Ausgabe: 10 / 2009
Seite: 126-139

Die schönsten Umwege zur Kunst in Berlin

Von Kito Neto

Museen, Ausstellungsräume, Galerien, Auktionshäuser: Wo es sich in den Bezirken Mitte, Schöneberg/Kreuzberg und Charlottenburg lohnt, auf Entdeckungstour zu gehen

Berlin, sagt der Architekt Philipp Oswalt, ist eine "Stadt ohne Form". Weder ist die Hauptstadt Produkt großer architektonischer Pläne noch eine organisch gewachsene Struktur. Statt dessen herrscht der ewige Kreislauf des Erfindens, Zerstörens und Aufbauens. Da wo heute etwas ist, kann also morgen schon nichts mehr sein und umgekehrt. Dass das Chaos dazugehört, zeigen alle Versuche der Politik, die Stadt zu ordnen: Sie enden doch wieder in neuer Grobschlächtigkeit.

Die Kunst jedenfalls ist bislang noch immer inspiriert von so viel Unvollendung wie Unförmigkeit - und erschließt sich neue Orte in bisher kaum gekannten Gegenden.

Die folgenden Seiten sollen zeigen, was die Kunststadt Berlin im Moment zu bieten hat. Auf eine fertige Gebrauchsanleitung haben wir lieber verzichtet. Stattdessen erhalten Sie eine Unmenge an Hinweisen, wo es sich besonders lohnt, auf Entdeckungstour zu gehen: unweit von Bauhaus- Archiv und Neuer Nationalgalerie, in der Gegend um die Kurfürstenstraße etwa, die sich gerade als Platz für junge, doch sehr professionelle Galerien etabliert, oder im Bereich um den Checkpoint Charlie, der mit den Galerienhäusern in der Rudi-Dutschke-Straße und in der Lindenstraße derzeit die höchste Dichte an Ausstellungsorten bietet, ebenso in der Halle am Wasser gleich hinter dem Hamburger Bahnhof. Und natürlich in den großen Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin, auf der Museumsinsel und am Potsdamer Platz, weltberühmt für die Schätze in ihren Sammlungen, genauso wie in den Kunstvereinen und nicht zuletzt in den vielen privaten Sammlungen, die ihr Domizil in der Hauptstadt gefunden haben.

Nur die Lust, die Stadt zu den eigenen Bedingungen zu entdecken, schützt vor Erfahrungen aus zweiter Hand. Und nirgendwo lässt es sich schöner scheitern als hier. Sich stilvoll zu verlaufen hat auch etwas. Sie wissen schon: Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

Mitte MUSEEN Museumsinsel (alle Häuser)

Tel. (0 30) 20 90 55 77 Alte Nationalgalerie 1 Bodestraße 1-3, Di-So 10-18, Do 10-22 Wer die deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts kennen lernen möchte, muss den schön restaurierten Tempel auf der Museumsinsel besuchen: So viele Hauptwerke von Caspar David Friedrich, Carl Blechen oder Adolph Menzel gibt es nirgendwo sonst zu sehen. Dazu kommt ein erlesener Bestand französischer Gemälde.

Altes Museum 2 Am Lustgarten, Mo-So 10-18, Do 10-22 Mit der Säulenfront von Berlins frühestem öffentlichen Museum hat Karl Friedrich Schinkel 1830 ein Meisterwerk des Klassizismus geschaffen. Die Antikensammlung zeigt Skulpturen und Keramik aus griechischer und römischer Zeit; eine Ausstellung im Obergeschoss veranschaulicht die Pläne für ein "Humboldt- Forum" im geplanten Nachbau des Stadtschlosses.

Bode-Museum 3 Monbijoubrücke, Di-So 10-18, Do 10-22 Der Neobarockbau an der Nordspitze der Museumsinsel zeigt in eindrucksvollen historistischen Raumfolgen Deutschlands vorzüglichste Skulpturensammlung mit Werken vom frühen Christentum bis zum beginnenden Klassizismus.

Zu den Schwerpunkten zählen Spätmittelalter und Frührenaissance in Italien sowie die deutsche Spätgotik mit der Dangolsheimer Madonna des Nikolaus Gerhaert von Leyden und vielen Werken Tilman Riemenschneiders.

Eine Reihe von Gemälden ergänzt die Präsentation.

Auch das Münzkabinett ist hier untergebracht.

Neues Museum 4 Bodestraße 1-3, Di-So 10-18, Do 10-22 David Chipperfield hat den schwer kriegszerstörten Bau des Schinkel-Schülers Friedrich August Stüler wieder hergerichtet. Ab dem 17. Oktober sind darin die Bestände des Museums für Vor- und Frühgeschichte und des Ägyptischen Museums zu sehen (siehe Bericht ab Seite 36).

Pergamonmuseum 5 Am Kupfergraben 5, Di-So 10-18, Do 10-22 Der Bau von Alfred Messel und Ludwig Hofmann sprengt alle Maßstäbe. Die Sammlung ebenfalls - mit dem hellenistischen Pergamon- Altar, dem Ischtar-Tor aus Babylon, dem Markttor der römischen Kolonie Milet und der Fassade des frühislamischen Wüstenschlosses von Mschatta steht hier der wohl eindrucksvollste Bestand von Originalarchitektur in einem Museum überhaupt.

Die Sanierung des Gebäudes, das sich Antikensammlung, Vorderasiatisches Museum und Islamisches Museum teilen, wird sich noch über viele Jahre hinziehen.

Kulturforum (alle Häuser)

Tel. (0 30) 2 66 42 30 40 Gemäldegalerie und Kupferstichkabinett 6 Matthäikirchplatz Di-So 10-18, Do 10-22 Fast alle großen europäischen Malerschulen vom Spätmittelalter bis zum Rokoko sind hier mit vortrefflichen Werken vertreten.

Besonders begeistern die Kabinette mit frühen Italienern von Giotto bis zum jungen Raffael, die beiden Rembrandt-Säle sowie die Sammlung alter Niederländer, die mit drei Triptychen von Rogier van der Weyden zur Weltspitze zählt. Das benachbarte Kupferstichkabinett ist mit über 650 000 Druckgrafiken und Handzeichnungen ebenso herausragend (Di-Fr 10-18, Do 10-22, Sa, So 11-18).

Kunstgewerbemuseum 7 Matthäikirchplatz, Di-Fr 10-18, Sa, So 11-18 Die kostbare Kunsthandwerkssammlung reicht von mittelalterlichen Kirchenschätzen über das Lüneburger Ratssilber bis zu Mode und aktuellem Design. Ein Großteil der Renaissance-, Barock- und Rokokobestände ist in Schloss Köpenick ausgestellt (Schlossinsel 1, Tel. (0 30) 65 66 17 49, Di-So 10-18).

Neue Nationalgalerie 8 Potsdamer Straße 50, Di-So 10-18, Do 10-22, Fr, Sa 10-20 Der edle Glasquader mit den im Sockelgeschoss verborgenen Schauräumen ist ein Spätwerk von Ludwig Mies van der Rohe.

Eigentlich sind hier die ansehnlichen Bestände der Staatlichen Museen aus der Klassischen Moderne untergebracht, mit zentralen Werken von Max Beckmann, Otto Dix, Max Ernst und Barnett Newman. Doch sie werden oft durch Sonderausstellungen verdrängt, so jetzt bis 22. November durch die Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch mit den Schwerpunkten Surrealismus und Abstraktion.

Bauhaus-Archiv 9 Klingelhöferstraße 14, Tel. (0 30) 2 54 00 20, Mi-Mo 10-17 Das Haus ist selbst ein Ausstellungsstück:

Vom Bauhaus- Gründer Walter Gropius in den sechziger Jahren entworfen, wurde es 1979 eingeweiht. Die Dauerausstellung (bis Oktober geschlossen) gibt einen Überblick über die berühmteste deutsche Kunstschule des 20. Jahrhunderts an ihren drei Standorten Weimar, Dessau und Berlin, Sonderschauen stellen einzelne Themen, Lehrer oder Schüler in den Mittelpunkt.

Hamburger Bahnhof 10 Invalidenstraße 50/51, Tel. (0 30) 39 78 34 39, Di-Fr 10-18, Sa 11-20, So 11-18 Der seit über 100 Jahren stillgelegte Bahnhof ist mit seinen Anbauten das Haus der Staatlichen Museen für Kunst ab 1960. Dass dort in wechselnden Präsentationen Hauptwerke von Joseph Beuys, Anselm Kiefer, Bruce Nauman, Robert Rauschenberg oder Andy Warhol gezeigt werden können, liegt vor allem an den Dauerleihgaben aus den Sammlungen von Erich Marx und Friedrich Christian Flick.

AUSSTELLUNGSRÄUME Haus der Kulturen der Welt 11 John-Foster-Dulles-Allee 10, Tel. (0 30) 39 78 70, Mi-Mo 11-19 Das 1957 errichtete Kongresszentrum im heutigen Regierungsviertel - auch "Schwangere Auster" genannt - ist seit 20 Jahren nicht nur ein Ort für bildende Kunst, sondern auch für Musikveranstaltungen, Literatur, darstellende Künste, Film und digitale Medien.

Den Bereich Bildende Kunst leitet seit 2008 die Amerikanerin Valerie Smith, die in New York am Queens Museum of Art als Ausstellungsdirektorin tätig war.

Austragungsort des Medienkunstfestivals Transmediale.

Akademie der Künste 12 Pariser Platz 4, Tel. (0 30) 20 05 70, Di-So 11-20 Der Akademie-Neubau von Günter Behnisch am Traditionsstandort Pariser Platz gab Anlass für heftige Diskussion, ob der Bau mit seiner Glasfassade zweckgerecht sei. Mittlerweile hat man sich arrangiert.

Es finden sehenswerte Ausstellungen statt, wie "Übergangsgesellschaft" mit Fotografie aus der DDR der achtziger Jahre, kuratiert von Matthias Flügge und Thomas Heise. Die alte Tiergarten-Adresse im Hansaviertel (Hanseatenweg 10) wird weiterhin mit interessanten Projekten bespielt.

Schering-Stiftung 13 Unter den Linden 32-34, Tel. (0 30) 20 62 29 65, Mo-Sa 11-18 Dieser Raum, eingerichtet von der Schering-Stiftung des gleichnamigen Pharmakonzerns, wurde im Juli dieses Jahres mit einer Installation von Carsten Nicolai eröffnet. Projekte zu Kunst und Wissenschaft sollen in Zukunft Leben in den Bürobau an der Touristenmeile zwischen Brandenburger Tor und Friedrichstraße bringen.

Deutsche Guggenheim 14 Unter den Linden 13-15, Tel. (0 30) 2 02 09 30, Mo-So 10-20, Do 10-22 Die Berliner Dependance der New Yorker Guggenheim Foundation wird gemeinschaftlich mit der Deutschen Bank betrieben.

Großartige Ausstellungen haben den Ausstellungsraum seit Eröffnung 1997 im Berliner Kunstgeschehen verankert: etwa Rachel Whitereads Abguss eines Londoner Treppenhauses, ein Rudel präparierter Wölfe des chinesischen Künstlers Cai Guo-Qiang oder Gerhard Richters Graubilder.

Temporäre Kunsthalle Berlin 15 Schlossplatz, Tel. (0 30) 25 76 20 40, Mo-So 11-18, Sa 11-21 Dieser auf zwei Jahre angelegte Ausstellungsort mit einer Fläche von 600 Quadratmetern geht auf eine Initiative der Künstlerin Coco Kühn und der Eventmanagerin Constanze Kleiner zurück. Im ersten Jahr wurden Einzelschauen etwa von Candice Breitz oder Katharina Grosse gezeigt. Nun folgen Gruppenausstellungen.

About Change Collection 16 Am Kupfergraben 10, Tel. (0 30) 20 69 69 55, Sa 11-16, nur nach Voranmeldung Seit 2007 zeigt die Medienunternehmerin Christiane zu Salm im obersten Geschoss des Sammler- und Galerienhauses von David Chipperfield Teile ihrer Sammlung.

Ausstellungsraum Bastian 17 Am Kupfergraben 10, Tel. (0 30) 20 67 38 40, Do, Fr 11-17, Sa 11-16 Keine Sammlung, keine Galerie - Heiner Bastian, ehemaliger Mitarbeiter von Joseph Beuys, Kunsthändler und Berater des Sammlers Erich Marx, will sich nicht festlegen. Also "nur" ein Raum für die Werke großer Künstler der Gegenwart:

Beuys, Rauschenberg, Hirst. Bis 23. Januar 2010 werden Fotografien von Wim Wenders gezeigt.

Boros Collection 18 Reinhardtstraße 20, Tel. (0 30) 27 59 40 65, nur nach Voranmeldung Mit der Präsentation seiner Sammlung zeitgenössischer Kunst in einem umgebauten Luftschutzbunker gelang Christian Boros, dem Inhaber einer Wuppertaler Werbeagentur, das fast Unmögliche: die Verbindung zwischen der dunklen Geschichte der ehemaligen Reichshauptstadt und dem aufgekratzten Hier-und- Jetzt-Gefühl der Berliner Republik. Kunst von Sarah Lucas, Olafur Eliasson, Anselm Reyle, Elmgreen & Dragset oder Santiago Sierra bildet den Kern dieser Sammlung.

Neuer Berliner Kunstverein 19 Chausseestraße 128/129, Tel. (0 30) 2 80 70 20, Di-So 12-18, Do 12-20 1969 gegründet, seit 1994 mit Sitz an der Chausseestraße, zeichnet sich das Haus durch Vermittlungsarbeit von zeitgenössischer Kunst aus. Unter dem neuen Direktor Marius Babias hat es seit 2008 merklich an Profil gewonnen. Bis 18.

Oktober werden Film- und Videoarbeiten der Documenta- 12-Teilnehmerin Hito Steyerl gezeigt.

IfA-Galerie Berlin 20 Institut für Auslandsbeziehungen e.V., Linienstraße 139/140, Tel. (0 30) 22 67 96 16, Di -So 14 -20, Sa 12 -20 Der interkulturelle Austausch ist das Ziel dieser Zweigstelle des in Stuttgart beheimateten Instituts. Mit thematischen Ausstellungen ist es der Platz in Berlin für Entdeckungen von zeitgenössischer Kunst, Fotografie, Architektur und Design aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa.

C/O Berlin 21 International Forum for Visual Dialogues, Oranienburger Straße 35/36, Tel. (0 30) 28 09 19 25, Mo-So 11-20 Nachdem die Deutsche Post Mitte der neunziger Jahre das ehemalige Kaiserliche Postfuhramt verlassen hatte, diente der Prachtbau diversen kulturellen Zwischennutzungen.

Das heute hier ansässige Zentrum für Fotografie und Film holt spektakuläre Ausstellungen nach Berlin, wie etwa die Werkschau von Annie Leibovitz oder eine Retrospektive der Franzosen Pierre et Gilles (bis 4. Oktober).

Kunst-Werke Berlin e.V.

22 Auguststraße 69, Tel. (0 30) 2 43 45 90, Di-So 12-19, Do 12-21 Die Anfang der neunziger Jahre gegründeten Kunst- Werke hatten großen Anteil an der Etablierung von Berlin-Mitte als Spielfeld der internationalen Gegenwartskunst.

Nach Sanierung und Wiedereröffnung 1999 wurde die Institution mit dem Glaspavillon-Café von Dan Graham zum populärsten Ort für zeitgenössische Kunst in der Hauptstadt.

Für das Programm ist seit 2007 Susanne Pfeffer verantwortlich. Die KW sind Ausrichter und Ort der Berlin- Biennale.

Sammlung Hoffmann 23 Sophienstraße 21, Tel. (0 30) 28 49 91 20, nur nach Voranmeldung In den restaurierten Sophie- Gips-Höfen zeigt Erika Hoffmann in Privaträumen eine exquisite Sammlung zeitgenössischer Kunst - in wechselnden Präsentationen von Bruce Nauman bis Fang Lijun. Seit 2007 existiert zudem das "Souterrain": der Projektraum der Mitarbeiter der Sammlung.

Aedes am Pfefferberg 24 Christinenstraße 18/19, Tel. (0 30) 2 82 70 15, Di-Fr 11-18.30, Sa-So 13-17 Gegründet 1980 in Charlottenburg als erste private Architekturgalerie Europas, befindet sich Aedes heute am Prenzlauer Berg. Hier zeigt man Zaha Hadid oder Daniel Libeskind und kümmert sich um Themen der Stadtplanung.

Schürmann Berlin 25 Weydingerstraße 10, Fr-Sa 16-19 Im Frühjahr 2006 mietete Wilhelm Schürmann die ehemaligen Räume der Galerie Johann König für die Präsentation seiner Sammlung mit Werken von Jason Rhoades, Jeff Koons oder Wolfgang Tillmans.

Haubrokshows 26 Strausberger Platz 19, Tel. (0 30) 80 61 92 87, Sa 12-18 Das Sammlerpaar Axel und Barbara Haubrok schätzt zeitgenössische Konzeptkunst ohne Kompromisse, was auch am Programm in den ehemaligen Räumen des Ostberliner Hauses des Kindes ablesbar ist.

Nolde-Stiftung Seebüll 27 Jägerstraße 55, Tel. (0 30) 40 00 46 90, Mo-So 10-19 Die Nolde-Stiftung Seebüll eröffnete im September 2007 eine Dependance am Gendarmenmarkt. In wechselnden Ausstellungen werden Werke des Expressionisten gezeigt, dessen Biografie eng mit Berlin verknüpft ist, wo er viele Jahre im Winter lebte und arbeitete.

TANAS 28 Heidestraße 50, Tel. (0 30) 89 56 46 10, Di-Sa 11-18 Mit dem Projektraum Tanas sollen Entwicklungen der zeitgenössischen türkischen Kunst präsentiert werden.

Bis 28. November stellt Esra Ersen zum ersten Mal in Berlin Videos, Installationen und Fotografie aus.

GALERIEN Galerie Max Hetzler 29 Osram-Höfe, Oudenarder Straße 16-20, Tel. (0 30) 2 29 24 37, Di-Sa 11-18 Der Anfang der Neunziger von Köln nach Berlin gezogene Galerist konzentriert sich nun auf seine Adresse im Wedding. Dass sich der Projektraum hervorragend für Bespielungen mit musealem Charakter eignet, haben Ernesto Neto, Albert Oehlen oder Mona Hatoum bereits bewiesen.

Galerie Guido W.

Baudach 30 Osram-Höfe, Oudenarder Straße 16-20, Tel. (0 30) 28 04 77 27, Di-Sa 12-18 Thomas Zipp, Andreas Hofer und André Butzer - die Galerie wird meist mit ausdruckstarker und oft düsterer Malerei assoziiert.

Doch nun ergänzt er sein Programm in einer Fabriketage im Wedding: Im Herbst zeigt er Erik van Lieshout.

Haunch of Venison Berlin 31 Heidestraße 46, Tel. (0 30) 39 74 39 63, Di-Sa 11-18 2007 verkauften Harry Blain und Graham Southern ihre Galerie in der Londoner Bond Street an das Auktionshaus Christie's. Beeindruckend bleibt die globale Aufstellung in Zürich, New York und Berlin sowie die lange Künstlerliste, darunter Bill Viola, Dan Flavin oder Richard Long.

Hamish Morrison Galerie 32 Heidestraße 46-52, Tel. (0 30) 28 04 05 77, Di-Sa 11-18 Auf der jungen Kunstmeile hinter dem Hamburger Bahnhof war Hamish Morrison 2006 einer der Ersten.

Seine 650 Quadratmeter Ausstellungsfläche bespielt er auf hohem Niveau mit vorwiegend in Berlin lebenden Künstlern wie Ronald de Bloeme oder Sophia Schama.

Fruehsorge 33 Contemporary Drawings, Heidestraße 46-52, Tel. (0 30) 28 09 52 82, Di-Sa 11-18 Wo andere mit Skulpturen und Malerei klotzen oder mit Konzeptkunst hochstapeln, widmet sich Fruehsorge der fragilen Gattung der Zeichnung. In Einzelpräsentationen mit Künstlern wie Frank Badur oder Claude Heath und vor allem in Gruppenausstellungen arbeitet er konzentriert daran, die Zeichnung wieder ins Blickfeld zu rücken.

Jarmuschek+Partner 34 Halle am Wasser, Invalidenstraße 50/51, Tel. (0 30) 28 59 90 70, Di-Sa 12-18 Kristian Jarmuschek ist einer der Köpfe der Preview Berlin. Sein Programm ist geprägt durch deutsche wie internationale Positionen von Jakob Roepkes surrealistischer Malerei über poppige Skulpturen von Sophie Schmidt bis zu globalisierungskritischen Interventionen von Dieter Lutsch.

Galerie Loock/ Wohnmaschine 35 Halle am Wasser, Invalidenstraße 50/51, Tel.(0 30) 3 94 09 68 50, Di-Sa 11-18 Friedrich Loock hat den von Le Corbusier entlehnten Titel seiner Galerie von seinem alten Standort in der Tucholskystraße in einen ehemaligen Industriebau hinter dem Hamburger Bahnhof mitgenommen.

Dort hat er mit anderen Galeristen und einer privaten Sammlung im Sommer 2008 das neue Kunstquartier "Halle am Wasser" gegründet.

Andersen's Contemporary 36 Halle am Wasser, Invalidenstraße 50/51, Tel. (0 30) 30 20 87 60, Di-Sa 11-18 Mitte der neunziger Jahre betrieb Claus Andersen zusammen mit Thilo Heinzmann und Anselm Reyle in Berlin den Projektraum "Andersen's Wohnung".

Dann ging er nach Kopenhagen zurück. Eine Dekade später ist er mit einer größeren White-Cube-Dependance wieder an der Spree.

Arndt & Partner 37 Halle am Wasser, Invalidenstraße 50/51, Tel. (0 30) 2 06 13 87 50, Di-Sa 11-18 Bis vor kurzem residierte die Galerie auf zwei Etagen in der Zimmerstraße. Nun beschränkt sich Matthias Arndt, der neben Größen wie Thomas Hirschhorn, Mathildeter Heijne oder den Klassikern Gilbert & George auch Jungstars wie den Zeichner Ralf Ziervogel vertritt, auf seinen 2008 eröffneten Zweitraum hinter dem Hamburger Bahnhof.

Mehdi Chouakri 38 Edison-Höfe, Invalidenstraße 117, Eingang Schlegelstraße 26, Tel. (0 30) 28 39 11 53, Di-Sa 11-18 Seit 2006 residiert Chouakri in Mitte. Seit Gründung der Galerie 1996 hat er sein Programm konsequent erweitert und vertritt neben John M. Armleder, Sylvie Fleury oder Gerwald Rockenschaub auch Newcomer wie Saâdane Afif, der auf der letzten Documenta vertreten war.

Galerie Neu 39 Philippstraße 13, Tel. (0 30) 2 85 75 50, Di-Sa 11-18, Seit Gründung der Galerie 1995 üben Inhaber Alexander Schröder und Thilo Wermke maßgeblichen Einfluss auf die Berliner Kunstszene aus. Von der Galerie vertretene Künstler wie Daniel Pflumm, Sergej Jensen oder Manfred Pernice genießen internationalen Ruf.

Johnen Galerie 40 Marienstraße 10, Tel. (0 30) 27 58 30 30, Di-Sa 11-18 Nach 20 Jahren in Köln unter dem Namen Johnen + Schöttle war Schluss: Jörg Johnen verlegte 2004 den Hauptsitz seiner Galerie in die Hauptstadt. Am Rande einer Plattenbausiedlung nahe dem Alexanderplatz zeigte er hochkarätige Kunst, unter anderem von Jeff Wall, Thomas Ruff, Candida Höfer oder Rodney Graham. Am 25. September eröffnet er seine neuen Räume in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße mit Arbeiten des slowakischen Künstlers Roman Ondák.

Galerie Christian Ehrentraut 41 Friedrichstraße 123, Tel. (0 30) 44 03 83 85, Di-Sa 11-18 Als die Galerien 2004 wie Pilze aus dem Boden schossen, verließ Ehrentraut die Produzentengalerie Liga, aus der Stars der jungen Leipziger Schule hervorgingen - Tim Eitel, Matthias Weischer, Tilo Baumgärtel oder Martin Kobe. Letzten Januar, in der Krise, eröffnete er eine neue Galerie.

Schwerpunkt Malerei: Martin Kobe und Tilo Baumgärtel sind wieder dabei.

Neugerriemschneider 42 Linienstraße 155, Tel. (0 30) 28 87 72 77, Di-Sa 11-18 Das Programm von Tim Neuger und Burkhard Riemschneider spricht für sich. Zum Künstlerstamm der 1994 gegründeten Galerie zählen Namen wie Franz Ackermann, Sharon Lockhart, Elizabeth Peyton oder Rirkrit Tiravanija. Auch Olafur Eliasson, der 2006 sechs Tonnen isländisches Gletschereis in die Galerie wuchtete, gehört dazu.

Kicken Berlin 43 Linienstraße 155, Tel. (0 30) 28 87 78 82, Di-Sa 14-18 Eine der wichtigen Anlaufstellen für Fotografieinteressierte.

Von Aachen aus startete Rudolf Kicken Mitte der siebziger Jahre seine Galerietätigkeit, die ihn über Köln nach Berlin brachte.

Hier führt er mit seiner Frau eine der renommiertesten Fotogalerien weltweit.

Kuckei + Kuckei 44 Linienstraße 158, Tel. (0 30) 8 83 43 54, Di-Fr 11-18, Sa 11-17 Die Brüder Ben und Hannes Kuckei profilierten sich über fünf Jahre mit der "Galerie vierte Etage" in Wilmersdorf. Seit 1998 befinden sich ihre Räume für ein eher konzeptuelles Programm in Mitte. Ihre Künstler sind mittleren Alters wie der Isländer Hlynur Hallsson oder der preisgekrönte südafrikanische Fotojournalist und Documenta-Teilnehmer Guy Tillim.

Barbara Wien Galerie 45 Linienstraße 158, Tel. (0 30) 28 38 53 52, Di-Fr 13-18, Sa 12-18 Wirklich gute Kunstbuchhandlungen gibt es in Berlin wenige. Der Laden von Barbara Wien gehört dazu.

Während man im Untergeschoss so manche bibliophile Rarität ergattern kann, zeigt Wien auf Straßenlevel Kunst mit Tendenz zum Archiv wie von Peter Piller, Hans-Peter Feldmann oder Fischli und Weiss.

Galerie Eigen + Art 46 Auguststraße 26, Tel. (0 30) 2 80 66 05, Di-Sa 11-18 Gerd Harry Lybke gilt mit seiner vor der Wende in Leipzig gegründeten Galerie als "Vater der Neuen Leipziger Schule". Doch neben Neo Rauch, Tim Eitel oder Matthias Weischer hat Lybke auch konzeptuelle Künstler im Programm: Olaf und Carsten Nicolai, Christine Hill oder Nina Fischer/ Maroan el Sani.

Zwinger Galerie 47 Gipsstraße 3, Tel. (0 30) 28 59 89 07, Di-Fr 14-19, Sa 12-18 Werner Müllers Galerie, die er in den Achtzigern in Kreuzberg gründete, bietet mit dem Zeichner und Filmemacher Heinz Emigholz, der Installationskünstlerin Bettina Allamoda, der Konzeptfotografin Birgit Schlieps oder Käthe Kruse, Ex-Bandmitglied von Die Tödliche Doris, ein intellektuell wie ästhetisch packendes Programm.

Esther Schipper 48 Linienstraße 85, Tel. (0 30) 28 39 01 39, Di-Sa 11-18 2009 ist das Jahr der von Schipper vertretenen Künstler:

Liam Gillick im Deutschen Pavillon in Venedig, Thomas Demand in der Neuen Nationalgalerie und Ceal Floyer, Gewinnerin des Preises der Nationalgalerie für junge Kunst von 2007, in den Kunst-Werken - so ein Triumphzug dürfte selbst für die erfahrene Galeristin, die 1989 in Köln begann, einmalig sein.

Klemm's 49 Brunnenstraße 7, Tel. (0 30) 40 50 49 53, Di-Sa 11-18 Erst hieß die Produzentengalerie "Amerika". Sebastian Klemm hatte sie 2005 mit einigen Absolventen der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst gegründet. Seit November 2007 verstärken neben sieben ehemaligen Leipzigern wie Viktoria Binschtok oder Alexej Meschtschanow die Rijksakademie-Absolventen Gwenneth Boelens und Alon Levin das Programm.

Galerie Birgit Ostermeier 50 Brunnenstraße 10, Tel. (0 30) 27 57 21 40, Mi-Sa 14-18 Mit der Produzentengalerie Diskus hatte Ostermeier ab 2005 maßgeblichen Anteil am Mythos der Brunnenstraße, die sich als eine Experimentierwiese etablierte, wo Sammler und Galeristen auf Entdeckungstour gingen.

Die Galerie war aus einer Initiative von zehn Bildhauern und Installationskünstlern aus der Dresdner Akademie entstanden. Den Schwerpunkt Skulptur hat Ostermeier beibehalten.

Nice & Fit 51 Brunnenstraße 13, Tel. (0 30) 44 04 59 76, Di-Sa 12-18 Helena Papadopoulos kam 2004 von Griechenland via New York nach Berlin. Zunächst betrieb sie ihre Galerie in einer Wohnung am Weinbergsweg. 2006 mietete sie einen Laden in der Brunnenstraße, wo es immer viel zu entdecken gab, etwa die Bilder des Malers Norbert Witzgall oder die Installationen von Sophie- Therese Trenka-Dalton.

Feinkost/Aaron Moulton 52 Bernauer Straße 71/72, Tel. 0 17 21 84 97 32, Mi- So 11-19 Der Amerikaner Aaron Moulton, der nach Jobs bei Gagosian in New York sowie der Mailänder Kunstzeitschrift "Flash Art" 2007 nach Berlin kam, zeigt in seinem Kunstbungalow politisch aufgeladene Kunst und thematische Gruppenausstellungen.

Galerie Lena Brüning 53 Almstadtstraße 50, Tel. (0 30) 30 36 66 77, Di-Sa 13-18 Als Enkelin der rheinischen Galeristenlegende Alfred Schmela ist Lena Brüning mit dem Kunstbetrieb bestens vertraut. Ihr kleiner Raum befindet sich am Rande der Galerienballung um den Rosa-Luxemburg- Platz. Mit der polnischen Installationskünstlerin und Bildhauerin Alicja Kwade bewies sie ihr Gespür für zeitgenössische Tendenzen.

Galerie Kamm 54 Rosa-Luxemburg-Straße 45, Tel. (0 30) 28 38 64 64, Di-Sa 11-18 Als Joanna Kamm in den neunziger Jahren in der Berliner Kunstszene reüssierte, nannte sie ihren Laden "S.S.K." - für "Sammeln Sie Kunst". Ihre Galerie zeigt konzeptuelle Positionen, die mal leichtfüßig, wie die Aquarelle von Pavel Pepperstein, mal grafisch wie bei Annette Kisling, dann wieder kantig wie die Konzept-Fotografien von Ulrike Feser daherkommen.

Magnus Müller 55 Weydingerstraße 10-12, Tel. (0 30) 39 03 20 40, Di-Sa 12-18 Sönke Magnus Müller zeigt am Rande des Rosa-Luxemburg- Platzes ein Portfolio zeitgenössischer Kunst, darunter Werke von Piotr Nathan (siehe Seite 22).

Galerie Christian Nagel 56 Weydingerstraße 2-4, Tel. (0 30) 40 04 26 41, Mo-Fr 11-19, Sa 11-18 Sieben Jahre nach der Eröffnung des Berliner Standorts hat Christian Nagel seine Tätigkeit in der Hauptstadt ausgeweitet. So engagiert sich der zwischen Köln und Berlin pendelnde Galerist mit benachbarten Galeristen für die künstlerische Belebung des Rosa- Luxemburg-Platzes. Daneben zeigt er Künstler wie Martha Rosler, Andrea Fraser oder Clegg & Guttmann.

Galerie Olaf Stüber 57 Max-Beer-Straße 25, Tel. (0 30) 28 38 63 12, Di-Sa 13-18 Stübers Interesse gilt Künstlern, die mit dem Medium Video arbeiten, wie Stefan Panhans. Aber auch anderes hat Platz im Programm, etwa die Linolschnitte, die Thomas Kilpper Anfang 2009 in den Fußboden der ehemaligen Staatssicherheitszentrale in der Normannenstraße fräste.

Kuttner Siebert Galerie 58 Rosa-Luxemburg-Straße 16, (0 30) 28 04 22 90, Di-Sa 11-18 Tobias Kuttner und Matthias Siebert gehörten zu den Ersten, die Anfang des Jahrtausends rund um die Volksbühne ein Kunstareal erschlossen. Die Mitbegründer der Kunstmesse Preview Berlin vertreten Maler wie Ina Bierstadt und Olaf Quantius oder den Installationskünstler Stefan Roigk.

Alexander Ochs Galleries 59 Sophienstraße 21, Tel. (0 30) 28 39 13 87, Di-Fr 10-18, Sa 11-18 Der kulturelle Austausch zwischen Asien und dem Westen bestimmt die Arbeit des Galeristen, dessen Standorte mit Galerien in Peking und Berlin deutlich machen, wie globalisiert der Kunstbetrieb geworden ist.

Sprüth Magers Berlin 60 Oranienburger Straße 18, Tel. (0 30) 28 88 40 30, Di-Sa 11-18 Im vergangenen Herbst schlossen Monika Sprüth und ihre Partnerin Philomene Magers ihre Galerien in Köln und München und zogen nach Berlin, in turnhallengroße Räume in der Nähe des Hackeschen Marktes.

Trotz großer Konkurrenz wird ihnen, die Stars wie Andreas Gursky, Rosemarie Trockel und Cindy Sherman vertreten, in der Hauptstadt wohl die Rolle eines Big Players zukommen.

Galerie Eva Poll 61 Garnisonkirchplatz/Anna- Louisa-Karsch-Straße 9, Tel. (0 30) 2 61 70 91, Di-Fr 11-18, Sa 11-16 Mit über 40 Jahren Ausstellungstätigkeit ist Poll eine Grande Dame der Berliner Galeristenzunft. 1968 eröffnete sie ihre erste Galerie in der Charlottenburger Niebuhrstraße. Nach einem Intermezzo am Kurfürstendamm folgten 30 Jahre in einer Beletage am Lützowplatz.

Am 18. September eröffnet die Verfechterin figurativer und realistischer Kunst neue Räume in Mitte.

Contemporary Fine Arts 62 Am Kupfergraben 10, Tel. (0 30) 2 88 78 70, Di-Fr 11-18, Sa 11-16 Bruno Brunnet, Nicole Hackert und Philipp Haverkamp behaupten ihren Platz schon seit Jahren in der ersten Reihe der Berliner Galeristen. Zumal die pompösen Räume mit Blick auf die Museumsinsel selbst eher wie ein Museum als wie eine Galerie wirken. Dazu gehört die Pflege eines Programms mit Künstlerstars wie Jonathan Meese oder Daniel Richter sowie Cecily Brown oder Peter Doig.

Loop 63 Raum für aktuelle Kunst, Jägerstraße 5, Tel. (0 30)

28 39 00 28, Mi-Sa 14-18 Auch die Geschichte von Loop begann 1997 in Mitte, wo die Galerie nach einer Station in Kreuzberg heute wieder angekommen ist. Rüdiger Lange gilt als Pionier der hauptstädtischen Projektkultur.

Schlechtriem Brothers 64 Kleine Kurstraße 1, Tel. (0 30) 2 32 578 85, Mi-Sa 12-18 Hinter dem Boy-Group- Namen verbergen sich die Brüder Felix und André Schlechtriem, die seit April 2008 eine Galerie in einem Bürogebäude hinter dem Außenministerium betreiben.

Bislang mit Videoarbeiten des Berlin-Biennale- Künstlers Ulf Aminde oder Gemälden von Rosa Loy.

Lüttgenmeijer 65 Schillingstraße 31, Tel. (0 30) 28 04 58 05, Di-Sa 12-18 Ein Ort, wo sich Avantgarde und Popkultur befruchten.

Bei Robert Meijer, der für sein Editionslabel en/of experimentelle Musik und Minimal Art zusammenführte, und dem ehemaligen Leiter der Johnen Galerie, Markus Lüttgen, haben bereits die Texte zu den Ausstellungen Sammlerwert. c/o Gerhardsen Gerner 66 Holzmarktstraße 15-18, S-Bahnbogen 46, Tel. (0 30) 69 51 83 41, Di-Sa 11-18 Seit 2001 betreibt Atle Gerhardsen seine Galerie in einem S-Bahnbogen. Zum Programm gehören Künstler wie Lothar Hempel, Carrol Dunham, Vibeke Tandberg oder Jim Lambie. Seit 2009 hat der Norweger mit Nicolai Gerner-Mathisen einen neuen Partner gewonnen.

Capitain Petzel 67 Karl-Marx-Allee 45, Tel. (0 30) 24 08 81 30, Di-Sa 11-18 Die Berliner Dependance der Noch-Kölner Galeristin Gisela Capitain und ihres New Yorker Kollegen Friedrich Petzel besticht durch die Räume in einem Glaspavillon an Ost-Berlins Prachtboulevard. Sie haben Hochkarätiges zu bieten:

Stephen Prina etwa, Heimo Zobernig und die polnische Bildhauerin Monika Sosnowska. Nicht zu vergessen:

Martin Kippenberger, dessen Nachlass von Capitain verwaltet wird.

Adamski/Berlin 68 Strausberger Platz 3, Tel. (0 30) 24 63 89 18, Di-Sa 12-18 Stephan Adamski begann wie so viele Neu-Berliner im Rheinland. Von Aachen ist er an eine Adresse zwischen Mitte und Friedrichshain gezogen. Hier zeigt er konzeptuelle Kunst, etwa von Rodney MacMillian oder Edgar Arceneaux.

Galerie Ben Kaufmann 69 Strausberger Platz 8, Tel. (0 30) 44 01 04 66, Di-Sa 12-18 Kaufmann kam aus München nach Berlin. Nach Station in der Brunnenstraße zog er 2008 an den Strausberger Platz. Seine Künstlerliste zeigt viele Maler:

Alexander Wolf, Ben Cottrell oder Hansjoerg Dobliar. Daneben gibt es die angesagten Kugelschreiber-Zeichnungen von Bernd Ribbeck.

Galerie Wagner + Partner 70 Karl-Marx-Allee 87, Tel. (0 30) 21 96 01 37, Mi-Sa 12-18 Der auf zeitgenössische Fotografie und Malerei spezialisierte Cai Wagner präsentierte unter dem Label "Herrmann & Wagner" sein Programm in Mitte. Mit dem Umzug hat die Galerie 2008 auch ihren Namen geändert. Gezeigt werden der finnische Fotokünstler Miklos Gaál oder Natascha Stellmach.

Schöneberg/Kreuzberg MUSEEN Berlinische Galerie 1 Alte Jakobstraße 124-128, Tel. (0 30) 78 90 26 00, Mi-Mo 10-18 Das Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur ist spezialisiert auf Kunst aus Berlin, darunter Gemälde von Otto Dix, Emilio Vedova und Georg Baselitz sowie Zeichnungen von George Grosz oder der Nachlass des Bildjournalisten Erich Salomon.

Jüdisches Museum 2 Lindenstraße 9-14, Tel. (0 30) 25 99 33 00, Mo 10-22, Di-So 10-20 Nicht nur die Ausstellung zur deutsch-jüdischen Geschichte lohnt den Besuch.

Die Hauptattraktion bleibt der expressive, symbolbefrachtete Bau des Amerikaners Daniel Libeskind - als Gedenkstätte ist er so eindrucksvoll wie Peter Eisenmans Holocaust-Mahnmal.

AUSSTELLUNGSRÄUME Sammlung Daimler 3 Alte Potsdamer Straße 5, Tel. (0 30) 25 94 14 20, Mo-So 11-18 Im Haus Huth aus der Kaiserzeit neben den Potsdamer- Platz-Arkaden präsentiert der Eigentümer Daimler in Wechselausstellungen seine seit 1977 bestehende Sammlung von Klassischer Moderne, Konstruktivismus, Konkreter Kunst und Zeitgenossen:

Werke von mehr als 600 Künstlern.

Martin-Gropius-Bau 4 Niederkirchnerstraße 7, Tel. (0 30) 25 48 60, Mi-Mo 10-20 Der historistische Prachtbau, um 1881 als Kunstgewerbemuseum erbaut, wird von den Berliner Festspielen für Großausstellungen genutzt. Direktor Gereon Sievernich hat das Haus zu einer Pilgerstätte für Fotografiebegeisterte gemacht.

DAAD-Galerie 5 Zimmerstraße 90/91, Tel. (0 30) 2 61 36 40, Mo-Sa 11-18 Seit Mitte der sechziger Jahre lädt der Deutsche Akademische Austauschdienst Künstler zu einem meist einjährigen Arbeitsstipendium nach Berlin ein, darunter bereits Ilya Kabakov, Stan Douglas, Rachel Whiteread und Damien Hirst. Zu den derzeitigen Gästen zählt der Franzose Cyprien Gaillard, eine der Entdeckungen der letztjährigen Berlin-Biennale. In der Galerie werden Werke der Stipendiaten präsentiert.

El Sourdog Hex e.V.

6 Zimmerstraße 77, Tel. (0 30) 20 60 91 60, Di-Sa 11-18 Der von Reinhard Onnasch betriebene Ausstellungsraum schließt Ende 2009.

Der Bauunternehmer und Sammler zeigte in den letzten drei Jahren 18 Einzelschauen, darunter Claes Oldenburg, William N. Copley oder Jason Rhoades. Die Abschiedsausstellung ist ab 9. November der Totalinstallation "Roxy's" von Edward Kienholz gewidmet.

Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e.V.

7 Oranienstraße 25, Tel. (0 30) 6 16 51 30, Mo-So 12-19, Do-Sa 12-20 In Herzen von Kreuzberg sitzt dieser basisdemokratisch organisierte Kunstverein.

Es gibt ihn schon 40 Jahre, doch noch immer gelingen Überraschungen - aufgrund der offenen Struktur können auch unabhängige Gruppen Ausstellungsvorhaben durchsetzen.

Künstlerhaus Bethanien 8 Mariannenplatz 2, Tel. (0 30) 6 16 90 30, Mi-So 14-19 Seit 1974 gibt es das Künstlerhaus in Bethanien, ein in der ersten Hälfte des 19.

Jahrhunderts erbautes ehemaliges Krankenhaus. Die international orientierte Einrichtung verfügt über vier Ausstellungsräume und 20 Ateliers für Künstler aller Nationen.

Im Mai 2010 wird ein neues Domizil in der Kottbusser Straße bezogen.

Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien 9 Mariannenplatz 2, Tel.(0 30) 9 02 98 14 55, Mo-So 12-19 Die kommunale Galerie residiert im Erdgeschoss des Bethanien und gehört zu den wenigen Orten, an denen frühzeitig Street Art gezeigt wurde.

Arthur de Ganay 10 Köpenicker Straße 10a, nur nach Anmeldung info@ collectionarthurdeganay.com Arthur de Ganay kam 2001 aus Paris nach Berlin und zeigt in Kreuzberger Industriearchitektur Schätze seiner Sammlung mit dem Schwerpunkt Fotografie, darunter Arbeiten von Candida Höfer, Thomas Ruff oder Hiroshi Sugimoto.

GALERIEN Isabella Bortolozzi 11 Schöneberger Ufer 61, Tel. (0 30) 26 39 49 85, Di-Sa 12-18 Spätestens mit dem Umzug in ihre neuen, stilvollen Räume ist die Galerie der aus Italien stammenden Isabella Bortolozzi dem Status eines Geheimtipps entwachsen, der ihr seit der Gründung 2004 anhing.

Hier wird Konzeptkunst präsentiert, oft mit poetischen Zwischentönen.

Galerie Cinzia Friedlaender 12 Potsdamer Straße 105, Tel. (0 30) 26 39 39 56, Do-Sa 14-18 Auch Friedlaender kommt ursprünglich aus Köln. Sie zeigt nicht nur konzeptuelle Kunst jüngsten Datums, sondern auch spannende Grenzgänge, wenn etwa der Kölner DJ und Produzent Justus Köhncke oder der Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow gemeinsam mit der Kamerafrau Jutta Pohlmann ausstellen.

Klosterfelde 13 Potsdamer Straße 93, Tel. (0 30) 2 83 53 05, Di-Sa 11-18 Konzeptuelle Vielfalt, gekonnte Provokation sowie hanseatische Unaufgeregtheit zeichnen die Galerie seit über zehn Jahren aus.

Ob nun die wilden Performance- Gesten des John Bock, die peniblen Beobachtungen der Chronistin Hanne Darboven oder die entlarvenden Filme von Christian Jankowski, viele Klosterfelde-Künstler liefern überraschende Sichtweisen auf unsere Gesellschaft.

Und das auf hohem Niveau.

Tanya Leighton 14 Kurfürstenstraße 156, Tel. (0 30) 2 21 60 77 70, Mi-Sa 12-18 Berlin und Bogotá sind die Koordinaten zwischen denen sich Leighton mit ihrer im letzten Sommer eröffneten Galerie bewegt. Interdisziplinäre und generationenübergreifende Projekte werden nicht allein für den eigenen Standort in Zusammenarbeit mit Künstlern, Kritikern, Kunsthistorikern und Kuratoren entwickelt.

Immer wieder finden sich auch Verweise zum amerikanischen und britischen Experimental- und Künstlerfilm.

Zu den Künstlern der Galerie gehören Dan Rees und Pavel Büchler.

Sassa Trülzsch 15 Blumenthalstraße 8, Tel. (0 30) 88 92 97 75, Mi-Sa 11-18 Kennzeichnend für ihre Arbeit ist die Akribie, mit der die Galeristin sich Details wie etwa der Gestaltung ihrer Einladungskarten widmet.

Die haben dann selbst schon Konzeptkunst-Charakter.

Das passt gut zu den strengen Werken der Fotografin Aura Rosenberg oder den Objekten des Künstlers Dieter Detzner.

Galerie Giti Nourbakhsch 16 Kurfürstenstraße 12, Tel. (0 30) 44 04 67 81, Mi-Sa 11-18 Mit ihrem Umzug von der Rosenthaler Straße an das östliche Ende der Kurfürstenstraße vor drei Jahren darf man Giti Nourbakhsch als Begründerin eines neuen Galerienviertels in Laufnähe der Neuen Nationalgalerie bezeichnen. Die Galerie, die im Frühsommer ihr zehnjähriges Bestehen feierte, atmet Pioniergeist.

So entdeckte Nourbakhsch die inzwischen zu anderen Galerien abgewanderten Anselm Reyle und Katja Strunz, sie vertritt die Turner- Preisträgerin Tomma Abts oder die Neo-Hippie- Performerin Spartacus Chetwynd. Eine der Top- Adressen.

Sommer & Kohl 17 Kurfürstenstraße 13/14, Tel. (0 30) 23 00 55 81, Mi-Sa 11-18 Seit Januar 2008 bespielen Patricia Kohl and Salomé Sommer die ehemaligen Räume einer Bettfedernmanufaktur.

Bevor sie sich selbständig machten, sammelten beide Erfahrung in Galerien in Mitte. Knalliges gibt es hier selten zu sehen, vielmehr wird der genaue Blick herausgefordert, etwa durch die hintersinnigen Installationen von Kara Uzelman oder die ortsspezifischen Skulpturen von Knut Henriksen.

Johann König 18 Dessauer Straße 6/7, Tel. (0 30) 26 10 30 80, Di-Sa 11-18 Dass für ihn der Bezug zu Raum und Aussenraum eine wichtige Rolle spielt, mag der Sozialisierung von Johann König geschuldet sein. Vater Kasper König ist Leiter des Museums Ludwig und Mitinitiator der Skulpturen- Projekte Münster. Mit seiner Partnerin Kirsa Geiser hat Johann König die Galerie seit einigen Jahren in einer Industriehalle nahe dem Potsdamer Platz als führende Adresse etabliert.

Mit Tue Greenfort, Michaela Meise oder Natascha Sadr Haghighian besteht die Verbindung seit Beginn des Unternehmens im Jahr 2002. Alicia Kwade, letztjährige Piepenbrock-Förderpreisträgerin, wird im September ihre erste Soloshow in der Galerie zeigen.

Klara Wallner Galerie 19 Tempelhofer Ufer 36, Tel. (0 30) 3 22 36 70, Di-Sa 12-18 Bevor Wallner 2004 ihre erste Galerie in der Brunnenstraße eröffnete, war sie schon über ein Jahrzehnt freie Kuratorin, Publizistin und Beraterin. So arbeitete sie etwa mit Maria Eichhorn, Olafur Eliasson oder Juergen Teller bereits vor deren internationalem Durchbruch zusammen.

Gerade hat die Galeristin neue Räume mit den totenkopfgesättigten Gemälden des jungen Niederländers Sebastiaan Schlicher eröffnet.

Wentrup 20 Tempelhofer Ufer 22, Tel. (0 30) 48 49 36 00, Di-Sa 11-18 Wenn man bei Jan und Tina Wentrup eine Vorliebe für Neo-Pop-Art vermutet, liegt das vor allem am Werk des Magnetbandkünstlers Gregor Hildebrandt. Aus Mixtapes fertigt er Bilder, Skulpturen oder wie jüngst in der Berlinischen Galerie ein spiegelglattes Parkett.

Moeller Fine Art 21 Tempelhofer Ufer 11, Tel. (0 30) 25 29 40 83, Di-Sa 11-18 1972 eröffnete der Kunsthändler Achim Moeller sein Unternehmen in London und verlagerte es 1984 nach New York. Seit April 2009 leitet Stephanie Moeller den Berliner Salon als Ergänzung zum väterlichen Unternehmen. Im Fokus stehen Impressionismus und Moderne, aber auch Künstler der Gegenwart wie Christo, Eric Fonteneau oder die für ihre Skulpturen und Assemblagen ausgezeichnete Mildred Howard, die mit Tom Molloy und Simon Norfolk ab 18. September ausgestellt wird.

Circus 22 Obentrautstraße 21/ Haus 17, Tel. (0 30)

25 80 06 67, Mi-Sa 11-18 Die Galerie von Silvie Jo Buschmann in einem Industriehinterhof in Kreuzberg ist einer der Neuzugänge in der Berliner Kunstlandschaft.

Seit Frühjahr 2008 zeigt die junge Galeristin reduzierte, kühle, aber dennoch immer auch ironische Konzeptkunst, wie die beweglichen Möbel von Adrienne Spier oder eine Audioinstallation von Sven Weigel. Ein Highlight sind Filme und Collagen der zypriotischen Künstlerin Haris Epaminonda, mit denen sie auch an der Berlin-Biennale 2008 beteiligt war.

Arratia, Beer 23 Mehringdamm 55, Tel. (0 30) 23 63 08 05, Di-Sa 12-18 Fernab der Kunsttrampelpfade versteckt sich in einem Hinterhof die Galerie der Amerikanerinnen Euridice Arratia und Elizabeth Beer. Beim Blick auf die Künstlerliste fallen Videound Filmkünstler auf - Patty Chang etwa und Omer Fast, dessen Videos und Mehrkanalinstallationen um Erinnerung, Krieg und kollektive Traumata kreisen. Dieses Jahr ist er für den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst nominiert (siehe Bericht Seite 32).

Galerie Sandra Bürgel 24 Hedemannstraße 25, Tel. (0 30) 25 80 06 30, Di-Sa 11-18 Bevor sich Bürgel 2006 selbständig machte, lernte sie das Handwerk bei Giti Nourbakhsch. Sie zeigt Künstler, die sich bei den klassischen Medien wie Malerei und Skulptur eher konzeptuell bedienen.

Croy Nielsen 25 Hedemannstraße 14, Tel. (0 30) 33 02 75 58, Mi-Sa 12-18.15 Aus dem ehemaligen Off- Raum von Henrikke Nielsen und Oliver Croy im Prenzlauer Berg ist einer der interessantesten Orte für junge, neokonzeptuelle Kunst geworden. Croy Nielsen vertreten Künstler wie Nina Beier, Marie Lund, Judith Hopf oder Benoît Maire.

Meyer Riegger 26 Friedrichstraße 235, Tel. (0 30) 31 56 65 80, Di-Sa 11-18 Den Stammsitz in Karlsruhe gibt es noch, aber die Berliner Räume bezeugen den Willen von Jochen Meyer und Thomas Riegger, sich nicht auf halbe Sachen einzulassen.

Im Programm sind die Berliner Malerin Corinne Wasmuth, der britische, in Berlin lebende Konzeptkünstler Jonathan Monk oder die US-amerikanische Installationskünstlerin Helen Mirra.

Galerie Barbara Weiss 27 Zimmerstraße 88-91, Tel. (0 30) 2 62 42 84, Di-Sa 11-18 Das Galerienhaus in der Zimmerstraße galt bis vor kurzem noch als Knotenpunkt.

Doch in letzter Zeit musste der Standort eine massive Abwanderung hinnehmen.

Ehemalige Nachbarn wie Hetzler, Nordenhake oder Arndt & Partner suchten neue Räume. Dass Barbara Weiss keine Umzugspläne hegt, zeugt vom Vertrauen in die eigene Arbeit.

Mit Recht, denn in Berlin gibt es wenige Galerien mit so vielen international bekannten Künstlern wie Mai-Thu Perret, Nicole Eisenman, Roman Signer oder Thomas Bayrle.

Galerie Wilma Tolksdorf 28 Zimmerstraße 88-91, Tel. (0 30) 20 05 88 12, Di-Sa 11-18 Mit Axel Hütte, Jörg Sasse und Thomas Ruff repräsentiert die Galeristin mit Stammsitz in Frankfurt wichtige Vertreter der weltweit geschätzten Düsseldorfer "Becher-Schule". Seit Eröffnung der Berliner Räume 2005 sorgte die Installationskünstlerin Silke Wagner für Gesprächsstoff.

Galerie Michael Janssen 29 Rudi-Dutschke-Straße 26, Tel. (0 30) 25 92 72 50, Di-Fr 10-18 , Sa 11-18 Seinen Kölner Sitz hat Michael Janssen nach halbjähriger Probezeit in Berlin 2007 aufgegeben. Seitdem zeigt er um die Ecke von Checkpoint Charlie im gleichen Gebäudekomplex wie Rafael Jablonka und Andreas Osarek malerische und skulpturale Positionen aus der Generation der heute 40-jährigen Künstler.

Dieses Jahr kuratierten Lukas und Sebastian Baden, Betreiber der Ferenbalm- Gurbrü-Station in Karlsruhe, die Sommershow.

Jablonka Galerie 30 Rudi-Dutschke-Straße 26, Tel. (0 30) 21 23 68 90, Di-Sa 11-18 Nach Schließung der Kölner Galerie startete Rafael Jablonka 2007 erfolgreich in der Hauptstadt mit Mike Kelleys "Kandor"-Universum.

Seit 1988 bestimmen illustre Namen wie Richard Prince, Carroll Dunham und Andreas Slominski sein Programm.

Dazu gab es Gast- Präsentationen von Damien Hirst, Ilya Kabakov oder Beat Streuli. Gegenwärtige Klassiker wie Sherrie Levine, David Lachapelle oder Alex Katz sichern der Galerie ihre mondäne Aura.

Galerie Isabella Czarnowska 31 Rudi-Dutschke-Straße 26, Tel. (0 30) 25 89 96 04, Di-Sa 11-18 Stuttgart, Köln, Berlin - die Galerie von Isabella Czernowska hat in den 23 Jahren ihres Bestehens schon viele Städte gesehen. Früh hat sie Künstler wie Richard Prince, Louise Lawler oder John Miller gezeigt. Geblieben von den Bekannteren ist jedoch nur Jürgen Drescher, der gerade in einer Schau gewürdigt wurde.

Galerie Crone 32 Rudi-Dutschke-Straße 26, Tel. (0 30) 25 89 93 70, Mo-Fr 10-13, 14-18, Sa 11-18 Die ursprünglich 1982 in Hamburg von Ascan Crone und Mechthild von Dannenberg gegründete Galerie wurde vor rund zehn Jahren von Andreas Osarek übernommen. Er eröffnete 2001 eine Dependance in der Kochstraße, wo die Galerie seit 2004 ausschließlich beheimatet ist.

Mit dem Umzug verjüngte Osarek das Programm: Es gelang, die Malerin Amelie von Wulffen, den Fotografen Heinz Peter Knes oder den Maler Norbert Bisky zu gewinnen.

Levy 33 Rudi-Dutschke-Straße 26, Tel. (0 30) 25 29 22 21, Mi-Sa 12-18 Thomas Levy, seit den Siebzigern mit Stammsitz in Hamburg, hat Mitte September eine Berlin-Dependance mit Ausstellungen zu Meret Oppenheim und Daniel Spoerri eröffnet.

Galerie Thomas Schulte 34 Charlottenstraße 24, Tel. (0 30) 20 60 89 90, Di-Sa 12-18 In den achtziger Jahren arbeitete Schulte in einer New Yorker Galerie und am Museum of Modern Art.

Anfang der neunziger Jahre kam er nach Berlin und ließ sich auf der Charlottenburger Mommsenstraße als Galerist nieder. Mit Robert Mapplethorpe, Katharina Sieverding oder Sol LeWitt setzte er auf ein internationales Programm. Vor etwa fünf Jahren wagte er den Sprung nach Mitte in die Nähe der Checkpoint-Charlie- Szene. Ab 19. September zeigt er den Berliner Maler Bernhard Martin.

COMA 35 Leipziger Straße 36/ Charlottenstraße 24 Tel. (0 30) 20 64 88 86, Di-Sa 11-18 Der Name der Galerie steht für Centre for Opinions in Music and Art. Entsprechend stellen Thomas Hug und sein Kompagnon Kolja Gläser nicht nur Künstler wie Guillaume Bijl oder Nicolas Guagnini aus, sondern organisieren auch Konzerte, etwa mit dem französischen Elektropop- Star Sébastian Tellier.

Buchmann Galerie 36 Charlottenstraße 13, Tel. (0 30) 25 89 99 29, Di-Sa 11-18 Seit 2005 ist die ehemals Kölner Galerie an der Spree angesiedelt. Unweit vom Gendarmenmarkt, gibt es Klassiker wie Anna und Bernhard Blume, Daniel Buren oder Lawrence Weiner zu sehen, ab 18. September wird eine Werkgruppe von Joel Sternfeld gezeigt.

Wenige Schritte entfernt wurde mit der Buchmann Box ein zusätzlicher kleiner Showroom eingerichtet.

September 37 Charlottenstraße 1, Tel. (0 30) 25 93 06 84, Di-Fr 11-19, Sa 12-18 Trotz der kurzen Existenz der 2007 gegründeten Galerie haben Oliver Koerner von Gustorf und sein Geschäftspartner Frank Müller schon beachtliche Erfolge erzielt. So präsentierten sie Bilder der Berliner Künstlerin Kerstin Drechsel, Werke der Grande Dame der Berliner Szene, Dorothy Iannone sowie Arbeiten des kanadischen Documenta-Teilnehmers Luis Jacobs.

ScheiblerMitte 38 Charlottenstraße 2, Tel. (0 30) 25 93 86 07, Di-Sa 11-18 In der vom Berliner Architekten Hans Düttmann umgebauten ehemaligen Druckerei des Ullstein Verlags hat sich der Charlottenburger Galerist Aurel Scheibler - der wie so viele Berliner Kollegen aus dem Rheinland kam - einen Raum für Experimente geschaffen. Als hier Malcolm McLaren, ehemaliger Kunststudent und Pate der englischen Punkszene letzten Herbst seine "Musical Paintings" zeigte, stand die Szene Kopf.

Galerie Barbara Thumm 39 Markgrafenstraße 68, Tel. (0 30) 25 94 29 84, Mi-Sa 11-18 Thumm ist die Galeristin der starken Frauen: Bei ihr findet man die Österreicherin Elke Krystufek, die mit ihrer körperbetonten Kunst gerade den österreichischen Pavillon in Venedig bespielt, oder die Britin Fiona Banner, die 2002 für den Turner-Prize nominiert war, oder die schwedische Videokünstlerin Ann-SofiSidén oder auch Chloe Piene, die mit ihren düsteren Videos wie ein nächtlicher Antipode zur Lichtkunst ihres Vaters Otto Piene steht.

Carlier | Gebauer 40 Markgrafenstraße 67, Tel. (0 30) 24 00 86 30, Di-Sa 11-18 Die Galerie von Marie-Blanche Carlier und Ulrich Gebauer ist eine der stillen Größen, die sich trotz hochkarätiger Künstler, wie dem Filmemacher Aernout Mik, dem Turner-Prize-Träger Mark Wallinger und Thomas Schütte, in den zehn Jahren ihres Bestehens nie in die erste Reihe gedrängt hat.

Zak | Branicka 41 Lindenstraße 35, Tel. (0 30) 61 10 73 75, Di-Sa 11-18 Die Galerie basiert auf einer Stiftung, gegründet von den polnischen Galerien Zak und Magazin, die aktuelle osteuropäische, vornehmlich polnische Perspektiven mit westeuropäischen zusammenführen wollen. Im Programm sind die für ihre Fotomontagen bekannte Zofia Kulik, die Video- und Performancekünstlerin Katarzyna Kozyra oder der Fotograf Lukasz Skapski.

Galerija Gregor Podnar 42 Lindenstraße 35, Tel. (0 30) 25 93 46 51, Di-Sa 11-18 "Stuff" - Zeug nannte der Rumäne Dan Perjovschi letztes Jahr seine erste Berliner Einzelausstellung in der Dependance des slowenischen Galeristen. Perjovschi hatte auf den Linoleumboden der Galerie gezeichnet.

War ein Bild verkauft, wurde es mit dem Teppichmesser herausgeschnitten.

Galerie Nordenhake 43 Lindenstraße 34, Tel. (0 30) 2 06 14 83, Di-Sa 11-18 Imposant ist es schon, das Galerienhaus nahe dem Jüdischen Museum. Hinter dem Projekt steht der umtriebige Claes Nordenhake, der die Immobile für sich und weitere Galerien kaufte. Vor zwei Jahren war Eröffnung des neuen Quartiers. Das international orientierte Programm des Galeristen mit Stammsitz in Stockholm schlägt die Brücke zwischen Skandinavien und dem restlichen Europa.

Galerie Gebr. Lehmann 44 Lindenstraße 35, Tel. (0 30) 25 92 72 73, Di-Sa 11-18 Eberhard Havekost oder Olaf Holzapfel sind jedem ein Begriff. Die 2007 im Galerienhaus in der Lindenstraße eröffnete Dependance der Dresdner Galerie hat schnell ihr Publikum gefunden.

Bilder von Markus Draper und Tajana Doll bleiben wie Herbert Hoffmanns Fotografien von Tätowierten im Gedächtnis haften.

Konrad Fischer Galerie 45 Lindenstraße 35, Tel. (0 30) 50 59 68 20, Di-Sa 11-18 Die Galerie ist eine Legende.

Als Konrad Fischer 1967 in Düsseldorf begann, Stars der amerikanischen Minimal und Conceptual Art auszustellen, waren Carl André, Sol LeWitt, On Karawa oder auch Hanne Darboven in Deutschland noch kaum bekannt. Zum 40-jährigen Bestehen hat Dorothee Fischer eine Niederlassung in Berlin eingerichtet, in der neben den Klassikern vor allem auch junge Positionen gezeigt werden. Ohne Frage eine der traditionsreichsten und einflussreichsten Galerien in Deutschland.

Galerie Volker Diehl 46 Lindenstraße 35, Tel. (0 30) 22 48 79 22, Di-Sa 11-18 Ursprünglich im Galerienhaus an der Zimmerstraße beheimatet, folgte Volker Diehl im Herbst 2007 seinem Nachbarn Claes Norden hake in das neue Quartier an der Lindenstraße.

Neben europäischen und amerikanischen Künstlern vertritt er das russische Kollektiv AES+F, den Chinesen Zhang Huan oder die Inderin Shilpa Gupta. Aber nicht nur die Künstlerliste spiegelt den Global Player mit Filiale in Moskau.

Galerie Berinson 47 Lindenstraße 34, Tel. (0 30) 28 38 79 90, Di-Sa 11-18 In wenigen Jahren hat sich die Galerie in die erste Liga vorgearbeitet. Die Ausstellungen bei Hendrik A. Berinson haben immer museale Qualität: Ob er nun seltene Vintage-Prints von Klassikern wie André Kertész oder Claude Cahune aufstöbert, die Originalzeichnungen von Don Martins "Mad"-Cartoons zeigt oder den vergessenen polnischen Künstler Samuel Szczekacz wiederentdeckt.

Campaña Berlin 48 Axel-Springer-Straße 43, Tel. (0 30) 76 21 65 06.

Di-Sa 11-18 Luis Campaña war schon in Köln eine Instanz, dort gab es etwa Gregor Schneiders düster-psychotische Rauminstallationen und Dirk Skrebers Crash-Car- Kunst zu sehen. Seit dem Umzug an die Spree im Frühjahr 2008 unterhält Campana nur noch einen Showroom am Rhein.

Allgirls 49 Brückenstraße 15a, Tel. 01 60 98 25 91 53, Mi, Do 15-18, Fr, Sa 17-20 Allgirls ist eine Berliner Projektraum-Legende. Von 1992 bis 1996 konnte man in dem von Tina-Marie Friedrich, Suzan Bayha und Tiger Stangl gegründeten Raum Ausstellungen eines etwa 30-köpfigen Netzwerks sehen, dem Künstlerinnen wie Bettina Allamoda, Astrid Küver oder Heike Föll angehörten.

Nach mehreren Umzügen landete Allgirls zwischen Mitte und Kreuzberg. Das alte Netzwerk aber funktioniert noch immer.

Galerie Micky Schubert 50 Oranienstraße 37, Tel. (0 30) 49 80 84 87, Di-Sa 12-18 Im Herbst 2006 eröffnete Schubert mit Maximilian Zentz Zlomovitz ihre Galerie. Derzeit findet die von ihr vertretene Georgierin Thea Djordjadze, deren Skulpturen bei der letzten Berlin-Biennale im Skulpturenpark sowie in der Neuen Nationalgalerie zu sehen waren, große Aufmerksamkeit.

Laura Mars Grp.

51 Sorauer Straße 3, Tel. (0 30) 61 07 46 30, Di - Fr 13-19 , Sa 12-16 Unter dem Galerienamen, der auf einen Thriller zurückgeht, vereint Gundula Schmitz seit 2001 auch eine Edition und den Maas- Media Verlag. Viele ihrer Künstler haben Verbindung zu popkulturellen Kontexten, so Philip Wiegard mit einer illusionistischen Bar oder Daniela Comani mit manipulierten Covern von Klassikern der Weltliteratur.

Peres Projects 52 Schlesische Straße 26, Tel. (0 30) 61 62 69 62, Di-Sa 11-18 Hier zeigt sich die Berliner Kunstwelt von ihrer amerikanischsten Seite. Die Galerie aus Los Angeles vertritt neben dem kürzlich in New York gestorbenen Dash Snow auch den "Asian Punk Boy" Terence Koh sowie "Bad Boy Painter" Dan Colen.

Charlottenburg MUSEEN Schloss Charlottenburg und Schinkel-Pavillon 1 Spandauer Damm 10- 24, Tel. (0 30) 32 09 11, Altes Schloss April-Okt.

Di-So 10-18, Nov.-März Di-So 10-17, Neuer Flügel April-Okt. Mi-Mo 10-18, Nov.-März Mi-Mo 10-17, Belvedere April-Okt. Di-So 10-18, Nov.-März Di-So 12-16 Vor dem Barockschloss steht Andreas Schlüters Reiterdenkmal des Großen Kurfürsten, drinnen sieht man einen erstklassigen Bestand französischer Rokokomalerei mit Jean-Antoine Watteaus "Einschiffung nach Kythera". Im weitläufigen Park lohnt der Besuch von Carl Gotthard Langhans' Belvedere mit einer reichen Porzellansammlung; Schinkels Neuer Pavillon mit Gemälden von Caspar David Friedrich ist bis Ende 2009 geschlossen.

Museum Berggruen und Sammlung Scharf- Gerstenberg 2 Schlossstraße 1 und 70, Di-So 10-18, Tel. (0 30) 34 35 73 15 Die beiden Kuppelbauten von Friedrich August Stüler gegenüber dem Charlottenburger Schloss beherbergen zwei Privatsammlungen.

Der 2007 gestorbene Kunsthändler Heinz Berggruen hat über 100 Arbeiten aus allen Werkphasen Pablo Picassos zusammengetragen, aber auch viel von Paul Klee, Henri Matisse und Alberto Giacometti.

Die "Stiftung Sammlung Dieter Scharf zur Erinnerung an Otto Gerstenberg" mit fantastischer Kunst aus drei Jahrhunderten erreicht nicht ganz den Rang ihres Nachbarn, ist aber mit Grafiken, Zeichnungen und Gemälden von Odilon Redon, vielen Surrealisten und Jean Dubuffet allemal einen Besuch wert.

Bröhan-Museum 3 Schlossstraße 1a, Tel. (0 30) 32 69 06 00, Di-So 10-18 Das Landesmuseum für Jugendstil, Art Déco und Funktionalismus baut auf der Sammlung des Stifters Karl H. Bröhan auf. Neben Werken der Berliner Secession zeigt es Kunsthandwerk, darunter Möbel von Hector Guimard und Josef Hoffmann, Silber von Georg Jensen und Henry van de Velde sowie ein von Peter Behrens entworfenes Speisezimmer.

Museum für Fotografie/ Helmut-Newton-Stiftung 4 Jebensstraße 2, Tel. (0 30) 31 86-48 25, Di-So 10-18, Do 10-22 Das ehemalige Landwehr- Kasino am Bahnhof Zoo, erzählte der Fotograf Helmut Newton, sei das letzte Stück seiner Heimatstadt gewesen, das er auf dem Weg in die amerikanische Emigration gesehen habe. Nun werden hier in wechselnden Ausstellungen seine Werke und die seiner Frau June alias Alice Springs gezeigt.

Max-Liebermann-Villa 5 Colomierstraße 3, Tel. (0 30) 80 58 59 00, April-Sept. Mi-Mo 10-18, Do 10-20, Okt.-März Mi-Mo 11-17 1910 bezog der Maler die Villa am Wannsee, in der er bis zu seinem Tod 1935 wohnte. Der fast 7000 Quadratmeter große Garten mit Blumen- und Gemüsebeeten und einem Birkenwäldchen ist heute rekonstruiert; viele Bilder, für die Liebermann hier Motive gefunden hat, sind im tonnengewölbten Atelier und den angrenzenden Wohnräumen ausgestellt.

Museen Dahlem 6 Lansstraße 8, Tel. (0 30) 8 30 14 38, Di-So 10-18, Do 10-22 Das Museum für asiatische Kunst besitzt Wandmalereien von der nördlichen Seidenstraße, indische Skulpturen sowie Lackarbeiten und Papierbilder aus Ostasien.

Zu den Schwerpunkten des Ethnologischen Museums zählen gewaltige präkolumbische Stelen aus Guatemala, Bronzen aus Benin und eine eindrucksvolle Halle mit Booten und Häusern aus Ozeanien. Das Museum Europäischer Kulturen ist bis Ende 2010 wegen Umbaus geschlossen.

Brücke-Museum 7 Bussardsteig 9, Tel. (0 30) 8 31 20 29, Mi-Mo 11-17 Die Maler Karl Schmidt- Rottluff und Erich Heckel stifteten in den sechziger Jahren den Grundstock der Sammlung, die auf ihre Expressionistengruppe "Die Brücke" konzentriert ist; das Land Berlin ließ dafür von Werner Düttmann ein intimes, bungalowartiges Museum im Grünen bauen.

Rund 400 Gemälde und Tausende Arbeiten auf Papier werden in wechselnden Ausstellungen gezeigt.

GALERIEN Aurel Scheibler 8 Witzlebenplatz 4, Tel. (0 30) 30 30 13 29, Di-Fr 10-13 und 15-18, Sa 11-16 Aurel Scheibler kann mit seinen beiden Berliner Standorten das Beste aus beiden Welten vereinen:

Die Zentrale am Lietzensee bietet die Kulisse einer bourgeoisen Lebensform, die der Galerist mit inszenatorischem Gespür für Kabinettausstellungen nutzt, mit US-Klassikern wie Alice Neel oder Jackson Pollock genauso wie mit lebenden Künstlern, etwa dem New Yorker Foto- und Installationskünstler Jack Pierson.

Galerie Michael Schultz 9 Mommsenstraße 34, Tel. (0 30) 3 19 91 30, Di-Fr 10-19, Sa 10-14 Michael Schultz gehört schon seit Mitte der achtziger Jahre zu den Routiniers der Berliner Szene. Anstatt sich um die Konjunkturen bestimmter Standorte zu kümmern, hält der Galerist die Stellung in Charlottenburg.

Lieber mischt er international mit - die Galerie unterhält Dependancen in Peking und Seoul. Den Schwerpunkt im Programm bildet Malerei von Georg Baselitz und Markus Lüpertz über Cornelia Schleime bis hin zu Sven Drühl oder Katrin Kampmann.

Galerie Haas & Fuchs 10 Niebuhrstraße 5, Tel. (0 30) 88 92 91 90, Di-Fr 9-18, Sa 11-14 Michael Haas und Michael Fuchs führen seit über zehn Jahren das Unternehmen mit einem Mix aus Künstlern von Frank Stella über Gustav Kluge bis Franz Gertsch. Jüngere Positionen liefern Michal Rovner oder Julius Grünewald. Die Zusammenarbeit mit in den USA lebenden Künstlern ist sicher der New Yorker Dependance geschuldet.

Galerie Kienzle & Gmeiner 11 Bleibtreustraße 54, Tel. (0 30) 31 50 70 13, Di-Fr 14-19, Sa 11-16 Schwerpunkt für den Sammler und Galeristen Jochen Kienzle ist die Kunst der sechziger Jahre, wie die Ensembles von Anna Oppermann. Neben klassischen Positionen von Performance- und Konzeptkünstler Jack Goldstein sind Arbeiten von Marcus Neufanger oder Skulpturen von Elmar Zimmermann zu entdecken.

Camera Work 12 Kantstraße 149, Tel. (0 30) 31 00 77-3, Di-Sa 11-18 Die Galerie hat sich als eine der wenigen ganz der Fotografie verschrieben. Seit 1997 kann man in den Hinterhofräumen Klassiker wie Man Ray, Richard Avedon, Diane Arbus oder Helmut Newton bestaunen.

Daneben werden auch Arbeiten noch unbekannter Fotografen präsentiert.

Galerie Daniel Buchholz 13 Fasanenstraße 30, Tel. (0 30) 88 62 40 56, Di-Fr 11-18, Sa 11-16 Buchholz setzt ganz auf Distinktion. Als er im August 2008 dem Zug von Köln nach Berlin folgte, entschied er sich nicht für einen White Cube in Mitte, sondern für eine Beletage im alten West-Berliner Kunsthandelszentrum. Mit Arbeiten von Zeitgenossen wie Henrik Olesen oder Josef Strau, vor allem aber durch akribisch aufbereitete Ausstellungen zum Werk von Jack Goldstein oder dem Buchillustrator Marcus Behmer hat Buchholz die hohen Erwartungen erfüllt.

Galerie Anselm Dreher 14 Pfalzburger Straße 80, Tel. (0 30) 8 83 52 49, Di-Fr 14-18, Sa 11-14 Die Künstlerliste der Galerie liest sich wie ein Who is Who der Minimal Art und Konzeptkunst: Carl Andre, Joseph Kosuth, Wolf Vostell und Lawrence Weiner - um nur einige zu nennen. Mit über 40 Jahren Erfahrung im Kunstbetrieb gilt der Galerist als lebende Legende.

AUKTIONSHÄUSER Villa Grisebach Auktionen 15 Fasanenstraße 25, Tel. (0 30) 88 59 15-0, Mo-Fr 10-18.30, Sa 11-16 Seit 1986 ist die Villa Grisebach eine der international beachteten Adressen mit Auktionen für Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts sowie Fotografie.

Ketterer Kunst 16 Fasanenstraße 70, Tel. (0 30) 88 67 53 63, Mo-Fr 11-19, Sa 11-16 Das Kunst- und Buchauktionshaus, seit 1954 mit Stammsitz in München, hat seit 2006 auch eine Repräsentanz in der Hauptstadt, wo zeitgenössische Kunst ab 1945 versteigert wird.

Bassenge 17 Erdener Straße 5a, Tel. (0 30) 8 93 80 29-0, Mo-Fr 9-18 Mit seinen Kunst- und Buchauktionen zählt das in Grunewald ansässige Unternehmen zu den ältesten Häusern von Berlin.

Hauff & Auvermann 18 Badensche Straße 29 Tel. (0 30) 21 45 80-4 00, Mo-Fr 10-18 Das für seine Buchauktionen bekannte Auktionshaus hat sein Angebot um Kunst und Grafik des 20. Jahrhunderts erweitert.

Leo Spik 19 Kurfürstendamm 66, Tel. (0 30) 8 83 61 70, Mo-Fr 9.30-13, 14.30-18 Seit 90 Jahren finden dort Auktionen für Kunst und Antiquitäten statt.

Zusammengestellt von Boris Hohmeyer, Kito Nedo und Meike Jansen Weitere Tipps und Hinweise auf www.art-magazin.de

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Mitte

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Schöneberg/Kreuzberg

Charlottenburg

Bildunterschrift:

"Am südwestlichen Zipfel von Prenzlauer Berg herrscht meistens eine dörfliche Ruhe.

Ein perfekter Rückzugsort. Am liebsten gehe ich in kleine Läden, ins Donath (Schwedter Straße), einen unkomplizierten Italiener, ins Muret la Barba (Steinstraße) oder ins Tartane (Torstraße), mittags gerne ins Il Buco di Heidi (Schönhauser Allee), im Winter zum Suppenjapaner Susuru (Rosa-Luxemburg-Straße). Lieblingsort:

Mit Freunden eine Ausstellungstour durch die Stadt zu machen, inspiriert mich sehr." Ariane Beyn, 36, ist Leiterin Bildende Kunst des Künstlerprogramms im DAAD

"Ich lebe mit meiner Familie in Wilmersdorf.

Wir haben uns bewusst für eine zentrale Lage entschieden, damit kurze Wege angesichts meines vollen Terminkalenders mehr Zeit mit der Familie ermöglichen.

Eines meiner liebsten Restaurants ist das Engelbecken am Lietzensee mit frischer alpenländischer Küche und ausgezeichneten Weinen. Einen sehr guten Kaffee kann man im Einstein in der Kurfürstenstraße trinken - und das beste Gebäck gibt es bei Salut am Schlesischen Tor in Kreuzberg.

Lieblingsort: Für mich sind natürlich die Staatlichen Museen zu Berlin die anregendsten Orte dieser Stadt! " Michael Eissenhauer, 53, Kunsthistoriker, 2008 wurde er Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin

"Mein Favorit ist Friedenau: Es liegt zentral, ist sehr grün und hat seinen eigenen Charakter bewahrt. Essen/trinken/shoppen:

Facil - wegen des super Service und des köstlichen Essens (Potsdamer Straße 3), Bar Tausend - verspricht einen unvergesslichen Abend (Schiffbauerdamm 11), Muji Store - schlichtes, zeitloses Design aus Japan ohne Branding (Hackescher Markt 1). Lieblingsort: das Deutsche Guggenheim, Unter den Linden natürlich!!" Friedhelm Hütte, 52, Leiter der Sammlung Deutsche Bank

"Ich wohne in Mitte, und mir gefällt, dass hier alles noch nebeneinander existieren kann, junge Leute und Omas, Edelrestaurants und Bierkneipen aus Ostzeiten. Neben der Elisabethkirche gibt es einen kleinen Italiener, Il Santo - da bin ich gern.

Lieblingsort: Besonders inspirierend finde ich in Berlin das Wasser, das man überall hat. Ich geh' auch gern ins Bode-Museum, im Keller steht eine Madonna mit Kind, eine Holzstatue aus dem 13. Jahrhundert - das Kraftvollste, was ich je gesehen habe." Franziska Petri, 36, deutsche Schauspielerin

"An Kreuzberg hat mir immer der multikulturelle Charakter gefallen. Ich hatte hier nie das Gefühl, in einer deutschen Stadt zu sein. Kreuzberg ist null spießig.

Am liebsten esse ich in meinem Lokal, dem Grill Royal (Friedrichstraße 105, Mitte).

Lieblingsort: die Berliner Gemäldegalerie.

Nichts los und umgeben von den erstaunlichsten Bildern aus fünf Jahrhunderten.

Das ist echter Luxus. Da fühl' ich mich so, wie Heini Thyssen-Bornemisza sich gefühlt haben muss." Stephan Landwehr, 51, Bilderrahmer, Kunstsammler und Mitinhaber des Restaurants Grill Royal.

"Ich wohne in Neukölln zwischen Rollberg- Viertel und Frauenjustizvollzugsanstalt - dem Herzen der Finsternis. Und ich genieße den kunstfreien Naturalismus der Aldi- Filialen, Eckkneipen, 99-Cent-Länden und Pommes-Buden. Einkaufen bei Kraut & Rüben (Heinrichplatz), Shoppen bei A.P.C. (Mulackstraße in Mitte), manchmal sitze ich in der Ankerklause (Landwehrkanal) und schaue versonnen auf - vorbeigleitende Schwäne. Ach! Lieblingsort: mein Büro mit Blick auf die Katholische Akademie, die Pax-Bank, die Charité und den Dorotheenstädtischen Friedhof - ein allegorisches Bild des prallen Lebens." Marius Babias, 47, ist Kurator und Kunsttheoretiker. Seit 2008 leitet er den Neuen Berliner Kunstverein.

"Dahlem mag ich besonders wegen der bürgerlichen Atmosphäre. Mit kurzem Weg zur Innenstadt und ... in die Villa Grisebach.

Essen, trinken, shoppen: Osteria Centrale - dort ist nicht nur das Essen gut (Bleibtreustraße 51). Für einen Samstag ohne KaDeWe-Besuch muss es gute Gründe geben. Lieblingsort: die Linien-, Acker-, Sophienstraße am Galerienwochenende.

Auch die Menschen dort strahlen das internationale Flair des neuen Berlin aus." Micaela Kapitzky, 49, seit 2000 geschäftsführende Gesellschafterin des Auktionshauses Villa Grisebach