Gib mir Fünf!

Die Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche
Marcnesium: "St. Georg 03"

DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Unsere neue Serie "Gib mir Fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Diese Woche empfiehlt art-Autorin Anna Lena Schanz eine Mischung aus heiligem Antonius, Mangas und einem bizarren Bandauftritt im Münchner Haus der Kunst
// ANNA LENA SCHANZ

Ausstellung: "Los Fotos"
Vier Jungs, vier Milieus: Marcnesium, Trevelen, JDMT und Ruedi One fotografieren in Dokumentationscharakter den Hamburger Hansaplatz, Streetgangs in Los Angeles, schwingende Hüften in Jamaika und die Graffitiszene. Dabei entstehen intime, stimmungsvolle Bilder, die direkt aus dem Leben gegriffen sind. Das Skurrile an der Ausstellung: Ein Raum ist bis auf eine gemütliche Sitzmöglichkeit komplett leer geräumt. Lediglich im Fensterrahmen leuchtet die Diaprojektion von Marcnesiums Fotografien des Hansaplatzes. Bis zum 2. März zeigt die Vicious Gallery "Los Fotos" in der Lerchenstraße 28 in Hamburg.

Ausstellung: "Luc Tuymans – Wenn der Frühling kommt"
Mit einer bizarren Vernissage wird am 1. März die Retrospektive Luc Tuymans eröffnet, nämlich mit düsterem, energetischen Rock der belgischen Band "Monky Pussy". Und kein geringerer als Tuymans selbst unterstützt den exzentrischen Musiker, Performer und Leadsänger der Band Dimitri Brusselmans. Ob der Abend rockte, lesen Sie nächste Woche auf art-magazin.de. Und die fröstelnden Bilder Tuymans sind bis zum 12. Mai im Haus der Kunst in München zu sehen.

Ausstellung: "Mangamania. Comic-Kultur in Japan 1800 - 2008" und "Anime! High Art – Pop Culture"
In eine fantasievolle Welt taucht man derzeit in Frankfurt ein: Vom ersten comichaften Holzschnitt aus dem 19. Jahrhundert bis hin zum massenhaft produzierten Trash-Manga. Von Animes, den japanischen Animationsfilmen, aus den Siebzigern über "Die Biene Maja" bis hin zu deutschen Erstaufführungen. Im Museum für Angewandte Kunst zeigt ein Raum wie zeitgenössische japanische Kunst auf das Phänomen Manga eigenwillig reagiert. Und wer eine Pause einlegen will, kann sich zum gemütlichen Schmökern in die, natürlich mit Mangas bestückte, Leselounge zurückziehen. "Mangamania. Comic-Kultur in Japan 1800-2008" bis zum 25. Mai im Museum für Angewandte Kunst. "Anime! High Art – Pop Culture" bis zum 3. August im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt.

Ausstellung: "Schrecken und Lust. Die Versuchung des heiligen Antonius"
Der Besuch in der chronologisch gehängten Ausstellung wird zum wahren Detektivspiel: Hier guckten die Surrealisten ab, dort holte sich George Lucas für seine Luftkämpfe bei "Star Wars" Inspiration. Bizarre Landschaften, fürchterliche Dämonen, sexuelle Verführung und lasziv-schaurige Schönheiten ziehen den Betrachter in den Bann zwischen Wunsch- und Alptraum. Doch warum berühren uns die teilweise über 500 Jahre alten Bilder so stark? In ihnen spiegeln sich unsere elementarsten Gefühle, wie Begehren und Angst wider – und sind deshalb, heute wie damals, brandaktuell. Bis zum 18.05.2008 im Bucerius-Kunst-Forum in Hamburg.

Ausstellung: "Mommartzfilm"
Die letzte Chance, die experimentellen Filme von Lutz Mommartz in den Kunst-Werken Berlin zu sehen, sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. In Interaktion mit der Kamera und den Menschen entstehen ironisch komische und völlig abgedrehte Kurzfilme. Noch bis zum 9. März in den KW Institute for Contemporary Art in Berlin.

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