Ausgabe: 04 / 2009
Seite: 116-117
KUNST & GELD
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Die Versteigerung der Sammlung des französischen Modeschöpfers Yves Saint Laurent im Februar in Paris übertraf alle Erwartungen.
Insgesamt wurden rund 374 Millionen Euro eingenommen, ein Weltrekord für eine Privatsammlung. Überschattet wurde die Auktion von dem Streit um zwei chinesische Bronzefiguren, die China als Raubgut vergeblich zurückforderte.
Sie wurden für 31 Millionen Euro von einem chinesischen Sammler ersteigert. Nach der Auktion gab er bekannt, dass es sich dabei um eine Protestaktion gehandelt habe. Er werde den Kaufpreis nicht zahlen. Das Auktionshaus Christie's prüft nun rechtliche Schritte (siehe auch Seite 3). +++ Auch Sotheby's muss jetzt ein spektakuläres Auktionsergebnis annullieren.
Vor einem Jahr meldete das Auktionshaus den Verkauf eines Schlüssels zum Tor der Kaaba, dem größten Heiligtum der Muslime, für 9,2 Millionen Pfund. Ein Rekordpreis. Doch inzwischen sind von Experten des British Museum Zweifel an der Echtheit des Eisenschlüssels laut geworden, der aus dem 12. Jahr - hundert stammen soll. Wie "Art Newspaper" berichtete, hat der anonyme Käufer das umstrittene Stück an Sotheby's zurückgegeben, der Verkauf wurde storniert und der Schlüssel dem ursprünglichen Besitzer übergeben. +++ In New York bietet eine Privatbank spezielle Kredite auf Kunstwerke. Die Art Capital Group arbeitet nach dem Prinzip eines Pfandhauses.
Sammler oder Künstler können Werke einliefern und beleihen, natürlich gegen saftige Zinsen. Von dem Angebot haben bereits Kunstpromis wie Julian Schnabel, Veronica Hearst und Annie Leibovitz Gebrauch gemacht. Laut "New York Times" verpfändete die amerikanische Fotografin für einen Kredit von 15,5 Millionen Dollar die Rechte auf ihr gesamtes Lebenswerk.
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