Sylt-Bilder

Schleswig



OHNE FKK UND JET SET

Welch reizvolle Seiten die Nordseeinsel Sylt abseits des Touristenrummels birgt, zeigen die in reduziertem Schwarzweiß gehaltenen Fotografien des norddeutschen Fotografen Harald Hentzschel – zu sehen im S-Fotoforum des Landesmuseums Schleswig
// PETRA BOSETTI

Wer immer an die Nordseeinsel Sylt denkt, dem fallen, je nach Interessenslage, Nackedeis zwischen Strandhafer und Dünengras ein (immerhin wurde in Sylt 1920 das erste offizielle FKK-Gelände Deutschlands eröffnet), oder er denkt an Schickmicki, High Society, Jetset und It Girls, kurz: die Schönen und die Reichen. Eingefleischte Sylt-Liebhaber indes schwärmen von den Schönheiten der Landschaft.

Wenn die Insel erwacht ...

Einer, der die herbe Ästhetik der Insel seit Jahren zum Mittelpunkt seiner Arbeit gemacht hat, ist der Fotograf Harald Hentzschel. Vor allem in den frühen Morgenstunden macht er sich mit seiner Analogkamera auf Motivsuche – dann, "wenn die Insel zwischen Schlaf und Erwachen langsam die Dunkelheit verliert, das Licht Wellen, Dünen und Strand in Szene setzt", schreibt Michael Stitz im Katalog zu einer Ausstellung im S-Fotoforum der Stadtmuseums Schleswig. "Es sind diese wenigen Stunden eines jeden jungen Tages, in denen sich die Natur der Insel selbst gehört."

Hauptrolle für Grashalme und Buhnen

Die so entstandenen Fotografien vermitteln ein faszinierendes Bild dieser so klischeebehafteten Insel – stille, puristische, sehr grafische Bilder, in denen Spuren, die das zurückweichende Meer im Schlick hinterlassen hat, einsame Grashalme oder die am Ufer aufgereihten hölzernen Buhnen die Hauptrolle spielen. Ihren ganz besonderen Reiz entfalten diese stillen, in strengem Schwarzweiß gehaltenen Natur-Ornamente im Winter, wenn der Schnee den Kontrast noch steigert.

Harald Hentzschel: Sylt – natürlich und unverfälscht

11. Mai bis 12. August. Es erscheint ein Katalog in der Schriftenreihe "Photographia Borealis" der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein

http://www.stadtmuseum-schleswig.de

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