Ausgabe: 09 / 2003
Seite: 116

Durchbruch in München

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Architektur: Coop Himmelb(l)au baut Kunstakademie

Daran hatte in München kaum noch jemand geglaubt: Elf Jahre nach dem Wettbewerb für den Erweiterungsbau der Münchner Akademie der Bildenden Künste wurde jüngst der Grundstein gelegt. Westlich der dreiflügeligen historistischen Anlage von Gottfried von Neureuther, deren Restaurierung noch nicht abgeschlossen ist, entsteht an der Ecke von Akademie- und Türkenstraße der Erweiterungsbau der Architektengruppe Coop Himmelb(l)au.

Die Wiener entwarfen drei ineinander verschränkte Baukörper, die sich um einen verglasten Innenhof gruppieren und durch diagonal verlaufende Rampen und Stege verbunden werden. Der Bau soll 2005 fertig gestellt sein und wird rund 20 Millionen Euro kosten. "Und das bei einem generellen Baustopp in Bayern", begeistert sich Akademierektor Ben Willikens. Obwohl der Maler in München gern als Partylöwe tituliert wird, gelang es ihm seit seinem Amtsantritt 1999, ein positives Klima für die belächelte und als Chaos-Club geschmähte Akademie zu schaffen - nicht zuletzt durch die von ihm gegründete "Stiftung Kunstakademie München".

Willikens versteht denn auch die aufkommende Kritik an dem Neubau nicht: "Die Gegner, die jetzt aufkreuzen, kennen sowieso nur das vor elf Jahren gefertigte Modell."

Es gibt jetzt ein neues, zimmergroßes Modell. An dem lässt sich für Willikens erkennen, dass der Bau "beruhigt wurde, jedenfalls keine anarchische Dekonstruktion" sei, wie gelästert werde.

Für Willikens steht fest: "Der Neubau wird architektonisch die Verbindung zur Pinakothek der Moderne herstellen und aus der Maxvorstadt den Muff der fünfziger Jahre vertreiben."

Bild(er):

Bild: Coop Himmelb(l)au: Erweiterung der Münchner Kunstakademie (Modell)