Ute und Werner Mahler - Hamburg

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Das Fotografenpaar Ute und Werner Mahler, Mitbegründer der Fotoagentur Ostkreuz, ging bei der Arbeit jahrzehntelang getrennte Wege – erst seit 2009 arbeiten sie gemeinsam

Es gibt viele Gemeinsamkeiten in den Biografien von Ute Mahler (geboren 1949 in Berka, Thüringen) und Werner Mahler (geboren 1950 in Boßdorf/Sachsen-Anhalt):

Sie studierten beide an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, bevor sie in den Siebzigern begannen, als freie Fotografen in der DDR zu arbeiten, unter anderem für die legendäre Modezeitschrift "Sibylle". Beide gehörten 1990 zu den Mitbegründern der berühmten Ostkreuz-Fotoagentur, die sich seither – nach dem Magnum-Modell – zu einem international einflussreichen Foto-Autoren-Kollektiv entwickelt hat.

Was die Fotografie betrifft, so eint beide ihr herausragender fotografischer Instinkt, jenes untrügliche Gespür für Situationen. "Ute und Werner Mahler gehören zu den außergewöhnlichsten Persönlichkeiten der deutschen Fotografie – als Künstler, und als Lehrende", sagt Ingo Taubhorn, Co-Kurator der Hamburger Ausstellung.

Für die Retrospektive verspricht er das "unbekannte, bekannte, aber auch das brandneue Werk" der beiden Mahlers. Neben den gefeierten Modeaufnahmen beider Fotografen sind das legendäre Werke wie die frühe Serie "Berka", für die Werner Mahler 1977 ein Jahr lang das Leben im Heimatdorf seiner Frau dokumentierte, oder die zwischen 1972 und 1986 entstandene Langzeitstudie "Zusammen Leben" von Ute Mahler, die von der Darstellbarkeit dessen handelt, wie Menschen miteinander leben.
Seit 40 Jahren sind Ute und Werner Mahler ein Paar, doch als Fotografen sind sie lange Zeit Einzelgänger geblieben. Obwohl sie sich auf Reisen oft gegenseitig assistierten, schreiben sie erst seit dem Ende der nuller Jahre eine gemeinsame Werkgeschichte. Im Jahr 2009 entdeckten die beiden Fotografen die Freude am Arbeiten im Team. Für die Serie "Monalisen der Vorstädte" reisten sie gemeinsam durch Europa und fotografierten in fünf Städten Frauen mit dem Mona-Lisa-Blick. "Es ist dieses Gesicht, in das man endlos schauen kann und doch nie wirklich eine Antwort bekommt." (Ute Mahler) Auch dies sei kein großer Plan gewesen, betont sie, sondern hätte sich einfach so ergeben: "Vorher hatte jeder seine eigenen Themen. Plötzlich gab es ein Thema, was uns beide interessiert hat." Ihre neueste Werkgruppe trägt den Titel "Die seltsamen Tage": Die Bilder kommen – untypisch für die Mahlers – ganz ohne Menschen aus.

Ute Mahler und Werner Mahler – Werkschau

Hamburg, Haus der Photographie
bis 29.6.

Gegen Vorlage ihrer artcard erhalten unsere Abonnenten ermäßigten Eintritt. Der Katalog ist im Kehrer Verlag erschienen. Subskriptionspreis bis 29. Juni 49,90 Euro, danach 58 Euro
http://www.deichtorhallen.de/index.php?id=393