Magnum - Fotofestival

Heimat und Heimatlosigkeit

Sein fünfjähriges Jubiläum feiert das Fotofestival Mannheim_Ludwigshafen_Heidelberg mit einer Ausstellungskombination, die ganz im Zeichen der legendären Fotoagentur Magnum steht. Unter dem Motto "Grenzgänge" zeigen Fotografen der Vergangenheit und Gegenwart unterschiedliche Definitionen von Grenzen. Hinzu kommen Fotostrecken, die einen individuellen Blick auf Deutschland bieten.

Das Aufnahmeverfahren für neue Mitglieder ist legendär streng, aber so ist Magnum eben bis heute eine der besten Fotoagenturen der Welt.

Das Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg ist in diesem Jahr der in Paris ansässigen Agentur gewidmet, die 1947 von den Fotografen Robert Capa und Henri Cartier-Bresson mitbegründet wurde und vor allem für ihre Kriegsreportagen bekannt ist. Sie wolle aber "nicht das zeigen, was das Publikum von Magnum erwartet", sagt Andréa Holzherr, sondern "die Arbeiten und Serien präsentieren, die man nicht so kennt".

Holzherr organisiert für Magnum Ausstellun­gen und musste für das Fotofestival nun immerhin acht Präsentationen in drei Städten ausrichten. Unter dem Titel "Grenzgänge. Magnum: Trans-Territories" werden Fotografien aus dem Magnum-Archiv zu Krieg, Flucht und Heimat gezeigt, sie hat aber auch neue Arbeiten bei Magnum-Fotografen in Auftrag gegeben.

Der Abzug der Amerikaner ist eines der großen Themen, die die Rhein-Neckar-Region derzeit beschäftigen, deshalb hat Alessandra Sanguinetti das amerikanische Armeepersonal fotografiert, während der Fotograf Donovan Wylie auf dem Militärgelände versucht hat, Zusammenhänge zwischen Architektur und Macht herauszuarbeiten. Vier weitere Magnum-Fotografen sollten Deutschland im Wahljahr 2013 porträtieren. "Jeder ist dem nachgegangen, was er für deutsch hält", sagt Holzherr. Moises Saman hat Schiffswerften und Fischereibetriebe in Norddeutschland fotografiert, Olivia Arthur dagegen den Karneval im Rheinland. Ganz wollte Holzherr aber doch nicht auf die Magnum-Klassiker verzichten. In der Kunsthalle Mannheim werden Fotografien zu den Themen Flucht und Exil gezeigt, unter anderem von Robert Capa oder Herbert List. Im Kunstverein Ludwigshafen wird als Gegengewicht "ein anderer Aspekt der Agentur" gezeigt, so Holzherr: Fotografie zur Jugendkultur, zum Beispiel die Brooklyn-Gang, die Bruce Davidson in den fünfziger Jahren aufnahm beim Tanzen, Paffen oder Vorführen der Tätowierung.

"Grenzgänge. Magnum: Trans-Territories"

Die Ausstellung läuft noch bis zum 10. November in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg.

Der Katalog aus dem Kehrer Verlag kostet in der Ausstellung 20, im Buchhandel 29,90 Euro.
http://www.fotofestival.info/de/