Traumfrauen, Traummänner - Rostock

Spiegel der Gesellschaft

Elegant und glamourös, persönlich und ironisch, eigenwillig und überraschend, viril und sexy – mit Fotografien von Stars wie Angelina Jolie, Mads Mikkelsen, Meg Ryan und ja, auch Angela Merkel beweist die Doppelausstellung "Traumfrauen/Traummänner" in der Kunsthalle Rostock, dass Schönheit wandelbar und (un)bestreitbar ist.

Was ist schön? Oder noch genauer: wer? Dass sich in der 200 Werke umfassenden Doppelausstellung "Traumfrauen/Traummänner" in der Kunsthalle Rostock eine große Anzahl aus Film und Fernsehen sowie aus Klatsch- und Hochglanzmagazinen bekannte Gesichter wiederfinden, ist nicht verwunderlich, stehen sie doch für unsere geheimen Sehnsüchte und Ideale.

Entsprechend erscheinen uns diese Personen auch als Übermenschen: Angelina Jolie, die Überfrau und Übermutter, die den Betrachter auf Marc Homs Fotografie mit spöttischem, selbstbewussten Blick als die perfekte Männerverschlingerin ansieht. Oder Daniel Craig, der als James Bond etliche Frauenherzen erobert, aber auf der ganz privat anmutenden Fotografie von Liz Collins eben nach jenem auf der Erde gebliebenem gewitzten und intelligenten Mann aussieht, in den sich die Traumfrau aller Intellektuellen, Rachel Weisz, verliebt hat.

Doch auch Menschen abseits des Rampenlichts, die die von den Medien propagierten Regeln für Schönheit und Attraktivität auf den Kopf stellen, finden sich in der Ausstellung wieder. Denn schön ist, was gefällt. Und berühmt oder unbekannt – viel entscheidender ist bei allen ausgestellten Bildern, die von 50 namhaften Modefotografen wie Ellen von Unwerth, Mary McCartney, Albert Watson oder Peter Lindbergh stammen, was sie über den Wandel der Ideale von Mann und Frau in der Gesellschaft aussagen. "Schönheit ist ein Begriff, der wie die Mode ein Spiegel seiner Zeit ist", fasst es Kuratorin und Publizstin Nadine Barth zusammen, die die Doppelausstellung zusammen mit Ingo Taubhorn konzipiert hat. Und so dürfen Frauen im heutigen Leben und der Fotografie dominant und Männer sensibel sein, ist Metrosexualität kein Fremdwort mehr und sind gängige Rollenklischees gleichermaßen verpönt wie begehrt.

Entsprechend sollte man sich nicht wundern – tut man aber –, wenn einem Angela Merkel unter den "Traumfrauen" begegnet und David Beckham, der sich unter die "Traummänner" gesellt, auch schon mal besser aussah. Gemäß "Macht macht sexy" – einer wenig bestreitbaren Wahrheit – darf die Kanzlerin natürlich nicht fehlen. Und ein David, dem etwas eklig Klebriges durchs Gesicht läuft, beweist, dass wahrer Sexappeal über allem erhaben ist – innere Werte hin oder her.

Traumfrauen/Traummänner

14. Juli bis 1. September,
Kunsthalle Rostock,
Es sind zur Ausstellung zwei Bücher im DuMont-Verlag für je rund 50 Euro erschienen,
Die Eröffnung findet am 13. Juli ab 18 Uhr statt
http://www.kunsthallerostock.de/