24 / 04 / 2008
Gib mir fünf!
Die Tipps der Woche
DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE
Berlin: Amy Stein – New American Fables
Die amerikanische Fotografin Amy Stein erzählt die Fabeln der Gegenwart: In ihrer Serie "Domesticated" stellt sie Begegnungen von Menschen und Tieren nach, die sie Lokalzeitungen und urbanen Legenden entnimmt. Da steht ein Bär am Gartenzaun und schaut einem Mädchen am Pool ins Gesicht, ein Rehkitz liegt mitten im Gewächshaus, und ein Wolf heult eine Straßenlampe an. In den Fotografien ihrer Fotoserie "Halloween" lauert Mini-Spiderman an einer Straßenecke in Harlem, und ein grüner Hulk lässt vor einem Graffito seine Muskeln spielen: Das Wilde, das Absurde, das Unglaubliche – es ist mitten unter uns. Eröffnet wird die Ausstellung "New American Fables" in der Pool Galerie Berlin am 25. April, 19 Uhr; die erste Einzelschau von Amy Stein in Deutschland ist bis zum 24. Mai zu sehen.
Hamburg: Holger Niehaus – One for the Honey, two for the show
Die Hamburger Galerie Tinderbox zeigt noch bis zum 17. Mai die perfekt inszenierten Fotografien des Berliner Künstlers Holger Niehaus. In den scheinbar altmeisterlichen Stillleben ist nichts, wie es scheint: Ein Apfel ist in Wirklichkeit ein Kohlrabi, die Blumen sind hybride Phantasiekombinationen aus den unterschiedlichsten Blüten, mit Kreppband an einen Stiel geklebt. Die akribischen Arrangements baut der Fotograf mit Skalpell und Pinzette, einen Blumenstrauß schneidet er auch schon mal in die exakt rechteckige Form seiner Blumenvase.
Essen: Andrea Pritschow – My hard will go on
Von wegen Handarbeit ist bieder: Die Künstlerin Andrea Pritschow häkelt Penisse. Maschenreihe für Maschenreihe ringeln sich die Häkelstücke zu ihrer prägnanten Form – in knalligen Farben und allen Formen und Größen. Im Handarbeitsunterricht hätte das einen Eklat ausgelöst, in einschlägigen Magazinen stößt das Häkelwerk der ehemaligen Spex-Redakteurin bereits auf reges Interesse: So präsentierte das "Jungsheft", ein Pornomagazin für Mädchen, kürzlich eine große Bilderstrecke. Unter dem eindeutigen Titel "My hard will go on" sind die frivolen Handarbeiten in der Essener Kneipengalerie "Banditen wie wir" live zu bewundern. Die Vernissage beginnt am 26. April um 20 Uhr.
Frankfurt/Hamburg/Bielefeld/Leipzig: Lange Nacht der Museen
Quer durch die Republik werden Kunstliebhaber am Wochenende schlaflos bleiben: In vier Städten beginnt am Samstagabend die "Lange Nacht der Museen". In Frankfurt, Hamburg, Bielefeld und Leipzig haben rund 205 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen geöffnet – in Hamburg und Frankfurt bis 2 Uhr nachts, in Leipzig bis 24 Uhr. Und in Leipzig wartet noch eine besondere Überraschung: Erstmals zeigen hier auch rund 60 private Sammler ihre Schätze der Öffentlichkeit – von Pokémon-Karten über Miniaturbücher bis zur Stasi-Überwachungstechnik.
Stuttgart: Dieter Krieg – Fritten und Brillianten
Eimer und Kerzen, Salatköpfe und Bücher – profane Alltagsgegenstände werden in Dieter Kriegs großformatigen Bildern zu Monumenten. Das Kunstmuseum Stuttgart zeigt ab dem 26. April die erste Retrospektive des 2005 gestorbenen Malers. Dieter Krieg, einst Schüler von HAP Grieshaber, zählte seit den sechziger Jahren zu den markantesten Vertretern der "Neuen Figuration"; 1978 stellte er mit Ulrich Rückriem im Deutschen Pavillon der Biennale Venedig aus. Die Ausstellung ist bis Mitte August in Stuttgart zu sehen.
24 / 04 / 2008