Junge Aktfotografie

Akt Now: Stefanie Moshammer

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal mit Stefanie Moshammer, Stripperinnen aus Las Vegas und jungen Göttern. Eine Ausstellung der Fotografin läuft ab dem 6. Oktober bei Ostlicht in Wien. Weitere Arbeiten werden im Zeit-Magazin vom 22.9.2016 präsentiert.
Stefanie Moshammer Akt

Stefanie Moshammer: "Natalie aka Lela", from the series "Vegas and She", 2014

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Mir geht es in meiner Arbeit nicht vorranig um den Akt, sondern eher darum in welchem Kontext der Akt steht und was zwischen den Zeilen zu lesen ist. Ich mag es, wenn ein Akt sich nicht implizit als solcher zeigt, sondern eine gewisse Dualität in sich trägt. Erotik ist auch ohne einen Akt erzeugbar.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Wenn das dargestellte Bild Konsequenzen für den Portraitierten – oder auch für mich als Fotografin – mit sich bringen kann, dann stößt das auf Grenzen.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Was in der Kunst als solche verkauft wird, ist Sache von Vermarktung und Etablierung. Uabhängig von der Kunst-Industrie entsteht für mich Kunst, wenn mich das Werk erstaunt, verwundert und neugierig macht.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Nahestehende Menschen, die meinen Weg gekreuzt haben und großen Einfluss auf mich und mein Schaffen hatten und haben.

Was war der peinlichste Moment?

Würde mir spontan keiner einfallen.

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Mit ihrer eigenwilligen, kraftvollen Bildsprache sorgt Stefanie Moshammer derzeit für Furore. Die junge Fotografin beweist, wie souverän man sich zwischen Dokumentar- und Kunstfotografie bewegen kann – wenn man es kann ...

Welche Rolle spielt die Inszenierung und der Zufall in ihren Fotografien?

Inszenierung und Zufall verfließen in meiner Arbeit; das eine ergänzt das andere. Ich bevorzuge es aber, wenn man als FotografIn formt und nicht alles dem Zufall überlässt. Meine Arbeit hat viel mit dem Eintauchen in Welten zu tun. Dabei ist es unmöglich alles zu inszenieren, sondern Werke entstehen durch menschliche Interaktion über einen längeren Zeitraum.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Mein nächstes Projekt wird in Brasilien / Rio de Janeiro entstehen und sich mit den Strukturen der Favelas und den dort lebenden Menschen auseinandersetzen.

 

Stefanie Moshammer

geboren 1988 in Wien, lebt und arbeitet zwischen Wien und dem Rest der Welt.

Nächste Ausstellung: Land of Black Milk, Ostlicht. Galerie für Fotografie in Wien, 6.10.-23.12.2016

Das Zeit-Magazin vom 22.9.2016 widmet der Fotografin eine Titelgeschichte.