Wild – Tiere in der Fotografie - Berlin

Neues vom besten Freund des Menschen

Komisch, ästhetisch und makaber – die Ausstellung "Wild" in der Berliner Alfred Ehrhardt Stiftung zeigt Tiere in der zeitgenössischen Fotografie.

Seit gut dreieinhalb Millionen Jahren kann der Mensch aufrecht gehen und hat den unwiderstehlichen Drang, sich die Erde untertan machen zu wollen.

Vor allem die Tiere mussten das über Jahrmillionen ausbaden: Sie wurden als Nahrungsmittellieferanten, Arbeitsgerät oder Transportmittel benutzt, wurden Göttern geopfert oder selbst als Götter verehrt, in der Neuzeit als Versuchstiere missbraucht, sie dienen einsamen Menschen als Partnerersatz oder werden schlicht ausgerottet.
Dass man mit Tieren auch Schabernack treiben kann, zeigt die Ausstellung "Wild – Tiere in der zeitgenössischen Fotografie" in der Alfred-Ehrhardt-Stiftung in der Berliner Auguststraße. Das Spektrum reicht von harmlosen Scherzen – Hund mit Topf auf dem Kopf von Thorsten Brinkmann oder Pferd mit BH-Brille von Alexandra Vogt. Daneben gibt es hochästhetische Aufnahmen wie die fliegende Schneeeule von Martin Klimas oder die Nahaufnahme vom Auge eines Quagga, einer Zebraform aus Südfrika von Marc Volk. Ästhetisch, aber gleichzeitig ein memento mori ist das Stillleben mit toter (Friedens)-Taube oder Andrei Liankevic’ mit Spritzen gepierctes Reh aus der Serie "Fake Animals" (Tier-Attrappen).

Gänzlich makaber wird es dann, wenn eine Frau in Carina Langes Foto "Dame mit Kaninchen" einen abgehäuteten Nager liebevoll im Arm hält. Leonardo da Vincis "Dame mit dem Hermelin" lässt grüßen. Die Ausstellungsmacher, Maren Polte, freie Kuratorin und Autorin in Brüssel, und Matthias Harder, Chefkurator der Helmut-Newton-Stiftung, wollen "die unterschiedlichsten Facetten zwischen Nähe und Distanz, inniger Freundschaft und materieller Ausnutzung" visualisieren. Ihre Ausstellung zeige wie "ein uraltes Thema immer wieder eine zeitgenössische Ausdrucksform und eine aktuelle Brisanz" bekomme.

"Wild – Tiere in der zeitgenössischen Fotografie"

5. Juli bis 14. September, Alfred-Ehrhardt-Stiftung, Auguststraße 75, Berlin
http://www.alfred-ehrhardt-stiftung.de/

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