Gib mir fünf!

Die Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche
Erlangen hat die Comicszene Chinas im Blick, unter anderem von "Benjamin", dessen Bilder in der Ausstellung "Manhua – Comic in China von heute" gezeigt werden (© Benjamin)

DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Redakteurin Petra Bosetti empfiehlt diese Woche den Abschied vom Polaroid, bunte Comicwelten und Immendorff im Kino.

// PETRA BOSETTI

Erlangen: Internationaler Comic-Salon
Im Blödel-Song "Wissenswertes über Erlangen" von "Foyer des Arts" wird neben dem Schwimmzentrum, dem Rathaus und dem Shoppingzentrum auch der "Mutterwitz" und der "Humor" der Erlanger gelobt. Da muss was dran sein, denn alle zwei Jahre trifft sich die Crème de la Crème des deutschen Humors in der mittelfränkischen Stadt zum "Internationalen Comic-Salon". Vom 22. bis 25. Mai ist es wieder so weit: Das Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle, die Städtische Galerie und das Stadtmuseum sind die Schauplätze des größten und wichtigsten Comicfestivals in Deutschland. Im Zentrum steht die Messe mit rund 150 internationalen Ausstellern – Verlagen, Agenturen und Comic-Händlern. An Signiertischen werden über 300 Comic-Künstler aus aller Welt Autogramme geben. Schwerpunkte des Ausstellungsprogramms sind chinesische Comics, der Altmeister Wilhelm Busch, der Träger des Max-und-Moritz-Preises Hendrik Dorgathen, Hansrudi Wäscher, der Italiener Gipi und seine Nachfolger und Reinhard Kleist.

Berlin: "The Last Ten Shots"
Früher konnte man in fernen Ländern mordsmäßig Eindruck schinden, wenn man eine Polaroidkamera besaß und den staunenden Einheimischen vorführte, wie sich aus dem Nichts ein Abbild entwickelte. Früher. Heute, im Zeitalter der digitalen Fotografie, ist dieses liebenswerte Wunderwerklein mega-out – folgerichtig hat die amerikanische Firma Polaroid die Produktion der gleichnamigen Sofortbildkamera und der dazugehörenden Filme eingestellt. Und hat damit viele Künstlern eines beliebten Mediums beraubt. Denn David Hockney, Anna und Bernhard Blume, Chuck Close, Andy Warhol und andere haben – direkt oder indirekt – mit Polaroid gearbeitet. Der Bongout-Showroom in Berlin hat deshalb 28 internationale Künstler, darunter Richard Kern, Asia Argento, Les Krims und Natacha Merritt, beauftragt, ein letztes Mal mit Polaroid zu arbeiten und stellte 600 Filme mit je zehn Aufnahmen zur Verfügung. Die Ergebnisse sind unter dem Titel "The Last Ten Shots" bis 28. Juni zu sehen.

Bundesweit: "Ich. Immendorff"
Der Maler Jörg Immendorff starb im vergangenen Jahr an einer unheilbaren Nervenkrankheit. Die Dokumentarfilmerin Nicola Graef hat ihn zwischen 2005 und 2006 mit der Kamera begleitet. Der Film "Ich. Immmendorff", in dem auch Künstlerkollegen wie Markus Lüpertz, Tilman Spengler, Jonathan Meese, Immendorffs Frau Oda Jaune und Städel-Direktor Kasper König auftreten, ist im Verleih "Real Fiction" erschienen und kommt am 22. Mai in die deutschen Kinos.

Hamburg: Ben Hübsch
Er schreckt keineswegs vor monumentalen Wandbildern zurück, jetzt aber präsentiert der Maler Ben Hübsch kleine Formate: Der "poppige Farbfeldvirtuose", so die Ankündigung der Galerie White Trash Contemporary in Hamburg, zeigt hier seine farbstarken Bilder, die durch vorgefundene Ornamente, Stoff- oder Teppichmuster inspiriert wurden oder als Kompositionen am Computer entstanden. Zu sehen vom 24. Mai bis 28. Juni.

Wolfsburg: Heinrich Heidersberger
Heidersberger (1906 bis 2006) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Architektur- und Industriefotografen der Nachkriegszeit. Sein Name ist eng mit der Stadt Wolfsburg verbunden – hierhin wurde er Anfang der sechziger Jahre berufen, um den technischen Aufbruch der Stadt fotografisch zu dokumentieren. Die Aufnahmen des Volkswagenwerks, der Stadt und ihrer jungen Architektur sind längst zu Ikonen der Nachkriegsmoderne geworden. Zum 70. Geburtstag der Stadt Wolfsburg widmet das Kunstmuseum dem 2006 im Alter von 100 Jahren gestorbenen Künstler nun eine Ausstellung. Heidersberger wird auch als fotografischer Experimentator vorgestellt mit Aufnahmen, die mit Hilfe seines "Rhythmographen" entstanden sind. Das ist eine Apparatur, in der ein Pendel über einen mechanisch gekoppelten Spiegel und eine punktförmige Lichtquelle Lichtspuren auf fotografischem Material erzeugt.

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