Gib mir fünf!

Die Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche
Kunst im Quadrat: Hans-Jörg Glattfelder: "Pyr 03", 1968 (Museum Ritter)

DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Karen Bofinger empfiehlt diese Woche Quadrate, Elektromagnetismus und Leibesübungen.
// KAREN BOFINGER

Waldenbuch: "Bildertausch 3" und "Werner Bauer"
Viereckige Augen bekommt man im Museum Ritter im schwäbischen Waldenbuch: Die Kunstsammlung der Schokoladen-Erbin Marli Hoppe-Ritter dreht sich rund ums Quadrat. Zum dritten Mal wurde nun die Sammlungspräsentation des 2005 eröffneten Museums neu zusammengestellt. Gezeigt werden rund 60 abstrakte Quadrat-Werke von den 1950er Jahren bis heute, darunter auch Computerkunst. Die Eröffnung ist am Samstag, 17. Mai, um 17 Uhr. Gleichzeitig wird die Ausstellung "Werner Bauer – lux, lucis... Deklinationen des Lichts" eröffnet. Die Retrospektive zeigt frühe Holzarbeiten des Licht- und Kinetikkünstlers, sowie Objekte aus Plexiglaskörpern, Silikon oder lichtleitenden Folien. Beide Austellungen sind bis zum 28. September zu sehen. Und nach dem Ausstellungsbesuch kann man sich eine süße Stärkung gönnen – Schokoladenmuseum und Werksverkauf sind gleich nebenan.

Mannheim: Robert Häusser – "Das Moortagebuch"
Der Fotograf Robert Häusser, Jahrgang 1924, ist ein Meister der Stille. Seine freien Arbeiten, ausschließlich in Schwarzweiß, zeigen Landschaften, in denen sich die Spuren des Menschen eingegraben haben. Häusser gilt als Klassiker der modernen Fotografie. 1984 erhielt er den "Preis der Stadt Nordhorn", der mit einem Arbeitsaufenthalt im Emsland verbunden war. Dort fotografierte Häusser die kargen Moorlandschaften, in tagebuchartigen Notizen hielt er den Entstehungsprozess der Bilder fest. Das Forum für Internationale Photographie der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, das bereits den gesamten fotografischen und bibliografischen Nachlass Häussers verwaltet, zeigt dieses "Moortagebuch" vom 17. Mai bis zum 30. April 2009 – ein einzigartiger Einblick in Häussers Arbeitsprozess.

Dortmund: "Waves" – Hartware MedienKunstVerein
Drahtlose Kommunikation bestimmt unseren Alltag, doch die elektromagnetischen Wellen, die uns umgeben, machen vielen Menschen Angst. Sichtbar, fühlbar und erlebbar werden sie bis zum 29. Juni im Hartware MedienKunstverein in Dortmund: Hier werden Arbeiten von 35 internationalen Künstlern gezeigt, denen die unterschiedlichen Wellen des elektromagnetischen Spektrums als Material dienen. Der Amerikaner Mark Fischer etwa visualisiert die Gesänge von Walen, drei Künstler aus England, Schweden und Ungarn machen in der Installation "Wifi Camera" drahtlose Computernetze sichtbar, und der Österreicher Franz Xaver hat einen Live-Audiostream ins Universum eingerichtet. Eines wird klar: Es sind unsichtbare Wellen, die Mensch, Natur und Technik verbinden.

Berlin: DMY 2008 – International Design Festival
Jedes Jahr im Mai steht ganz Berlin im Zeichen des Designs – letztes Jahr hieß das noch Designmai, 2008 soll unter dem Namen "DMY International Design Festival" alles noch größer werden, denn: "The sky is not the limit!". Vom 21. bis zum 25. Mai zeigen rund 150 ausgewählte "DMY Youngsters" auf dem Industriegelände der Arena in Berlin-Treptow ihre neuesten Entwicklungen. Der Ausstellungsparcours der "DMY Allstars" dagegen zieht sich durch das gesamte Stadtgebiet – an den unterschiedlichsten Standorten zeigen Designer ihre Arbeiten oder öffnen ihre Studios für das Publikum. Begleitend findet am 24. Mai im "Radialsystem V" ein ganztägiges Symposium statt. Nicht fehlen darf das nächtliche "DMY Klublabor" in den angesagtesten Clubs der Stadt mit DJs, Party und einer Pecha-Kucha-Nacht.

Heidenheim: "Leibesübungen. Vom Tun und Lassen in der Kunst."
Kunstgenuss in einem Museum sieht meistens so aus: Still vor dem Bild stehen. Schauen. Weiterschlendern. Nicht so im Kunstmuseum Heidenheim: Hier balanciert der Besucher eine WC-Ente auf der Schläfe und denkt über Verdauung nach, er lutscht Bonbons oder lässt sich mutig auf einen Haufen aus Karton fallen. Unter dem Ausstellungsmotto: "Leibesübungen. Vom Tun und Lassen in der Kunst" animieren unter anderem Werke von Erwin Wurm, Yoko Ono, Santiago Serra und Bruce Nauman zum Mitmachen. Aktiv werden kann man im Kunstmuseum Heidenheim bis zum 29. Juni. Und wer von den Leibesübungen nicht zu ermüdet ist, kann in der Dauerausstellung die wohl weltweit vollständigste Sammlung von Plakaten Pablo Picassos anschauen – dass dann ganz in Stille, stehend, schlendernd.

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