Karl Hubbuch - Karlsruhe

Kritisch und mit schrillem Humor

Karl Hubbuch machte mit seiner Kamera genaue Bebachtungen der Gesellschaft der zwanziger und dreißiger Jahre – eine Fotografieausstelung in der Städtischen Galerie in Karlsruhe.

Sozialkritische Studien im Stil der Neuen Sachlichkeit machten den Maler Karl Hubbuch (1891 bis 1979) neben George Grosz, Christian Schad, Rudolf Schlichter und Otto Dix zu einem der profiliertesten und engagiertesten Vertreter des Verismus in den zwanziger und dreißiger Jahren.

Dass Hubbuch auch in einem anderen Medium reüssierte, zeigt jetzt eine Ausstellung in der Städtischen Galerie Karlsruhe. "Karl Hubbuch und das Neue Sehen" heißt die Schau, in der das bisher kaum bekannte fotografische Werk des Karlsruher Künstlers mit 150 Arbeiten vorgestellt wird. Hubbuch "gehört zu dieser Generation, die mit Interesse und Faszination in die Lichtspielhäuser geht oder sich mit dem fotografischen Medium auseinandersetzt", schreibt Karin Koschkar im Katalog zur Ausstellung, die 2012 im Münchner Stadtmuseum zu sehen war.

Hubbuch beobachtete seine Zeitgenossen gerne auf der Straße – Kinder, die auf der Bordsteinkante oder auf einem Zaun sitzen, Leute vor den Auslagen eines Kinos, entspannte Szenen aus einem Freibad, aber auch einen Aufmarsch der Hitlerjugend um 1933. Einfühlsame Porträts und Aktaufnahmen stehen neben Fotos, in denen Hubbuch seinen Hang zu Skurrilität und schrillem Humor offenbart: So posierte er, heftig grimassierend, barfuß und mit Nudelholz, für eine Aufnahme mit Ehefrau Hilde, die einen Fön wie eine Pistole ins Kameraobjektiv hält.

Karl Hubbuch und das Neue Sehen

Termin: bis 9. Juni. Der Katalog ist im Verlag Schirmer/Mosel erschienen und kostet 49,90 Euro
http://www.karlsruhe.de/b1/kultur/kunst_ausstellungen/museen/staedtische_galerie/ausstellungen.de

Mehr zum Thema auf art-magazin.de