Gib mir fünf!
Die Tipps der Woche
DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE
Bregenz: Carsten Höller
Das Museum als Vergnügungstempel? Der belgische Installationskünstler Carsten Höller macht es möglich. Im Kunsthaus Bregenz hat er zu seiner Retrospektive (bis 1. Juni) die größte seiner "Carousel" genannten Installationen aufgebaut. Das Karrussel trägt den Benutzer per Gondel zwar in die luftige Höhe von sechs Metern, behandelt ihn ansonsten aber pfleglich – das Gefährt bewegt sich im Schneckentempo.
Köln: "Art Cologne"
Sie ist eine der bedeutendsten Kunstmessen der Welt: Mit rund 200 Ausstellern wird die 42. Art Cologne am 16. April in der Kölner Messe eröffnet. Auch, wer nicht unbedingt Kunst kaufen möchte, kommt dabei auf seine Kosten – nicht nur durch das Angebot der teilnehmenden Galerien, sondern auch durch das Sonderausstellungs-Programm. "Global EurAsia" spannt den Bogen zwischen der asiatischen und der westlichen Kunstwelt der Gegenwart. Die Kuratorinnen Renate Goldmann und Young Hee Lee (Seoul) haben Arbeiten von 25 Künstlerinnen und Künstlern zusammengetragen. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur der Sparkasse Köln feiert die Fotografen August Sander (1876 bis 1969) und Clifford Ross (Jahrgang 1952). Das "mai" (inter media art institute) zeigt in einer Sonderschau 25 Jahre lang verschollen gewesene Videokunst der Lyoner Multi-Media-Kooperative "Frigo". Unveröffentlichtes Material zu Blinky Palermo (1943 bis 1977) präsentiert das Zentralarchiv des Internationalen Kunsthandels (ZADIK). Längst Tradition ist der Auftritt der Kunsthochschule für Medien (KHM).
Berlin: Olaf Hajek
Die Berliner Galerie Galerie Johanssen eröffnet am 11. April einen neuen Ausstellungsraum in der Gormannstraße in Berlin-Mitte mit einer Einzelausstellung der narrativen Bilderzählungen des Berliner Illustrators Olaf Hajek (Jahrgang 1965).
Schwerin: Jean-Baptiste Oudry
Nein, die spinnen nicht, die Schweriner, auch wenn dort ein kollektiver Wahn ausgebrochen ist, die "Claramanie". Man könnte es auch "Rhinomanie" nennen, denn Clara ist ein Nashorn. Ein ziemlich altes: Der Tiermaler Jean-Baptiste Oudry (1686 bis 1755) hat das Rhinozeros mit Namen Clara in Originalgröße porträtiert, es gehörte einst Herzog Christian Ludwig II. von Mecklenburg-Schwerin und landete irgendwann lädiert in einem Abstellraum. Jetzt ist es – prächtig restauriert – endlich in einer wunderschönen Oudry-Ausstellung im Staatlichen Museum zu sehen (12. April bis 27. Juli). Vor Freude sind die Schweriner völlig aus dem Häuschen und lassen sich die Liebe zum Nashorn was kosten: Für 1500 Euro kann man ein zwei Meter langes Exemplar aus Polyesterharz erstehen, es bemalen lassen oder selbst bepinseln. Richtig: Bunte Pappkameraden sind nicht der letzte Schrei. In Berlin steppt der Bär, in Aachen sind’s die Pferde, Hamburg ist gleich doppel geschlagen: In der Innenstandt schleppen popbunte Hans Hummels ihre Polyestereimer, an der feinen Außenalster grasen Plastikkühe – was soll’s den Schwerinern da besser gehen?
Hamburg: "Triennale für Photographie"
Initiiert vom Fotografen F. C. Gundlach findet vom 11. bis 20. April in Hamburg die vierte "Triennale für Photographie" statt. Zum ersten Mal wurde auf ein Motto verzichtet. Die Hauptausstellung in den Deichtorhallen (18. April bis 31. August) feiert Gundlachs fotografisches Werk aus über 40 Jahren – insgesamt gibt es an verschiedenen Orten 86 Ausstellungen, zum Teil mit Symposien und Diskussionen.
