Junge Aktfotografie

Akt Now: Akif Hakan Celebi

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal mit Aktfotos von Akif Hakan Celebi – irgendwo zwischen Wong Kar-Wai und Nobuyoshi Araki
Akt Now: Akif Hakan Celebi

Akif Hakan Celebi, ohne Titel

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Es geht mir nicht um Reiz. Das würde dem Thema eine sexuelle Komponente verleihen. Mein Ziel ist es nicht, Akttfotografie zu machen, damit Frauen sich ausziehen und ich sie nackt sehen kann. Es geht darum, die Schönheit des weiblichen Körpers zu würdigen und ihn dann in einer Fotokomposition festzuhalten, die ich mir gerne ansehe und die den Moment verewigt.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Von meiner Seite aus gibt es keine Grenzen. Ich gehe so weit, wie das Model bereit ist zu gehen. Wenn wir die gleiche Offenheit teilen, kann mich das sehr inspirieren und uns während des Shootings zu interessanten Ideen führen. Ich erzwinge nichts, sondern zeige nur den Weg. Es liegt am Model, dem Pfad weiter zu folgen oder anzuhalten.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Wenn das Bild ehrlich ist.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Ich bin inspiriert von Menschen, die ich im täglichen Leben sehe oder treffe, von Situationen, Filmen, Musik oder Fotos. Im Grunde kann ich nicht genau sagen, wo die Inspiration genau herkommt – es kann irgendjemand, irgendetwas, irgendwo sein. Ich war aber schon immer ein großer Verehrer von Nobuyoshi Araki. Ich glaube, wir haben vieles gemeinsam, wenn es um Denkweise und Lebenseinstellung geht, oder um die Art, wie wir Dinge ansehen und uns ihnen nähern. Wenn es um den Style geht, bin ich ein großer Fan der Arbeiten von Wong Kar-Wai, seinen Farben und Stimmungen. Meine Fotos sind also irgendwie ein Schmelztigel von Arakis Geist, Wong Kar-Wais Style und meinen eigenen Ideen. Ich glaube allerdings, dass ich daraus meinen eigenen Stil entwickelt habe.

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Was war der peinlichste Moment?

In den USA kam während eines Akt-Shootings in einem verlassenen Haus mal die Polizei und hat unsere Arbeit unterbrochen. Nachdem sie kurz mit uns gesprochen und unsere Ausweise gecheckt hatten, klärten sie uns auf, dass es sich um einen gefährliche Gegend handele, sie uns aber beschützen würden. Wir machten also weiter – während sie zusahen. Nach einer Weile kamen noch mehr Polizisten, die, wie sich herausstellte, die Situation sehr genossen. Am Ende war es wirklich lustig.

Welche Rolle spielt die Inszenierung und der Zufall in ihren Fotografien?

Ich versuche eher zu improvisieren, als zu inszenieren. Das ebnet den Weg zu unerwarteten Situationen und starken Emotionen. Allerdings sind einige Models sehr zurückhaltend und verstecken ihre Gefühle oder lassen sie nur zum Teil heraus. Dann sehen die Fotos vielleicht inszeniert aus, aber sie zeigen trotzdem einen ehrlichen, echten Moment.

Akt
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Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich lasse mich einfach leiten und von der Fotografie führen, wo auch immer sie mich hinbringen wird. Das Leben ist voller Überraschungen. Meine Offenheit zu bewahren und konstant kreative Arbeiten zu schaffen ist mein höchstes Ziel. Genau das habe ich auch in den vergangenen zehn Jahren als Fotograf getan. Ich habe circa 10 000 Arbeiten online veröffentlicht und suche seit kurzem nach einem Verleger.

Akif Hakan Celebi

Ausbildung/Studium: Marketing an der The University Of Kentucky, AA in Music and Video Production from The Art Institute of Fort Lauderdale

Preise/Stipendien: "First runner-up" für "Photo of the year in 2011" des American Photo Magazine.

Kontakt: hakan@hakanphotography.com