Gib mir fünf!

Die Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche
Die 71-jährige Pionierin der Performance- und Videokunst Joan Jonas aus New York zeigt ihre jüngste Installation "The Shape, the Scent, the Feel of Things" aus den Jahren 2004 bis 2007 (Foto: Paula Court )

DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Miriam Hinner empfiehlt diese Woche unter anderem Performances aus aller Welt in Berlin und "Outsider-Art" im Deutschen Architekturmuseum.
// MIRIAM HINNER

Berlin: In Transit

Passend zum Veranstaltungsort, dem "Haus der Kulturen der Welt", präsentieren zum internationalen Performing Arts Festival "In Transit" in Berlin unter anderem Künstler aus Argentinien, China, Dänemark, Kuba, Palästina, Holland und den USA ihre Werke aus den Bereichen Bildende Kunst, Theater und Tanz-Performance. Eröffnet wird das Festival von Joan Jonas, der 72-jährigen Pionierin der Performance- und Videokunst aus New York. Außerdem sind "Goat Island" aus Chicago dabei. Das Künstler-Kollektiv zeigt ein Live-Art-Programm aus Performance, Film und Web-Art, bei dem auch das Publikum mit einbezogen wird. Los geht es am 11. Juni. Letzte Chance die Lectures, Künstlergespräche und Performances zu erleben, ist am 21. Juni.

Wien: Julian Opie-Ausstellung im MAK

Eine Auswahl an Porträts, Aktdarstellungen, Landschaftsbildern und Halbfiguren des britischen Künstlers Julian Opie werden im Wiener Museum für angewandte Kunst und Gegenwartskunst (MAK) gezeigt. Opie wurde Mitte der achtziger Jahre als Vertreter der „New British Sculpture“ berühmt. Seine Werke befinden sich in Sammlungen weltweit wie unter anderem der Tate Modern in London oder dem MoMA in New York. Die Schau in der MAK-Ausstellungshalle eröffnet am 11. Juni und ist bis zum 21. September zu sehen. Zur Vernissage am 10. Juni wird der Künstler anwesend sein.

Salzburg: Orientalisches Licht

Mit seinen Bildern aus Ägypten, Nordafrika und der Levante nimmt Kurt-Michael Westermann die Betrachter seiner Fotografien mit in eine andere Kultur. Bunte Farben, fremdartige Gesichtszüge und typisch orientalische Situationen erwarten die Besucher der Ausstellung "Orientalisches Licht" in der Salzburger Leica Galerie. In zahlreichen Bildbänden bewies Westermann schon sein besonderes Auge für die außergewöhnliche Region. Arabische Männer im Gespräch am Obststand oder bunt bemalte Kinder auf dem Weg zu Feierlichkeiten – die Reise in den arabischen Alltag kann man vom 6. Juni bis 5. Juli antreten.

Frankfurt/M.: "Outsider-Art" im DAM

Unter dem Titel "Heterotopia. Arbeiten von Willem van Genk und anderen" zeigt das Deutsche Architekturmuseum (DAM) Frankfurt Arbeiten der sogenannten "Outsider-Art". Außerhalb des etablierten Kunstbetriebs entstanden, sind die Urheber dieser Kunst Menschen, die extremen seelischen Belastungen ausgesetzt waren oder ungewöhnliche Erfahrungen in ihrem Leben gemacht haben, von der Gesellschaft ausgeschlossen und ausgegrenzt wurden. Das DAM besitzt eine kleine Sammlung an Outsider-Arbeiten, die in der Ausstellung vorgestellt werden, unter anderem die inzwischen auf drei Baukomplexe angewachsene "Zukunftsstadt" von Stefan Häfner oder die als Stadt- und Maschinenvisionen beschriebenen Arbeiten des niederländischen Künstlers Willem van Genk, die an Dada, Pop-Art, Collage und Comic erinnern. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis 24. August im DAM. Außerdem startet dort am 7. Juni die Schau "Ready for Take-Off. Aktuelle deutsche Exportarchitektur", bei der man den deutschen Beitrag zur Architekturbiennale 2007 sehen kann.

Halle: Papierarbeiten zwischen Rom und Tokio

Unter der Schirmherrschaft des japanischen Botschafters zeigt der in Rom lebende, japanische Künstler Nobushige Akiyama seine künstlerischen Visionen aus Marmor, Keramik oder Papier im Kunstverein Talstraße in Halle an der Saale. Eine große Rolle in seiner Arbeit spielt augenscheinlich die Liebe zu Italien und dessen traditionsreicher Vergangenheit. Seine Masken, Segel und Figuren aus japanischem Kouzo-Papier stemmen sich damit gegen die zunehmende formelle Nüchternheit der Entwicklungen des 20. Jahrhunderts. Trotz europäischem Einfluss bleibt seinem Werk die Macht der traditionellen Skulptur seines Heimatlandes erhalten. In Kombination zu seinen Arbeiten werden im Studio des Kunstvereins Werke von Yasue Akiyama zu sehen sein. Beides bis zum 20. Juli im Kunstverein Talstraße in Halle.

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