Ausgabe: 11 / 2009
Seite: 193
Materialschlacht
Von
Erste Monografie zum Werk des Malers Anselm Reyle
Sein Name fiel in letzter Zeit vor allem in Zusammenhang mit den in der Krise fallenden Preisen für junge Kunst. Der Künstler selbst gibt sich davon unbeeindruckt:
Zwar verkleinerte er die Schar seiner Assistenten um ein Drittel, aber wie zum Trotz erscheint jetzt seine erste umfassende Monografie.
Diese trumpft mit rund 500 aufwändig gestalteten Seiten - Neonsonderfarben, Lackpapiere, Folien - etwa 300 Werkabbildungen, ergänzt durch exklusive Atelieraufnahmen von Hedi Slimane. Der französische Allrounder setzte als Chefdesigner bei Yves Saint Laurent und Dior Homme einst Maßstäbe in Sachen Herrenmode, macht mittlerweile aber auch als Fotograf von sich reden. Den Künstler und seine Assistenten porträtierte er bei ihren en im Berliner Studio. Reyles effektvolle Arbeiten balancieren dabei auf einem zuweilen schmalen Grat zwischen Kunst und Pop.
Dass das Vorwort des Buches mit Zitaten von Ludwig Mies van der Rohe und Robbie Williams eröffnet, erscheint da konsequent.
Bis zum 10. Januar bietet eine Werkschau in der Kunsthalle Tübingen auch die Möglichkeit, sich dem Seiltanz zwischen High und Low direkt zu stellen. S. Z.
Uta Grosenick (Hrsg.): The Art of Anselm Reyle. DuMont Buchverlag.
Text englisch mit deutschem Beileger.
496 S., zirka 300 Abb., 228 Euro
