Andreas Gursky - Düsseldorf

Echo klassischer Malerei

Ein Querschnitt durch das Werk des Düsseldorfer Fotografen

Ende der neunziger Jahre berief sich Andreas Gursky, 57, noch auf einen Ausspruch des amerikanischen Dokumentarfotografen Garry Winogrand: "Mich interessiert, wie die Dinge fotografiert aussehen."

Das war, als er die Schwelle zur digitalen Fotografie bereits überschritten hatte, ein Bekenntnis zu den klassischen Mitteln seines Metiers, aber auch der Hinweis darauf, dass analoge Aufnahmen die Wirklichkeit ebenfalls nicht so abbilden wie sie ist. Schon die Wahl von Ausschnitt und Perspektive verändert das Motiv – von da ist es, wenn man wie Gursky die Fotografie als Teil der bildenden Kunst versteht, nur noch ein Schritt, um ein Bild aus den digitalen Daten der Fotografie zu komponieren.

Das Düsseldorfer Museum Kunstpalast zeigt jetzt einen aus 60 Bildern bestehenden Querschnitt durch Andreas Gurskys Werk. Schon Gurskys in den achtziger Jahren entstandenen Arbeiten zeichnen sich durch zahlreiche Bezüge zu den älteren bildenden Künsten aus: In den Landschafts- und Wimmelbildern klingt das Echo der klassischen Malerei nach. Im letzten Jahrzehnt hat er die Grenze zwischen Fotografie und abstrakter Kunst immer weiter aufgeweicht und etwa die Formel-1-Rennstrecke des Wüstenstaats Bahrain in ein Geflecht aus falschen Perspektiven und visuellen Sackgassen verwandelt.

Andreas Gursky

Düsseldorf, Museum Kunstpalast
bis 13.1.

Der Katalog zur Ausstellung aus dem Steidl Verlag kostet 29,99 Euro im Museum und 38 Euro im Buchhandel
http://www.smkp.de/ausstellungen/aktuell/andreas-gursky.html

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