Junge Aktfotografie

Akt Now: Chill

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal mit Arbeiten von Chill und Einblicken in die Intimität des Alltags.
Akt Now: Chill

Chill: "Cigarette break"

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Verschiedenes, zum Beispiel die Zeitlosigkeit der Fotografie. Ich mag die Idee, eine gewisse Unschuld intimer Momente einfangen zu können. Die natürliche Individualität der Person, die ich fotografiere, faszinierte mich schon immer. Ich suche ständig nach kleinen Details und einer gewissen Ästhetik, die unerwartet durch alltägliche Situationen entstehen kann.

 

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Diese Frage habe ich mir nie wirklich gestellt. Während eines Shootings lasse ich mich gerne treiben. Es kommt immer auf den Moment an. Zwischen mir und dem Model besteht durch die Fotografie eine Art Verbindung und es herrscht Vertrauen. Tabus werden gesellschaftlich vorgegeben und da geht es nicht einfach nur um das Prinzip der Nacktheit, sondern um viel mehr.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Schwierige Frage. Spontan würde ich sagen: Wenn es wirklich Gefühle bei jemandem auslöst, starke Gefühle, dann kann es Kunst sein. Ich weiß nicht, ob ich der richtige Ansprechpartner für dieses Thema bin, aber ich schätze wenn irgendjemand mit genug Publikum davon überzeugt ist, kann heutzutage alles Kunst sein – oder eben nicht.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Als ich mit dem Fotografieren anfing, war ich fasziniert von Richard Kern, Larry Clark, David Hamilton, Helmut Newton, Ryan McGinley, Roy Stuart und dem alten Terry Richardson. Das mag zunächst einfach nur nach einer Liste sehr bekannter Fotografen klingen, aber deren Arbeiten – wenn auch noch so unterschiedlich – sprachen damals sofort zu mir. Seitdem habe ich aber auch eine Menge anderer sehr talentierter Fotografen für mich entdeckt, zum Beispiel Mona Kuhn, Julian Humphries, Darren Ankenman, George Pitts, Michael Dowson, April-Lea Hutchinson, Giovanni Lipari und noch viele weitere. Natürlich inspiriert mich auch das alltägliche Leben – ich habe immer ein waches Auge auf meine Umgebung. Ich würde mich als einen stillen Beobachter bezeichnen.

art - Das Kunstmagazin
Einst tanzte die nackte Crowd durch Supermärkte. Heute frieren McGinleys Models in eisigen Landschaften. Wohin ist die süße Leichtigkeit?

Gab es schon peinliche Momente?

Soweit ich mich erinnern kann, nicht. Vor einem Shooting treffe ich mich immer mit den Models, wir tauschen uns aus und sprechen über unsere Motivationen und Vorstellungen, lernen uns kennen. Jedes Shooting basiert auf einer freundschaftlichen Basis und dazu gehören einfach Ehrlichkeit, Respekt und Vertrauen. Das finde ich ganz selbstverständlich. Ich kann mir das gar nicht anders vorstellen, das muss mir angeboren sein.

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in ihren Fotografien?

Der Zufall ist ein sehr wichtiger Faktor bei meinen Fotos. Ich arbeite generell mit natürlichem Licht, meist in den privaten Räumen der Models.

Stefanie Moshammer Akt
Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal mit der erfolgreichen Wiener Fotografin Stefanie Moshammer, Stripperinnen aus Las Vegas und jungen Göttern.