Off-Spaces: Wonderloch Kellerland

Berlin/Los Angeles

Off-Spaces: Wonderloch Kellerland
Installationsansicht "Best of Invites", Wonderloch Kellerland Berlin, 2010

OFF-SPACES: WONDERLOCH KELLERLAND

Trainingslager der Subkultur: In der Serie "Off-Spaces" präsentiert art alternative Kunstorte. Diesmal: das Wonderloch Kellerland

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

Das war die Gruppenausstellung "Wiener Innen Aussen", kuratiert von Stefan Bidner und Elke Krystufek. Stefan ist ein sexy Kurator und Elke eine coole Künstlerin.

Und der größte Misserfolg?

Das war die Ausstellung "Zuschütten!" Die Wandmalereien des "Fahrerbunkers", Berlin. Vermutlich deswegen kein Straßenfeger, weil Nazi-Malereien out sind.

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielte?

Wir würden gerne eine Auswahl an Kunstwerken aus den Sammlungsbeständen Ludwigs II. von Bayern zeigen, des größten Kellerloch-Künstlers überhaupt.

Ihre Philosophie beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz?

Man muss als Künstler – wie Lewis Carrolls Alice – durch Hasenlöcher oder Kellerlöcher, um ins Wunderland zu gelangen, um neu zu erblühen, frische Kräfte frei zu setzen.

Was ist Ihre Motivation einen solchen Off-Space zu betreiben?

Einerseits wollen wir das zeigen, was man sonst selten oder gar nicht zu sehen bekommt, wie z.B. in "Best of Invites", wo gestaltete Einladungskarten und Poster von/mit hunderten von Künstlern zu sehen waren. Andererseits interessiert uns der internationale Austausch zwischen uns Künstlern.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Nach den weltweit anerkannten Kellerloch-Kriterien, als da wären: Eigenwilligkeit, ein gewisses Maß an kommerziellem Misserfolg, vernachlässigtes bis brisantes Material oder ähnliche Spezialitäten. Und natürlich nach den Wonderland-Zielen, wie zum Beispiel künstlerischer Erfolg, allgemeine Relevanz oder kommerzielle Verwertbarkeit.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Das ist schwer zu beantworten, weil das hier vermutlich der Normalfall ist. Grundsätzlich ist die Organisation an sich schon recht abenteuerlich mit Null Budget. Aber zum Beispiel das "Templeloch Space Clearing" von Bettina Sellmann – eine übrigens rein transzendente Ausstellung oder ein leerer Raum – war für den ein oder anderen schon etwas gewöhnungsbedürftig.

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Freiheit – wieso aufhören?

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Wir sind und bleiben Künstler, im Fall Wonderloch Kellerland ein Label, das einen bestimmten Geist transportiert. Die Enkel von Dostojewski, Lewis Carroll und Aleister Crowley. Das ist an keinen bestimmten Ort gebunden, es prägt ihn aber und macht ihn zu dem, was er dann ist.

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Endlich mit der "Wonderloch" in See zu stechen. Der eine kann segeln, der andere war bei der Marine – das ist bestimmt hilfreich. Nächster Halt: Bermuda-Dreieck.

Die Fragen beantworteten: René Luckhardt (Wonderloch Kellerland Berlin) und Hans-Peter Thomas (Wonderloch Kellerland Los Angeles)

Gründungsjahr: Wonderloch Kellerland Berlin: 2010, Wonderloch Kellerland Los Angeles: 2011
Leitung: WK Berlin: René Luckhardt / WK LA: Hans-Peter Thomas
Wie viele Helfer: 0
Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: unbegrenzt
Ausstellungsfläche: WK Berlin: 60 qm / WK LA: 100 qm
Altersdurchschnitt der Besucher: bisher 5 – 80 Jahre
Jahresbudget: 0

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