Ausgabe: 02 / 2009
Seite: 101
Yves Saint-Laurent im Ausverkauf
Von Heinz Peter Schwerfel
Paris: Christie's rechnet mit Rekordpreisen für Sammlung YSL
Als die geplante Versteigerung der gemeinsamen Sammlung des kürzlich gestorbenen Modeschöpfers Yves Saint-Laurent und seines Lebensgefährten Pierre Bergé Ende September angekündigt wurde, hatte die internationale Finanzkrise bereits begonnen.
Dennoch war von einem Jahrhundertereignis die Rede, das nach Ansicht Pariser Experten bis zu 500 Millionen Euro bringen könne. Nun fällt vom 23. bis 25.
Februar unter der Glaskuppel des Grand Palais der Hammer von Christie's über insgesamt 700 Katalogstücke, und das große Ereignis droht zum Krimi zu werden.
Denn die Auktionen der letzten Monate verliefen enttäuschend bis schlecht, und nicht zuletzt der Markt für Antiquitäten erlitt große Einbußen.
Antiquitäten bilden den Schwerpunkt der Sammlung, die ein Spiegel des exquisiten, aber auch sehr eklektizistischen Geschmacks der beiden Sammler ist. Neben Kunsthandwerk aus der Renaissance gibt es Mobiliar aus dem frühen 20.
Jahr hundert sowie extra für Saint- Laurent entworfene Dekorationen des französischen Künstlerpaars Lalanne. An alter Kunst gehören Römisches und Chinesisches dazu, aber auch Ölgemälde von Frans Hals, Jean-Auguste-Dominique Ingres oder Théodore Géricault.
Die Moderne ist mit Henri Matisse, Fernand Léger und gleich drei Modrians prominent vertreten, dazu gibt es ein Aquarell von Paul Cézanne und eine Skulptur von Constantin Brancusi. Den höchsten Schätzwert mit 30 bis 40 Millionen Euro besitzt ein Picasso aus der kubistischen Periode, "Musikinstrumente auf kleinem Tisch" (1914).
Der Erlös der Versteigerung soll gemeinsamen Stiftungen für Mode und Aids-Forschung zugute kommen, sagt Bergé. Er wolle nichts behalten: "Yves Saint-Laurent ist tot, die Sammlung bedeutet nichts mehr." For sale: Yves Saint-Laurents Bar von François-Xavier Lalanne und Mondrian-Gemälde (links und hinten Mitte)
Saint-Laurent in seinem Büro vor seinem Porträt von Bernard Buffet
