Junge Aktfotografie

Akt Now: Elena Helfrecht

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal mit Aktfotos von Elena Helfrecht.
Akt Now: Elena Helfrecht

Elena Helfrecht: "Purity", 2014

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

In meiner Arbeit interessiert mich vor allem der Mensch in seinem ursprünglichen Wesen. Ich vergleiche menschliche Körper immer wieder gerne mit Büchern, in denen jede Unebenheit, jede Bewegung vom Bewusstsein unter der Haut erzählt. Ich möchte Geschichten zeigen und das Innere greifbar machen. Nichts eignet sich dafür besser als der nackte und verletzliche Körper. Eigentlich könnte man sagen, dass mich nicht das Thema Akt reizt, sondern der Mensch selbst – der Akt ist nur die logische Konsequenz daraus.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Ich würde niemals etwas gegen den Willen des Fotografierten tun. Auch Pornographie ist für mich ein Tabu. Als solche definiere ich alles, was außer der sexuellen Ebene keine weitere Intention beinhaltet.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Kunst entsteht für mich, wenn etwas den Betrachter anrührt und ihn zum Nachdenken bewegt. Ich habe in meinen Bildern immer den Anspruch, zu erzählen. Aber das ist meine persönliche Definition – im Endeffekt entsteht Kunst generell erst, wenn der Betrachter sie als solche wahrnimmt, ganz unabhängig davon, ob es nun ein Akt ist oder nicht.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Da ich Kunstgeschichte studiere, gibt es davon sehr viele. Ich besuche ständig Ausstellungen und lese eine ganze Menge. Joel-Peter Witkins Arbeit berührt mich persönlich sehr, er war auch Thema meiner Bachelorarbeit. Weiterhin liebe ich die Arbeiten von David Lynch (nicht nur filmisch) und Francesca Woodman, wie auch Gregory Crewdson und Andres Serrano. Die Kunst des Symbolismus inspiriert mich ebenfalls.

Was war der peinlichste Moment?

Bei einem Selbstporträt wäre ich beinahe aus dem achten Stock eines Hochhauses gefallen.

Akt Now: Allan Fredrick
Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder internationaler Fotografen. Diesmal: Allan Fredrick

Welche Rolle spielt die Inszenierung und der Zufall in ihren Fotografien?

Ich arbeite meistens mit einem Konzept, oft verwerfe ich die ursprüngliche Inszenierung jedoch und lasse das im Augenblick vorhandene in meine Bilder einfließen. Da ich zu einem Großteil mit natürlichem Licht arbeite, ist das essentiell. Manchmal entstehen dabei völlig neue Bilder. Ich habe über die Zeit gelernt, mich auf mein Auge und meinen Instinkt zu verlassen. Einige Dinge lassen sich nicht planen und wenn man zu starr an Konzepten festhält, wird man blind für das Wesentliche.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren? I

Ich möchte Fremde fotografieren. Jeden Tag sehe ich so viele faszinierende Menschen, die ich gern nach ihrer Geschichte fragen und fotografieren würde. Noch habe ich zu viel Angst davor, aber irgendwann will ich die überwinden.

Alter: 24

Hochschule/Ausbildung: 2011 - 2014 Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg, Bachelor in Kunstgeschichte und Buchwissenschaft; Seit 2016 Humboldt-Universität Berlin (Kunst-und Bildgeschichte)

Nächste Ausstellung: MIA Photo Fair, Mailand, 2017, mit der Galerie Cell63

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Die besten Aktbilder junger Fotografen – jede Woche neu!