Ausgabe: 09 / 2005
Seite: 28-37

Das Ende der Genügsamkeit

Von Holger Liebs Robert Brembeck

Alle reden von Berlin - dabei hat sich auch in München, dem einstigen Sammelpunkt der Avantgarde, wieder eine vitale junge Kunstszene gebildet. art stellt die neuen Künstler und Galerien vor

VON HOLGER LIEBS UND ROBERT BREMBECK (FOTOS)

Das Gute an München ist, dass man von da aus so schnell in die Berge kommt." Das Wort eines altgedienten rheinischen Museumsmanns gilt schon länger nicht mehr. Seit einiger Zeit tut sich wieder etwas in der bayerischen Kunststadt, die sich allzu lange in Schwabing-Nostalgie und verjährtem Malerfürstentum gefiel.

Junge, ehrgeizige Kuratoren wie Stephanie Rosenthal am Haus der Kunst, Bernhart Schwenk an der Pinakothek der Moderne, Susanne Gaensheimer an der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Stefan Kalmar am Kunstverein machen mit viel beachteten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst von sich reden. Im Umfeld der im Jahr 2002 eröffneten dritten Pinakothek in der Maxvorstadt hat sich eine quirlige Galerienszene gebildet. Die Akademie der Bildenden Künste, die lange als verschnarcht verschrien war, strebt mit einer Reihe von Neubesetzungen einen Generationenwechsel an.

Und das Wichtigste ist: Nicht jeder ihrer Absolventen wandert gleich an die Spree ab, wo es noch vor einigen Jahren etliche der heute bekannten Bayern-Gewächse wie Thomas Demand, Franz Ackermann, Amelie von Wulffen oder Andreas Hofer hinzog. Die "Glasglocke der Selbstgenügsamkeit", so Bernhart Schwenk, habe sich gelüftet.

Schon seit den späten Neunzigern werden, meist in künstlerischer Eigeninitiative, munter Projekträume, Musik-Clubs, Off-Spaces und private Showrooms gegründet und verschwinden mitunter ebenso schnell wieder: ein untrügliches Anzeichen für einen Umschwung. Kein Wunder bei um die zwei Millionen Quadratmetern leer stehender Büroräume: München ist so gut wie pleite, wenn auch auf hohem Niveau. So werden die Mieten billiger.

Die Pioniere der ästhetischen Eroberung urbanen Brachlands kommen, wie schon in Berliner Nachwende-Zeiten, aus der Club- und Performance-Szene: Namen längst aufgelöster Projekte wie Goldankauf, sub11, Cafe Helga, Seppi Bar, GMAM oder Club le Bomb raunt man sich heute fast schon wie mythisches Erzählgut zu. Wegweisende Ausstellungen der jungen Szene fanden im Kunstraum Lothringer 13, aber auch im Haus der Kunst statt, wo schon 1994 die Schau "Scharf im Schauen" örtlichen Nachwuchs zeigte.

Heute gibt es so viele Neugründungen, dass für sie ein neues Faltblatt entwickelt wurde: In dem zweimonatlich erscheinenden "Radar"Guide, der auch in Galerien ausliegt (Internet: www.m-radar.de), finden sich Ausstellungsräume wie Hobbyshop, mini salon, Raum 500, Rote Zelle, aber auch neue und verdienstvolle Galerien wie Dina4 Projekte, f5,6, Ben Kaufmann, Zink & Gegner, Grimm Rosenfeld, Bernd Klüser oder Sprüth Magers Projekte. "Radar"-Redakteurin Daniela Stöppel liegt es zwar fern, "einen neuen München-Hype herbeizureden" - aber auch sie stellt fest: "Es gibt sie, die Szene." Auch einige institutionell angebundene Zugpferde treiben die Vernetzung der Szene voran, unter ihnen vor allem der umtriebige Akademieprofessor Olaf Metzel, der es versteht, seine Studenten, die vor allem mit Skulptur oder Installation arbeiten, erfolgreich in die Autonomie zu entlassen. Sowie Chris Dercon, der nicht nur das Haus der Kunst spürbar verjüngt hat, sondern es auch für lokale Künstler öffnet.

Instinktsicher richtete er im vergangenen Winter dem fast unbekannten Florian Süssmayr, einem Maler düsterer Stammtisch-Stillleben und Klospruch-Trompe-l'Oeils, in der ehemaligen Ehrenhalle des Museumstempels eine Einzelschau ein. Gleichzeitig organisierte Susanne Gaensheimer die Ausstellung "Favoriten", an der neben Süssmayr noch 16 weitere Münchner Künstler teilnahmen, unter ihnen Martin Fengel, Christian Engelmann, HJ Dobliar oder Heike Döscher. Schnell wurde Süssmayr in den Medien zum "neuen Shooting-Star" und gar zum leibhaftigen bajuwarischen Gegenentwurf zur Leipziger Malerschule hochgejazzt - und so wurde er auch unfreiwillig zum Symbol für die Fragilität der blühenden Szene. Es ist derzeit auffällig still um ihn - was freilich noch nichts heißen muss: Schließlich ist er auf den großen Kunstmessen nun stets mit neuen Bildern präsent.

Die Zukunft der jungen Münchner Künstler ist eben noch lange nicht gesichert. Zwar gibt es mittlerweile symbolträchtige öffentliche Kunstprojekte wie Stephan Hubers Skulpturengarten im Petuelpark, außerdem lebendige Talk- und Performance-Treffpunkte wie die Luitpold Lounge. Es gibt glamouröse Museums-Events wie Stephanie Rosenthals Ausstellung mit Paul McCarthy im Haus der Kunst, zu der im Juni Sammler aus der ganzen Welt eingeflogen wurden, und auch in Köln, Düsseldorf oder Berlin registriert man allmählich, dass München eine Reise wert ist.

Aber von internationaler Anbindung können die meisten Münchner Künstler, jüngere wie arrivierte, weiterhin nur träumen. Die Kunstmesse hat immer noch nicht zu den großen Konkurrenten der Republik aufgeschlossen. Und der Hauptstadtsog wird weiterhin wichtiges Szene-Personal abziehen. Immerhin: Das Lamento "Hier ist sowieso nix los" ist verschwunden. Die Münchner dürfen jetzt halt nur nicht wieder das tun, was ihnen eigentlich am liebsten ist: in den Biergarten gehen und dann erst mal abwarten.

Literatur: Faktor X - Zeitgenössische Kunst in München, Prestel Verlag, 14,95 Euro; Favoriten. Neue Kunst in München. Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, 20 Euro

DIE PENDLERIN: ANDREA FACIU "Eigentlich heiße ich ja Andreea, mit zwei ,e". Aber das ist hier schwer zu vermitteln." Dafür heißt der verkürzte Name, den die 28-jährige Installations- und Videokünstlerin aus Bukarest sich in Deutschland zugelegt hat, im Rumänischen "Stricknadel". "Meine zwei Gehirnhälften" nennt Faciu ihr Leben, und vielleicht verdankt sich auch ihr bislang schmales, aber erfolgreiches Oeuvre dem Dasein in zwei Heimatländern. In ihren oft selbst gedichteten Text- und Materialcollagen spielen Gegensätze und Widersprüche eine Hauptrolle. So singt sie in ihrem Video "Le Luneux" (2003) eine französische Volksweise: den Lobgesang eines alten Blinden auf die Freiheiten, die ihm sein fehlendes Augenlicht eröffnet. Und im Video "Alles nichts" (2004) sieht man Faciu durch den Schnee schreiten, während sie Begriffe paradox definiert: "Wissen ist Spiel - Glauben ist Rat. Fühlen ist Geheimnis - Denken ist Spur". Schon 2003, in ihrem vorletzten Studienjahr bei Olaf Metzel an der Münch-ner Akademie der Bildenden Künste, nahm Faciu an der Kasseler Ausstellung "In den Schluchten des Balkans" teil, später an der Manifesta in San Sebastian. Im vergangenen Jahr bekam die Künstlerin, die von der Münchner Galerie Christine Mayer vertreten wird, ein Arbeitsstipendium der Jürgen Ponto-Stiftung. Andrea Faciu ist eine Frühberufene - schließlich übte sie sich als Kind in Bukarest in freier Kunst: "Unsere Schule wurde wegen des Neubaus des Ceauscescu-Palastes abgerissen, so kam ich ans Kunstgymnasium." In München schlug sie sich erst mal mit dem Kolorieren restaurierter Landkarten und Stiche durch.

DER HIMMELSSTÜRMER: BENJAMIN BERGMANN Mit seinen Aktionsskulpturen will der 36-jährige Künstler hoch hinaus. Im Jahr 2001 postierte er sich im schwarzen Anzug hinter einem laufenden Flugzeugmotor und sang, nein, brüllte den Fred-Astaire-Klassiker "Heaven, I'm in heaven " dem Lärm entgegen. Im Jahr 2002 zimmerte er in Leipzig eine aberwitzige Achterbahnrampe zusammen, spannte ganz oben ein Fahrrad an Fahrrad-schläuchen auf und nannte die Arbeit " und irgendwann will ich es wissen". Bergmanns Installationen führen den alten Traum endloser Mobilität als gewollt widersinnige Jahrmarktsensation vor. Der gelernte Holzbildhauer fertigte während des Studiums bei Asta Gröting zunächst Kirchenskulpturen an. Von Ende der Neunziger an wirkte er dann bei zwei heute legendären Performance-Gruppen mit, "GMAM" und "Club le Bomb". Die zum Teil illegalen Events dieser losen Gemeinschaften trugen wesentlich zur Vernetzung der Münchner Szene bei. "Das geht schon seit 15 Jahren so", sagt Bergmann über den frischen Wind in der Stadt, "aber jetzt bemerkt es endlich auch die Öffentlichkeit." Ab dem 16. September wird der gebürtige Würzburger eine 27 Meter lange, wie immer unbenutzbare Rampe an einem Ort ausstellen, der selbst zum Sinnbild gescheiterter Visionen wurde: im Berliner Palast der Republik.

DER SEZIERER: BENJAMIN HEISENBERG "Okay, sammle die Granaten ein " - vier Kinder geben einem erwachsenen Computerspieler über Mikrophon Anweisungen. Der sitzt in einem anderen Raum an einer Playstation, hat einen Kopfhörer auf und versucht, das martialische Ego-Shooter-Spiel erfolgreich zu beenden. Aber ihn sieht man nicht. Man sieht nur die Jungs, gefilmt durch einen Teleprompter hindurch, wie ihn auch Fernsehmoderatoren benutzen. An dem Bildschirm lesen die kleinen Experten ab, wie der Proband sich schlägt - und geben neue, rätselhafte Befehle: "Den Biber erledigen mit B!" "Kinder und Narren sagen bekanntlich die Wahrheit. Aber wir verstehen sie nicht mehr", sagt der 31-jährige Benjamin Heisenberg über sein Video "Der Bombenkönig" (2000). Der gebürtige Tübinger ist eine Ausnahmeerscheinung im Kunstbetrieb: Er studierte gleichzeitig an der Münchner Akademie der Bildenden Künste und der örtlichen Filmhochschule. Anfangs fertigte er noch Kleinskulpturen mit ausgestopften Mäusen - an die 2000 der kleinen Tiere hat er dafür eigenhändig präpariert. Inzwischen hat er seine Videos schon im Münchner Haus der Kunst oder im Karlsruher ZKM ausgestellt, aber schon seit 1998 außerdem Kurzfilme fürs Kino gedreht. Nebenbei gibt das Multitalent mit drei Kollegen die angesehene Filmzeitschrift "Revolver" heraus. Die anatomisch genauen Filme Heisenbergs zeigen oft, wie Menschen sich einander durch Misstrauen und Zweifel entfremden - wie in seinem Psychodrama "Der Schläfer", das im Frühjahr auf den Filmfestspielen in Cannes lief.

DER NOMADE: MICHAEL SAILSTORFER 26 Jahre ist er erst alt - und hat schon eine bewegte Laufbahn hinter sich: Biennalen in Sydney und Liverpool, Manifesta in San Sebastian, Ausstellungen in Basel, Mailand, Amsterdam, Rimini, Aachen und, natürlich, in München. Und auch für den begehrten Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen war Michael Sailstorfer im Frühjahr nominiert. In diesem Frühsommer durfte der im niederbayerischen Vilsbiburg geborene Bildhauer gar als "Artist in Residence" des Villa-Aurora-Vereins in der ehemaligen Villa Lion Feuchtwangers in Los Angeles wohnen: ein rasanter Aufstieg für einen, der seine Raumobjekte gerne in den eher stillen Winkeln des Bayerischen Waldes aufbaut. Vom Schriftsteller Feuchtwanger stammt das Verdikt, die Bayern seien "scharf im Schauen". Für den Teilnehmer an der Ausstellung "Favoriten", der in München und am Gold-smiths College in London studiert hat, trifft das Urteil zu: Präzise lotet er die Verwandlungsmöglichkeiten ehemals flugfähigen oder fahrbaren Industrieschrotts aus. Aus zwei Segelflugzeugen baute er ein Baumhaus ("D-IBRB", 2002), aus einem Polizeibus ein blechernes Drumkit ("Schlagzeug", 2003), aus einem Mercedes, einem Linienbus und einer Straßenlaterne ein mobiles Planetenmodell (" und sie bewegt sich doch", 2003): Platzhalter vermeintlicher Heimat und Identität in einer Epoche der Mobilität, Abgesänge auf die Fortschrittseuphorie der Moderne. Für ihn sei es, sagt Sailstorfer, "von Vorteil, dass ich erst mal aus München weggegangen bin". Der Stadt bleibt er dennoch erhalten: Im November stellt er gleich zweimal in München aus, in seiner Galerie "Zink & Gegner" sowie im Projektraum "Rote Zelle".

DIE NETZWERKERIN: ANNA FRIEDEL Die Welt der 25-jährigen Anna Friedel ist bevölkert von seltsamen Helden und Antihelden. Da gibt es Leutnant Blueberry aus dem gleichnamigen Comic, den Ritter Parzival, ein "Dünnschisspony", dessen Körper aus einem ausgedienten Heizradiator besteht, Figuren wie "Hong Kong Sam" und ein Mädchen mit Hasenohren, das "Honeybunny" heißt. In Friedels Collagen, Installationen, Zeichnungen und Skulpturen tauchen immer wieder Zitate und Ver-satzstücke aus asiatischen und amerikanischen Filmen, deutschen Sagen, dem Theater und der Popkultur auf. "Begehbare Bilderbücher" nennt die viel gereiste Künstlerin ihre Installationen, die um Themen wie Identitätsfindung und Realitätsverlust im Bilderuniversum unserer Zeit kreisen. Anna Friedel studiert an der Münchner Akademie der Bildenden Künste bei Olaf Metzel. 2004 nahm sie an der Biennale in Montenegro teil, ein Mailänder Sammler kaufte zehn ihrer Arbeiten, und demnächst hat sie ihre erste Einzelausstellung in Japan. Obendrein ist Friedel eine wichtige Figur der Szene-Vernetzung, von der sie sagt: "Die Akademie ist ihr Zentrum." Mit mehreren Künstlern gründete sie 2004 das Kollektiv "Experiment: Dunstkreis", welches Ausstel-lungen organisierte, in ihrem Atelier finden Partys statt. "Ganz München", sagt Friedel, "ist ein bisschen jünger geworden."

DER BASTLER: LORENZ STRASSL Es darf schon mal brennen, dampfen oder spritzen in den Arbeiten von Lorenz Straßl. Doch gefährlich ist das allenfalls für den Künstler selbst - hat er doch all die unheimlichen und manchmal äußerst bewegten Kulissen, die aussehen wie bizarr mutierte Wohnräume, in einem winzigen Atelierschlauch angefertigt und dann fotografiert. Sind diese Installationen einmal mit der Kamera verewigt, bleibt von ihnen nichts als der Sperrmüll, aus dem sie entstanden. Manchmal, so erzählt der 35-Jährige, musste er die Requisiten seiner Klaustrophobie erzeugenden Spukbühnen - unter anderem Videobänder, Gießkannen, Türrahmen, Wäschetrockner, Fünfzigerjahre-Tapeten und auch bereits mal ein Faltboot - schon deshalb wieder zerstören, weil er sich komplett eingebaut hatte. "Meinen Mikrokosmos" nennt er seine Arbeit. Im Augenblick sucht Straßl nach einem neuen Atelier - "mit Gulli, wegen der Sauereien". In der Münchner Szene ist Straßl eher ein Einzelgänger: Der gelernte Grafik-Designer entschied sich 1999 zusammen mit seiner Frau für ein Studium bei Günther Förg. Erst einige Jahre später kamen die ersten Ausstellungen; inzwischen wird er von der Galerie Christine Mayer vertreten, die ihm im September eine Einzelschau ausrichtet. Im inzwischen geschlossenen Projektraum "annapril" zeigte er im Mai erstmals Skulpturen in größerem Umfang - sinnlos schöne Objekte, die er ebenso "stur und prüde" produzierte wie sein serielles fotografisches Werk.

Seit den späten Neunzigern hat sich die Szene gebildet - im urbanen Brachland

Es gibt in München wieder Glamour-Events und große öffentliche Kunstprojekte

Szene München - ein Kurzführer

Institutionen

Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1. Tel. (089) 21127113. Mo-So 10-20, Do 10-22 Kunsthalle, die verstärkt auf Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und Architektur setzt: Paul McCarthy, Bernd und Hilla Becher, Rem Koolhaas. Aber auch die "Schatzhäuser" oder "Die Götter Griechenlands" sollen Publikum anziehen.

Sammlung Goetz, Oberföhringerstraße 103, Tel. (089) 95 93 96 90. Mo-Fr 14-18, Sa 11-16 nach Vereinbarung. Bedeutende Privatsammlung von Medienkunst in Deutschland, präsentiert im Würfel von Herzog & de Meuron, dem Kunsthaus der Schweizer Architekten.

Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40, Tel. (089) 23 80 53 60, Di-So 10-17, Do, Fr 10-20 Vier Sammlungen unter einem Dach: Design, Grafik, Klassische Moderne und Gegenwartskunst und Architektur. Raum 21 ist den internationalen Zeitgenossen gewidmet.

Städtische Galerie im Lenbachhaus/ Kunstbau, Luisenstraße 33, Tel. (089) 23332000, Di-So 10-18 Heimspiel für Franz von Lenbach, den Blauen Reiter, die Malerei des 19. Jahrhunderts. Im unterirdischen Kunstbau wird Gegenwartskunst gezeigt.

Kunstverein München, Galeriestraße 4, Tel. (089) 221152, Di-So 11-18, Do 11-21 Jahrelang konzentrierte sich Maria Lind auf internationales Networking konzeptueller Ansätze. Der neue Direktor Stefan Kalmar interessiert sich mehr für die Präsentationsebene der Kunst.

Lothringer 13, Lothringerstraße 13, Tel. (089) 4486961, Di-So 13-19

Verdienstvolle "Künstlerwerkstatt", ein Plateau für Zeitgenössisches, nicht nur von Lokalgewächsen. Inzwischen angegliedert: die "program angels" für "mediale Experimente", Archiv und Videothek.

Galerien

Daniel Blau, Maximilianstraße 26, Tel. (089) 297474, nach Vereinbarung, Odeonsplatz 12, Tel. (089) 297342, Di-Sa 10-19 Zeigt in zwei Münchner Häusern "blue chips" wie Willem de Kooning, Andy Warhol, Donald Judd, Anselm Kiefer oder Georg Baselitz, aber auch klassische Fotografie und Stammeskunst.

Grimm Rosenfeld, Theresienstraße 56, Tel. (089) 38859240, Di-Fr 12-18, Sa 11-14 Im Programm: Internationale Zeitgenossen wie Emmanuelle Antille, Sonja Alhäuser, Mat Collishaw oder Cornelius Völker. Mit Dependance in New York.

Barbara Gross, Thierschstraße 51, Tel. (089) 296272, Di-Fr 13-18.30, Sa 11-14 Vertritt unter anderen bedeutende Künstlerinnen wie Tamara Grcic, Kiki Smith oder Nancy Spero.

Ben Kaufmann, Amalienstraße 14, Tel. (089) 28675557, Di-Fr 14-19, Sa 11-16 Malerei und Installationen, oft abstrakt, als Befragungen der Moderne. Vertritt junge Münchner Künstler wie Hansjörg Dobliar oder Claudia Wieser. Demnächst mit weiterem Standort in Berlin.

Sabine Knust, Ludwigstraße 7, Tel. (089) 29160703, Di-Fr 11-18, Sa 12-17 Jörg Immendorff, Per Kirkeby, Richard Prince: ein breit gefächertes Programm vor allem an arrivierter Kunst. Im Maximilian Verlag erscheinen Editionen und Multiples.

Christine Mayer, Liebigstraße 39, Tel. (089) 24243832, Di-Fr 14-18, Sa 12-1 Vertritt junge Münchner und Ex-Münchner wie Andrea Faciu, Lorenz Straßl oder Andreas Hofer, aber auch Dan Graham oder Heimo Zobernig.

Rüdiger Schöttle, Amalienstraße 41, Tel. (089) 333686, Di-Fr 11-18, Sa 11-14 Seit 1968 in München. Zeigte schon früh Dan Graham oder On Kawara vor Ort. Ansonsten Bedeutendes aus der Becher-Schule, aber auch Florian Süssmayr und junge Osteuropäer.

Monika Sprüth Philomene MagersSprüth Magers Projekte, Schellingstraße 48, Tel. (089) 33040600, Ludwigstraße 7, Tel. (089) 28890760. Beide: Di-Fr 11-14, 15-18, Sa 11-14 Ebenfalls einer der Münchner Platzhirsche. Stammsitze in Köln und München. Im Programm: Andreas Gursky, Thomas Demand, Jenny Holzer, Rosemarie Trockel, Fischli/Weiss, John Baldessari, Cindy Sherman Im Projektraum werden unter anderen junge Münchner wie Benjamin Bergmann vorgestellt.

Zink & Gegner, Theresienstraße 122a, Tel. (089) 52389449, Di-Fr 13-18, Sa 12-16 Junge Münchner wie Thomas Steffl oder Michael Sailstorfer, Schweizer wie Stefan Banz oder Felix Stefan Huber, aber auch Yoshitomo Nara.

Bild(er):

Bild: Andrea Faciu mit ihrer Videokamera im Wartebereich der U-BahnHaltestelle Odeonsplatz. Links: Zwei Standbilder aus der Videoarbeit "Le Luneux" (2003) - gesungen wird das Lied eines Blinden

Bild: Benjamin Bergmann vor dem Modell zu seiner Installation "Tunnelfassade", die im September an der Münchner Ludwigsbrücke angebracht wird

Bild: Benjamin Heisenberg ist in zwei Welten zu Hause: Er dreht Spielfilme und Videos (im Hintergrund läuft "Der Bombenkönig")

Bild: Studie des Misstrauens: der Spielfilm "Schläfer" (2005)

Bild: Vernetzt: Michael Sailstorfer, viel reisender Bildhauer

Bild: Wo kann sich der flexible Mensch zu Hause fühlen? Im Jahr 2001 baute Michael Sailstorfer im bayerischen Dorfen ein Haus aus den Bestandteilen von vier Wohnmobilen: "Heimatlied"

Bild: Liebt seltsame Helden: Anna Friedel mit ihrer Arbeit "Ain't the bunny happy" (2005) im Atelier

Bild: Kabinette des subtilen Schreckens: Lorenz Straßl baut mit Sperrmüll bizarre Wohnräume (zwei Fotografien ohne Titel, 2004)

Bild: Verlorengehen im Mikrokosmos: Lorenz Straßl

Bild: Holger Liebs, 39, ist Redakteur für Bildende Kunst im Feuilleton der "Süddeutschen Zeitung", München

Bild: Breit gefächertes Programm: Galerie Knust Kunsthaus der Sammlung Goetz, entworfen von den Architekten Herzog & de Meuron