seit 2012 bereits verändert hat. Immer mehr Menschen fotografieren Akte. Was mich am meisten reizt, jetzt, da ich keine Angst mehr habe, Modelle zu fragen, ob sie sich ausziehen, ist nicht nur die Akzeptanz anderer von außen, sondern auch der Porträtierten. Viele Frauen, die ich fotografiert habe, mussten lange mit sich und ihrem Körper kämpfen. Sie möchten, dass ich sie fotografiere, um sich selbst so zu akzeptieren, wie sie wirklich sind.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Ich habe bisher noch keine Männer fotgorafiert und ich würde gerne mal ein Projekt über Fetische realisieren. Aber, Schritt für Schritt, werde ich das auch tun.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Ich denke, der nackte Körper selbst ist ein Kunstwerk. Er ist einzigartig, ein Unikat, es gibt absolut nichts vergleichbares. Fotografie ist nur das Medium, das wir benutzen, um dieses Kunstwerk zu zeigen. Natürlich gibt es schönere und weniger gute Bilder, aber das ist immer eine Frage des Blickwinkels. Mir kann es gefallen und Ihnen nicht.

Akt Now: Alexander Bergström
Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder internationaler Fotografen. Diesmal mit vielen Tattoos und Schwarzweiß-Fotos von Alexander Bergström

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Ich fühle mich von vielen Dingen inspiriert: Kino, Musik, Menschen… Im Bereich Fotografie liebe ich Francesca Woodmans Selbstporträts. Ich war sehr traurig, kürzlich von Ren Rangs Tod zu erfahren. Ich liebe seine Fotos sehr. Filmisch mag ich Stanley Kubrick am liebsten. Er hat diese spezielle Denkweise, die in Verbindung mit seinem besonderen Blick nicht nur unglaubliche Filme, sondern auch wundevolle Bilder schafft.

Gab es auch mal peinliche Momente während eines Shootings?

Nein, ich bin jedes Mal offen für alles und freue mich so auf das das Shooting, dass ich wahrscheinlich selbst in peinlichen Situationen in der Lage wäre, das Positive darin zu finden.

Welche Rolle spielt die Inszenierung und der Zufall in Ihren Fotografien?

Bei "X Real", meinem Akt-Projekt, an dem ich seit fünf Jahren arbeite, ist vieles zufällig entstanden. Ich gebe den Frauen keine Anweisungen. Ich kenne sie nicht, habe nie gesehen, wo sie leben oder mit ihnen am Telefon gesprochen, gar nichts. Aber für spezielle Shootings liebe ich die Inszenierung. Ich liebe das Planen und darüber nachzudenken, was ich mit dem Bild aussagen möchte. Gleichzeitig glaube ich an den Einsatz des Models. Manche bewegen sich so gut vor der Linse, dass ich gern meinen Vorteil daraus ziehe.

Akt
Die besten Aktbilder junger Fotografen – jede Woche neu!

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich teile meine Zeit zwischen filmischen und fotografischen Arbeiten und der Musik auf. Zur Zeit bin ich an einem Porno-Projekt beteiligt, das von Frauen gemacht wird. Wir filmen kurze Features mit unterschiedlichen Szenen. Ich wollte auch fotografisch schon immer in diese Richtung gehen und die weibliche Sexualität entdecken. Ich denke jetzt habe ich die Chance dazu.