Junge Aktfotografie

Akt Now: Obiwolf

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal mit stylischen Arbeiten von Obiwolf.
Akt Now: Obiwolf

Obiwolf: "Paula, Berlin", 2015

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Kleidung bewertet und steckt Menschen in Schubladen. Auch wenn ich ein Foto mit Kleidung mache, achte ich darauf, dass die Kleidung neutral ist und nur da ist, um den Körper zu betonen und nicht um etwas auszusagen. Die Aussage und Stimmung soll von der Person kommen.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Tabus habe ich keine. Allerdings habe ich auch nicht die Absicht, nur aus Provokation irgendwelche Grenzen zu überschreiten. Wenn für ein Bild etwas nötig ist setze ich es um, ohne mich durch Tabus einschränken zu lassen.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Kunst ist meiner Meinung nach reine Definitionssache. Alles kann Kunst sein: ein schöner Moment, ein Augenblick. Allerdings mag auch das wunderschönste Bild, mit der tiefsinnigsten Aussage, für manch einen keine Kunst sein. Die Bewertung ist da sehr subjektiv. Deshalb mache ich mir keine Gedanken darüber, was Kunst ist und was nicht.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Da gibt es einige: Freunde, Künstler und Designer aus anderen Bereichen. Sind aber eher Inspirationsquellen als Vorbilder.

Was war der peinlichste Moment?

Ich bin in jeder Situation sehr locker und entspannt. Ich versuche die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, nicht zu beurteilen. Die meisten Models sind auf meiner Wellenlänge und gehen mit all dem auch sehr entspannt um. Dadurch entstehen eigentlich keine peinlichen Momente. Vielmehr wird man im Verlauf des Shootings immer sicherer und macht Sachen, die man Anfangs gar nicht erwartet hätte.

Akt Now: Chill
Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal mit Arbeiten von Chill und Einblicken in die Intimität des Alltags

Welche Rolle spielt die Inszenierung und der Zufall in ihren Fotografien?

Das geht bei mir Hand in Hand. Viele Inszenierungen entstehen durch Zufälle. In meiner Arbeit ist es mir wichtig, die Person so abzubilden, wie sie auch wirklich ist. Ich möchte nicht irgendwelche Emotionen erzwingen oder jemanden Rollen spielen lassen. Ein neutraler und stiller Blick oder eine Körperhaltung verrät viel mehr über die fotografierte Person. Auch wenn ich eine Vorstellung bereits im Kopf habe, lasse ich dem Model viele Freiheiten, um diese Idee mit ihrer ganz eigenen Art zu realisieren.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich interessiere mich generell sehr für Subkulturen, Szenen, Randgruppen und Trends. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, in diesen Bereichen etwas Dokumentarisches zu machen.