Ausgabe: 10 / 2005
Seite: 90-97

Auf nach Frankfurt!

Von Sandra Danicke

TITEL: Junge Szene Frankfurt - Comeback für die Kunststadt am Main / Kunststadt Frankfurt / Das höchste Bürohaus Europas findet sich hier ebenso wie urhessische Äppelwoi-Gemütlichkeit. Jeder dritte Frankfurter besitzt keinen deutschen Pass, Multikulti hat Tradition. Und natürlich Kunst: art-Korrespondentin weist den Weg zu den besten Orten der Stadt

MUSEEN

DEUTSCHES ARCHITEKTUR MUSEUM (DAM)

Schaumainkai 43; Di-So 11-18, Mi bis 20 Uhr; Tel. (069) 21238844; www.dam-online.de

Eine von Oswald Mathias Ungers zum Museum umgebaute Doppelhausvilla beherbergt das Deutsche Architektur Museum. Trotz seines Namens ist das 1979 von Heinrich Klotz gegründete und 1984 eingeweihte DAM weniger Museum als Ausstellungshalle. Neben Präsentationen über (auch unbekanntere) Architekten finden hier Vortragsreihen und Konferenzen für Fachleute und Laien statt, die die gesamte formale und inhaltliche Bandbreite heutiger Architektur abdecken. Die Abteilung "Von der Urhütte zum Wolkenkratzer" erklärt Kindern und Jugendlichen die Entstehung von Architektur anhand großformatiger Modelle. In enger Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen werden seit 2001 regelmäßig die Entwürfe begabter Studenten gezeigt.

Aktuelle Ausstellung: "A Lifetime for Architecture - Der Fotograf Julius Shulman" (2. Oktober bis 11. Dezember).

DEUTSCHES FILMMUSEUM

Schaumainkai 41; Di-Fr, So 10-17, Mi bis 20, Sa 14-20 Uhr; Tel. (069) 21238830; www.deutsches-filmmuseum.de

Ein Haus für Freunde der Filmkunst und Fachleute. Rund 5000 Kopien beherbergt das Filmarchiv des Museums, mit Schwerpunkt auf dem Avantgarde- und Experimentalfilm, dem künstlerischen Animationsfilm und dem Neuen Deutschen Film. Mehr als 2000 Objekte im Gerätearchiv dokumentieren die Technikgeschichte des Films. Etwa 800000 Fotos umfasst der Bestand des Fotoarchivs, im Plakat- und Textarchiv lagern über 21000 Filmplakate vom Stummfilmklassiker bis zum modernen Actionfilm sowie mehr als 1000 Drehbücher. Zusätzlich besitzt das Filmmuseum eine grafische Sammlung und ein Musikarchiv mit Tonträgern von der Edison-Walze über Schellack- und Vinyl-Schallplatten bis zur CD. Eine Dauerausstellung ist der Geschichte und Vorgeschichte des Films gewidmet. Historisches Herzstück ist das 1971 vom damaligen Frankfurter Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann gegründete Kommunale Kino.

Aktuelle Ausstellung: "Stop Motion - Die fantastische Welt des Puppentricks" (bis 16. Oktober).

LIEBIEGHAUS - MUSEUM ALTER PLASTIK

Schaumainkai 71; Di-So 10-17, Mi bis 20 Uhr; Tel. (069) 21238617; www.liebieghaus.de

Das Museum vereint Skulpturen der ägyptischen, griechischen und römischen Antike mit Werken des Mittelalters sowie der Kunst der Renaissance, des Barock und inzwischen auch des Klassizismus. Zu den berühmtesten Statuen gehört die so genannte "Frankfurter Athena", eine in Rom gefundene Kopie nach einem Vorbild des berühmten attischen Bronzebildhauers Myron aus der Mitte des 5. Jahrhunderts vor Christus, das auf der Akropolis in Athen stand.

Kommende Ausstellung: "Ägypten - Griechenland - Rom. Abwehr und Berührung" (26. November bis 26. Februar 2006 im Ausstellungshaus Holbeinstraße 1).

MUSEUM DER WELTKULTUREN

Schaumainkai 29-37; Di-Fr, So 10-17, Mi bis 20, Sa 14-20 Uhr; Tel. (069) 21235913; www.mdw.frankfurt.de

Seit seiner Gründung hat das ehemalige Museum für Völkerkunde viele Entwicklungen durchlaufen. Heute findet man die historische und zeitgenössische Kunst sowie Kultgegenstände der Dritten Welt in drei Villen am Museumsufer.

Aktuelle Ausstellung: "Africa Screams. Das Böse in Kino, Kunst und Kult" (bis 12. März 2006).

MUSEUM FÜR ANGEWANDTE KUNST FRANKFURT

Schaumainkai 17; Di-So 10-17, Mi bis 21 Uhr; Tel. (069) 21234037; www.museumfuerangewandtekunst.frankfurt.de

Mitten in einer malerischen Grünanlage am Main steht der 1985 fertig gestellte Neubau des New Yorker Architekten Richard Meier. Zur mehr als 30000 Exponate umfassenden Sammlung des ehemaligen Museums für Kunsthandwerk gehören europäisches und ostasiatisches Kunsthandwerk, internationales Design, islamische Kunst sowie Buchkunst und Grafik.

Aktuelle Ausstellung: "Seelen auf Wanderschaft. Meisterwerke buddhistischer Kunst der Joseon-Dynastie" (13. Oktober bis 18. Dezember).

MUSEUM FÜR MODERNE KUNST

Domstraße 10; Di-So 10-17, Mi bis 20 Uhr; Tel. (069) 21230447; www.mmk-frankfurt.de

Das jüngste Frankfurter Museum, wegen seiner Dreieckform "Tortenstück" genannt, beherbergt internationale Arbeiten aus den sechziger Jahren bis heute. In dem außergewöhnlich lichten Gebäude des Wiener Architekten Hans Hollein werden Werke aus der eigenen Sammlung, deren Grundstock die amerikanische Pop Art bildet, in immer neuen Präsentationen gezeigt. Hinzu kommen Sonderausstellungen zeitgenössischer Kunst, das "Dornbracht Installation Project", in dem Arbeiten von Künstlern wie Anton Henning präsentiert werden, und das so genannte Kinderzimmer, in dem jährlich Künstler wie Hans-Peter Feldmann oder Rosemarie Trockel eine besondere Ausstellung für Kinder realisieren. Herausragende Einzelausstellungen wie die der Mexikanerin Teresa Margolles, die Seifenblasen aus dem Waschwasser von Leichen durchs Museum schweben ließ, wechseln sich mit nicht minder spektakulären Gruppenschauen ab.

Aktuelle Ausstellung: "Spinnwebzeit - die eBay-Vernetzung" (bis 29. Januar 2006). Siehe Bericht Seite 28.

STÄDELSCHES KUNSTINSTITUT UND STÄDTISCHE GALERIE

Schaumainkai 63; Di, Fr-So 10-17, Mi, Do bis 21 Uhr; Tel. (069) 6050980; www.staedelmuseum.de

Das Städel ist der Louvre Frankfurts - eines der bedeutendsten und bekanntesten Kunstmuseen in Deutschland. 700 Jahre europäischer Kunst sind hier versammelt: 2700 Gemälde, 600 Skulpturen sowie 100000 Zeichnungen und Druckgrafiken von Albrecht Dürer, Hans Holbein und Lucas Cranach über Rembrandt, Jan Vermeer, Claude Monet, Vincent van Gogh und Paul Cezanne bis hin zu Henri Matisse und Pablo Picasso, Francis Bacon, Georg Baselitz und Blinky Palermo, vor allem jedoch Ernst Ludwig Kirchner und Max Beckmann. Im Ausstellungshaus in der Holbeinstraße werden regelmäßig Sonderausstellungen präsentiert. Die Graphische Sammlung gilt als eine der bedeutendsten ihrer Art. Schwerpunkte sind deutsche und italienische Künstler der Spätgotik und Renaissance, Franzosen des 18. Jahrhunderts sowie deutsche Künstler des 19. Jahrhunderts und des Expressionismus.

Kommende Ausstellung: "Mit Bleistift". Ausgewählte Bleistiftzeichnungen aus der Graphischen Sammlung (3. November bis 5. Februar 2006).

HESSISCHES LANDESMUSEUM DARMSTADT

Friedensplatz 1; Di-Sa 10-17, Mi bis 20, So 11-17 Uhr; Tel. (06151) 165703; www.hlmd.de

Hier trifft ein Mammut auf Beuys-Vitrinen, und Früchte-Stillleben treffen auf römische Scherben. Das Haus gehört heute zu den wenigen Museen, die noch mehrere Fach-disziplinen unter einem Dach vereinigen und somit ein fächerübergreifendes Wissen vermitteln. Die Sammlungen gehen auf die Landgrafen von Hessen-Darmstadt, insbesondere auf den Großherzog Ludewig I. (1753 bis 1830), zurück. Ausgestellt sind Exponate der Ur- und Frühgeschichte, griechische und römische Archäologie, mittelalterliche Elfenbeinarbeiten und Altargemälde, Glasmalerei vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert, Malerei, Plastik, Grafiken (unter anderem von Albrecht Dürer und Rembrandt), Kunstgewerbe von der Renaissance bis zur Gegenwart, ein Physikalisches Kabinett und historische Musikinstrumente, zoologische, geologisch-paläontologische und mineralogische Sammlungen. 2004 kam eine Schenkung von 40 Skulpturen des Genfer Sammlers Simon Spierer hinzu. Ein Höhepunkt ist der so genannte "Block Beuys", den der Künstler noch eigenhändig arrangiert hat.

Aktuelle Ausstellung: "Das Kabinett des Baron von Hüpsch" (bis 9. Oktober).

MUSEUM WIESBADEN

Friedrich-Ebert-Allee 2; Di 10-20, Mi-So 10-17 Uhr; Tel. (0611) 3352250; www.museum-wiesbaden.de

Das Museum Wiesbaden ist eines der drei staatlichen Museen des Landes Hessen. Es ist gegliedert in die Abteilungen Kunstsammlungen, Sammlung Nassauischer Altertümer und Naturwissenschaftliche Sammlung. Dauerhaft präsent sind die weltweit bedeutendste Sammlung von Werken des Malers Alexej von Jawlensky, die Sammlung Hanna Bekker vom Rath sowie Werke des Expressionismus und des Konstruktivismus.

Aktuelle Ausstellung: "Barbara Klemm und Kurt G. Weiner". Dokumentarische Fotografie zur Geschichte Hessens (bis 20. November).

GALERIEN

GALERIE MARTINA DETTERER

Hanauer Landstraße 20-22; Di-Fr 13-18.30 Uhr, Sa 11-14; Tel. (069) 491613; www.detterer.de

Martina Detterer hat einen Sinn für skurrilen Humor. Deshalb war sie auch gar nicht beleidigt, als einer ihrer Künstler, Marko Lehanka, ihr zum fünfzehnten Jubiläum kürzlich ein Bild malte: "150 Jahre Martina Detterer" stand darauf, und so hieß dann eben die Ausstellung. Zahlreiche Künstler der Galerie haben in Frankfurt an der Städelschule studiert, darunter Julia Jansen, Peter Rösel, Nikolaus List oder Stephan Melzl. Regelmäßig hier zu sehen sind auch die haptischen Gemälde Cornelius Völkers oder Installationen Via Lewandowskys, der hier schon mal seine absurden Selbstmordmaschinen ausgestellt hat.

GALERIE BÄRBEL GRÄSSLIN

Bleichstraße 48, Di-Fr 10-18, Sa 10-14 Uhr; Tel. (069) 280961; www.galerie-graesslin.de

Seit 20 Jahren zeigt Bärbel Grässlin ein qualitativ hochwertiges Programm. Hierzu gehört vor allem deutsche Kunst der achtziger und neunziger Jahre mit internationaler Reputation von Künstlern wie Günther Förg, Martin Kippenberger, Imi Knoebel und Albert Oehlen, aber auch österreichische Künstler wie Herbert Brandl und Franz West präsentieren hier seit Jahren regelmäßig ihre aktuellen Arbeiten. Die Szene Frankfurt wird durch Künstler wie Heiner Blum oder Tobias Rehberger repräsentiert.

GALERIE MICHAEL NEFF

Hanauer Landstraße 52; Di-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr; Tel. (069) 90431467; www.galerieneff.com

Der grellste Laufsteg der Kulturszene: Zu den Eröffnungen bringt man besser seine Sonnenbrille mit - die Neonröhren in der Galerie sind vermutlich die hellsten auf dem Markt. Hier kommen nicht nur die gigantischen Foto-Arbeiten von Katharina Sieverding optimal zur Geltung. Auch eine Installation von John Bock war offenbar so vorteilhaft in Szene gesetzt, dass Udo Kittelmann sie für sein Museum für Moderne Kunst gekauft hat. Michael Neff, seit neuestem auch Leiter der Kunstmesse Art Frankfurt, hat eben ein ausgeprägtes Faible für Stil und Glamour. Auch das Publikum zeigt sich hier gerne von seiner attraktivsten Seite.

VOGES + PARTNER GALERIE

Schweizer Straße 9; Di-Fr 11-18, Sa bis 16 Uhr; Tel. (069) 557454; www.vogesundpartner.com

Galerist Ulrich Voges, Mitbegründer der Basler Kunstmesse Voltashow, ist in Frankfurt schon einige Male umgezogen. Zuletzt residierte er in einer riesigen Fabrikhalle, um jetzt ganz gemütlich in einem villenartigen Wohnhaus intime Ausstellungen mit mittelalten Avantgarde-Künstlern aus der ganzen Welt zu machen, darunter Manfred Peckl, Tamara Grcic, Martin Liebscher, Maik und Dirk Löbbert oder Yuken Teruya. Was zunächst nur als Übergangslösung geplant war, gefällt dem Galeristen und seiner Kundschaft so gut, dass man das private Ambiente mit Flügel auf Parkettboden beibehalten will.

GALERIE ANITA BECKERS

Frankenallee 74; Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr; Tel. (069) 73900967; www.galerie-beckers.de

Anita Beckers ist eine Expertin für zeitgenössische Videokunst und Fotografie, ohne sich jedoch darauf zu beschränken. 1990 eröffnete sie in Darmstadt ihre erste Galerie, verlegte ihren Standort jedoch bereits 1998 nach Frankfurt, wo sie heute in zwei Etagen eines ehemaligen Fabrikgebäudes avantgardistische Kunst von Sigalit Landau, Jochen Flinzer oder Björn Melhus sowie die Arbeiten des Fotografen Anton Corbijn zeigt. Die Räume im Kellergeschoss sind für Erstausstellungen junger Künstler und Videokunst reserviert.

GALERIE WILMA TOLKSDORF

Hanauer Landstraße 136; Di-Fr 11-18, Sa 11-14 Uhr; Tel. (069) 43059427; www.wilmatolksdorf.de

In der Galerie von Wilma Tolksdorf sieht man Arbeiten, die man genauso gut in einem modernen Museum oder einer Ausstellungshalle finden könnte. Ob Candida Höfer, Axel Hütte oder Thomas Ruff - Fotoarbeiten der so genannten Becher-Schüler sind die Spezialität von Wilma Tolksdorf, die im Herbst eine zweite Galerie in der Berliner Zimmerstraße mit Werken von Jörg Sasse eröffnen wird. Darüber hinaus zeigt die Galeristin Fotografien von Beat Streuli und immer mal wieder Arbeiten ganz junger Künstler.

GALERIE PARISA KIND

Fahrgasse 7; Di-Fr 13-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr; Tel. (069) 29728840; www.parisakind.de

Die jungen Künstler, die Parisa Kind in ihrer Galerie zeigt, provozieren gerne. Sie benutzen aufgeladene Symbole wie Hakenkreuze oder Totenköpfe, stellen einen Hühnerwagen mit lebenden Tieren drin vor den benachbarten Domplatz, so dass sich der Baudezernent in der Zeitung mokiert, oder wohnen einfach in dem kleinen Galerieraum, dem sie eine masturbierende Puppe ins Schaufenster gesetzt haben. Zu den Künstlern gehören neben Martin Neumaier (siehe Seite 22) und Adrian Williams (siehe Seite 19) Andreas Hofer, Thomas Zipp, Thomas Palme und Thilo Heinzmann.

L. A. GALERIE - LOTHAR ALBRECHT

Domstraße 6; Di-Fr 12-19, Sa 11-16 Uhr; Tel. (069) 288687; www.lagalerie.de

Lothar Albrechts L. A. Galerie hat eine Dependance in Peking. Deshalb werden in seinen Frankfurter Räumen neben dem Museum für Moderne Kunst neuerdings häufiger Werke jüngerer chinesischer Künstler ausgestellt. Der Schwerpunkt seiner Galerie, die bereits seit 1990 besteht, liegt auf großformatiger Fotokunst von Künstlern wie Tracey Moffatt oder Oliver Boberg.

GALERIE POLLER

Brückenstraße 9-11; Mo-Fr 10-13 und 14-18.30, Sa 10-16 Uhr; Tel. (069) 624042; www.galerie-poller.com

Thomas Poller zeigt, was die Schüler der so genannten Becher-Schüler ihren Schülern vermittelt haben, und präsentiert demnach ganz junge Fotokunst. Zum Beispiel von Christian Gieraths oder Katlen Hewel, die beide bei Thomas Ruff an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert haben. Hinzu kommen Fotokünstler aus den USA, Frankreich und Skandinavien.

GALERIE ROTHAMEL

Fahrgasse 17, Di-Fr 13-18, Sa 11-15 Uhr; Tel. (0177) 5998445; www.rothamel.de

Ganz neu in Frankfurt ist die Galerie Rothamel, die 1996 in Erfurt gegründet wurde. An seinem zweiten Standort in Frankfurt will Jörk Rothamel das Profil seiner Galerie verjüngen. Hier sollen vorwiegend Installationen und Videos präsentiert werden. Zur Eröffnung zeigen jedoch Axel Anklam und Lage Opedal Plastik und Malerei (bis 8. Oktober).

GALERIE EVA WINKELER

Fahrgasse 9; Di-Fr 13-18, Sa 12-16 Uhr; Tel. (069) 90029336; www.winkeler.org

Es kam schon vor, dass man in Eva Winkelers Galerie gar nicht hineinkam, weil der Künstler Jo Dickreiter sie mit Holzplatten vernagelt hatte. Man musste dann eben durch die Astlöcher spähen oder das mehrfarbig lackierte Holz gleichsam als Bild bewundern. Seit die junge Kunstliebhaberin vor einem Jahr ihre Galerie eröffnete, muss man hier mit Überraschungen rechnen - seien es orientalisch anmutende Wandarbeiten von Peyman Rahimi (siehe Seite 16) oder fast leere Leinwände von Carsten Fock.

GALERIE ADLER

Hanauer Landstraße 134; Di, Mi 15-18, Do, Fr 12-19, Sa 11-15 Uhr; Tel. (069) 43053962; www.galerieadler.com

Ulrike Adler zeigt junge Künstler wie Klaus Wanker, Alex McQuilkin oder Alejandro Vidal, deren Arbeiten sich um die Themenbereiche Jugend- und Subkultur drehen. In den neu eröffneten Projekträumen "Subzone 1" und "Subzone 2" zeigen junge Videokünstler wie Nasan Tur oder Jesper Just neue Filme.

SYNART ART GALLERY

Wiesenau 18; Di-Fr 13.30-18.30, Sa 12-16 Uhr; Tel. (069) 97205141; www.synartgallery.de

Galerist Georg Myllynen ist Finne, und so zeigt er ausschließlich Künstler aus Skandinavien. Das Jahr 2005 ist der finnischen Fotografie gewidmet. Bisher waren hervorragende Aufnahmen von Tiina Itkonen oder Eva Persson zu sehen; es folgen Fotos von Ilkka Halso.

GALERIE SCHUSTER

Fahrgasse 8; Di-Fr 13-18, Sa 11-16 Uhr; Tel. (069) 292993; www.galerie-schuster.de

Die Galerie von Claudia und Helmut Schuster ist mit 250 Quadratmetern die größte auf der Galerienmeile Fahrgasse. Gezeigt wird vorwiegend internationale zeitgenössische Malerei, zum Beispiel von Sabine Dehnel oder Martin McGinn. Schuster ist Mitbegründer der Initiative "Frankfurtkunstmitte", eines Zusammenschlusses von 13 Innenstadt-Galerien, die mit gemeinsamen Eröffnungen für Auftrieb sorgen.

GALERIE EXLER

Fahrgasse 6; Mi-Fr 14-18.30, Sa 11-15 Uhr; Tel. (069) 283818; www.galerie-exler.de

Seit 1975 zeigt die Galerie Exler außereuropäische Kunst in thematischen Ausstellungen. Die Schwerpunkte liegen auf afrikanischer Kunst, Schmuck aus Indien, Afrika und Marokko, Textilkunst, Keramik und der Kunst der Aborigenes.

DIE GALERIE

Grüneburgweg 123; Mo-Fr 9-18, Sa 10-14 Uhr; Tel. (069) 9714710; www.die-galerie.com

Seit 26 Jahren zeigt Peter Femfert Grafik, Malerei und Bildhauerei von Zeitgenossen und Künstlern der klassischen Moderne. Darunter Horst Janssen, Bernhard Jäger, Andre Masson und Mitglieder der Gruppe Cobra.

GALERIE ROTHE

Danneckerstraße 39a; Di-Fr 11-18, Sa 11-14 Uhr; Tel. (069) 96206471; www.galerie-rothe.de

Die Galeristin Maria Rothe ist Expertin für deutsche Kunst nach 1950 mit dem Schwerpunkt Bildhauerei. Zu den Künstlern der bereits 1961 gegründeten Galerie gehören unter anderem Michael Croissant, K. O. Götz, Günther Uecker und Reiner Jochims.

GALERIE APPEL

Corneliusstraße 30; Di-Fr 13-18, Sa 10-14 Uhr; Tel. (069) 749377; www.galerie-appel.de

Die Galerie Appel (früher Appel und Fertsch, dann Appel und Troschke) stellt vorwiegend abstrakte Malerei von deutschen Künstlern wie Günter Fruhtrunk oder Thomas Kaminsky aus, außerdem abstrakte Skulpturen von Heinz Breloh oder Hans Steinbrenner.

HERBERT MEYER-ELLINGER

Brönnerstraße 22; Tel. (069) 292994; www.meyer-ellinger.de

Anfang des Jahres hat der Galerist Herbert Meyer-Ellinger seinen Schwerpunkt auf die Kunstberatung verlegt. Künftig werden in seinen Räumen Marian Stein-Steinfeld und Rolf Dingeldein die Galerie "dsART" betreiben.

KUNSTRÄUME

FRANKFURTER KUNSTVEREIN

Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44; Di-So 11-19 Uhr; Tel. (069) 2193140; www.fkv.de

Der Frankfurter Kunstverein macht es seinen 1700 Mitgliedern und weiteren Besuchern nicht gerade leicht: Die Ausstellungen sind häufig spröde und erfordern eine intensive Auseinandersetzung - nicht nur mit den Intentionen der Künstler, auch mit politischen und gesellschaftlichen Hintergründen. Und nicht zuletzt mit dem Kunstbegriff - schließlich stellt der Kunstverein auch Arbeiten von Modemachern wie Bernhard Willhelm oder Designern wie M/M (Paris) aus. Die zeitgemäße Präsentation und Vermittlung komplexer aktueller Positionen zeichnet die Arbeit des Frankfurter Kunstvereins aus.

Aktuelle Ausstellung: "Paralleles Leben". Ausstellung zur Buchmesse/Gastland Korea (5. Oktober bis 27. November).

PORTIKUS

Weckmarkt 17; Di-So 11-18, Mi bis 20 Uhr; Tel. (069) 21998760; www.portikus.de

Im Portikus, der als Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst zur Städelschule gehört, werden neben aktuellen Arbeiten bekannter Künstler junge internationale Positionen präsentiert. Hier trifft sich die Kunstszene: Städelschüler, Galeristen, Institutsleiter - alle kommen sie zu den Eröffnungen, weshalb man von der Kunst dann häufig nicht viel erkennen kann. Der Name geht zurück auf den erhaltenen Portikus der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadtbibliothek von 1825, an den 1987 durch die Frankfurter Architekten Marie-Theres Deutsch und Klaus Dreißigacker eine sehr einfache Ausstellungshalle angebaut wurde. Aufgrund der Rekonstruktion der einstigen Bibliothek ist der Portikus nach 16 Jahren und weit über 100 Ausstellungen im Sommer 2003 vorübergehend in das Erdgeschoss des Frankfurter Leinwandhauses eingezogen. Tobias Rehberger hat hier ein Raumkonzept entwickelt, das es ermöglicht, durch den Einbau von Kisten- und Plattformelementen den Ausstellungsraum, das Büro, den Buchladen und die Lagerräume gemeinsam in die ansonsten eher rustikale Halle zu integrieren. Olafur Eliasson hat gemeinsam mit der Firma Zumtobel Staff die Beleuchtung entwickelt. Für Frühjahr 2006 ist der Umzug in den von Christoph Mäckler entworfenen Neubau auf der Maininsel an der Alten Brücke vorgesehen.

Aktuelle Ausstellung: "Chung Seoyoung". Ausstellung zur Buchmesse/Gastland Korea (8. Oktober bis 11. November).

SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT

Römerberg; Di, Fr-So 10-19, Mi, Do bis 22 Uhr; Tel. (069) 2998820; www.schirn-kunsthalle.de

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt gilt als eines der renommiertesten Ausstellungshäuser Deutschlands. Ihren Namen verdankt sie den Metzgerständen, die im Mittelalter an gleicher Stelle standen. Seit 1986 wurden über 100 Ausstellungen realisiert, darunter große Übersichtsschauen zu Expressionismus, Dada und Surrealismus, zur Geschichte der Fotografie, zu aktuellen Positionen in der Soundart sowie Retrospektiven von Wassily Kandinsky, Marc Chagall, Alberto Giacometti oder Bill Viola.

Ausstellungen: "Rodin Beuys" (bis 27. November). "Summer of Love" (2. November bis 12. Februar 2006).

FOTOGRAFIE FORUM INTERNATIONAL

Weckmarkt 17 (81. Stock); Di-Fr 11-18, Mi bis 20, Sa, So bis 17 Uhr; Tel. (069) 291726; www.fotografieforuminternational.de

Das Fotografie Forum international hat sich auf zeitgenössische und historische Fotografie von internationalem Rang spezialisiert. Fotojournalistische Reportagen werden ebenso ausgestellt wie Beispiele aus der Modefotografie, aus Kunst, Wissenschaft oder Werbung. Von Magnum-Fotografen über Martin Parr oder Robert Walker, von der Themenausstellung bis zur Einzelpräsentation.

Aktuelle Ausstellung: "Fast Forward: Photographic Message from Korea" (9. Oktober bis 27. November).

SINCLAIR-HAUS

Sinclair-Haus, Altana Kulturforum, Löwengasse 15, Bad Homburg v. d. Höhe; Tel. (06172) 138890; Öffnungszeiten während der Ausstellungen: Di 14-20, Mi-Fr 14-19, Sa, So und an Feiertagen 10-18 Uhr

Isaak von Sinclair (1775 bis 1815) war Diplomat, Dichter und Philosoph. Als Berater und enger Vertrauter des Landgrafen von Hessen-Homburg vertrat er die Interessen der kleinen Landgrafschaft, unter anderem auf dem Wiener Kongress. Nach Sinclair ist deshalb ein Barock-Ensemble benannt, das Anfang des 18. Jahrhunderts gegenüber dem Bad Homburger Schloss errichtet wurde. 1978 erwarb die Altana AG, ein Pharma- und Chemiekonzern, das verfallene und vom Abriss bedrohte Gebäude und ließ es restaurieren. Seit 1982 finden im Sinclair-Haus jährlich drei bis vier Ausstellungen von Künstlern wie Joan Miro, Markus Lüpertz oder Ernst Ludwig Kirchner statt. Das Programm konzentriert sich auf vier Ausstellungsreihen: "Arbeiten auf Papier", "Private Sammlungen zu Gast im Sinclair-Haus", "Skulpturen und Bildhauerzeichnungen" sowie "Bildende Kunst und Literatur".

ÜBERNACHTEN

BRISTOL HOTEL

Ludwigstraße 15; Tel. (069) 242390; www.bristol-hotel.de; Doppelzimmer ab 100 Euro

In zentraler Lage zwischen Messe und Hauptbahnhof haben Michael Rosen und Axel Ursenau ein altes Retortenhotel der Mercure-Gruppe übernommen und in eine geschmackvolle Design-Unterkunft verwandelt. Die 145 Zimmer sind hell, edel und elegant.

INN SIDE RESIDENCE EUROTHEUM

Neue Mainzer Straße 66-68; Tel. (069) 210880; www.innside.de; Doppelzimmer ab 250 Euro

74 Apartments und Suiten mitten im Bankenviertel, die in fünf Stilen ausgestattet sind: Gäste haben die Wahl zwischen dem Classic, dem Romance, dem Avantgarde, dem Tradition oder dem Modern Style.

PALMENHOF

Bockenheimer Landstraße 89-91; Tel. (069) 7530060; www.palmenhof.com; Doppelzimmer ab 115 Euro

Edles Privathotel in schönem Gründerzeitgebäude. Die Zimmer sind individuell mit Antiquitäten verschiedener Epochen gestaltet.

HOTEL AM BERG

Grethenweg 23; Tel. (069) 6605370; www.hotel-am-berg-ffm.de; Doppelzimmer ab 74 Euro

Die Zimmer in dieser romantischen Gründerzeitvilla im neoromanischen Stil sind äußerst eigenwillig eingerichtet: mal plüschig, mal rustikal oder im Tigerlook.

ARABELLASHERATON GRAND HOTEL

Konrad-Adenauer-Straße 7; Tel. (069) 29810; www.arabellasheraton.com; Doppelzimmer ab 190 Euro

Ob klassisch-elegant oder postmodern, ob asiatisch oder Art deco - im Sheraton gibt es Zimmer für jeden Geschmack. Und Marmorbäder mit Fußbodenheizung.

ESSEN UND TRINKEN

SILK IM COCOONCLUB

Carl-Benz-Straße 21; Di-Do 19-3, Fr-Sa 19-6 Uhr; Tel. (069) 900200; www.cocoonclub.net

Für das erste Bed-Restaurant der Stadt wurde eigens ein Starkoch aus New York engagiert. Die Gäste liegen auf weißen Sofas und essen köstliche Häppchen aus kleinen Schälchen. Zum Beispiel eine eigenwillige Kreation aus sauren Apfelstückchen mit Meerrettich, Kaviar und süßem Sorbet.

HOLBEIN'S

Holbeinstraße 1; Di-So 10-24 Uhr (Küche Di-Fr 12-15, Sa, So 12-16, Di-So 18-22.15 Uhr); Tel. (069) 66056666; www.meyer-frankfurt.de

Das Holbein's im Städel-Museum bietet ausgezeichnete internationale Küche und hervorragende Weine zu Pianomusik in stilvollem Ambiente aus Glas und Stahl. Empfehlenswert ist etwa der Spanferkelrücken in Thymian-Bacon.

RESTAURANT OPERA

Opernplatz 1; Mo-So 12-23 Uhr; Tel. (069) 1340215; www.opera-restauration.de

Käfer-Restaurant im historischen Foyer der Alten Oper. Man sitzt in Plüschsesseln in meterhohen Räumen, deren Decke im Rokoko-Stil verziert ist, oder auf der Terrasse mit herrlichem Skyline-Blick. Die Küche von Sternekoch Alois Köpf ist exzellent. Das Angebot reicht vom halben Hummer bis zum Festtagsbraten. Sonntags trifft man sich hier zum edlen Brunch.

TIGER-RESTAURANT

Heiligkreuzgasse 16-20; Di-Sa 18-24 Uhr; Tel. (069) 92002225; www.tigerpalast.de

Restaurant mit Gourmetküche im Variete Tigerpalast. Hier gibt es erstklassige Mehrgang-Menüs, zum Beispiel mit einem Souffle von jungen Erbsen mit Madras-Curry-Schaum oder Kaninchenrücken mit geräuchertem Ragout vom Angeldorsch.

FICHTEKRÄNZI

Wallstraße 5; Mo-So 17-24 Uhr; Tel. (069) 612778;

Traditionelles Apfelweinlokal in Alt-Sachsenhausen. Neben den Frankfurt-Klassikern wie Rippsche mit Kraut oder Handkäs' mit Musik gibt es hier aber auch Austern oder asiatische Gerichte. Und neben Apfelwein-Bembeln auch Grauburgunder oder Bier.

GRÖSSENWAHN

Lenaustraße 97; Mo-So 16-2 Uhr (Küche 18-23 Uhr); www.cafegroessenwahn.de; Tel. (069) 599356;

Seit 27 Jahren bietet das legendäre Cafe Größenwahn, ehemaliger Treff der 68er und Spontis, ein angenehm legeres Ambiente und eine hervorragende deutsche und mediterrane Küche. Auf der täglich wechselnden Speisekarte sind beispielsweise Thunfischsteaks oder auch mal Salbeischnitzelchen zu finden. Ohne Reservierung ist in diesem Lokal jedoch leider kein Platz zu bekommen.

CAFES, BARS, KNEIPEN

FRANKFURTER KÜCHE

Hanauer Landstraße 86; Mo-Fr 11.30-14.30, Mo-Fr 18-2, Sa, So 18-3 Uhr; Tel. (069) 43056878; www.frankfurter-kueche.de

Die Frankfurter Küche bietet genau das, was ihr Name verspricht: lokale Gerichte zu günstigen Preisen. Auf der Karte steht sogar ein köstliches hessisches Tiramisu mit Äpfeln. In dem Szenetreff mit DJ-Programm sind aber auch Apfelwein-Trinker willkommen.

BAR OPPENHEIMER

Oppenheimer Straße 41; September bis Mai Mo-So 20-2, Juni bis August 21-2 Uhr; Tel. (069) 626674

In der cool gestalteten schlauchförmigen Bar im Stil der achtziger Jahre in Sachsenhausen treffen sich seit vielen Jahren die besten Künstler, Designer und andere Kreative der Stadt zum absolut perfekt gemixten Cocktail. Die Preise sind dennoch moderat.

BLUMEN

Rotlintstraße 60; Mi-Sa 19-1 Uhr; Tel. (069) 49085610

Stilvolle Bar mit integriertem Mini-Restaurant, in dem edle Gerichte originell zubereitet werden. Ledersofas und Kuhfell-Hocker sorgen für ein legeres Ambiente.

MOLOKO+

Kurt-Schumacher-Straße 1; Mo-Do, So 10-1, Fr, Sa 10-2 Uhr; Tel. (069) 13886932; www.moloko-am-meer.de

Trendige Eckbar, die in direkter Nachbarschaft zu den jüngeren Galerien in der Fahrgasse gelegen ist, mit stilvoller Retro-Einrichtung. Morgens dient das Moloko+ als Frühstückscafe; tagsüber werden leckere Snacks serviert.

CAFE KARIN

Großer Hirschgraben 28; Mo-Do 9-1, Fr, Sa 9-2, So 10-19 Uhr; Tel. (069) 29 52 17; www.cafekarin.de

Das Cafe Karin ist mit seinen hellen, großen Räumen mitten in der Innenstadt und seinem gemischten, meist jungen Publikum ein Ort für jede Uhrzeit. Sämtliche Frühstücksvarianten, die alle nach Frankfurter Stadtteilen benannt sind, gibt es bis 18 Uhr. Was nicht heißt, dass nicht auch sehr empfehlenswerte Mittags- und Abendgerichte auf den täglich wechselnden Karten zu finden sind.

CAFE IM LIEBIEGHAUS

Schaumainkai 71; Di-Fr 11-20, Sa 11-18.30, So 10-20 Uhr; Tel. (069) 635814

Versteckt gelegenes Museumscafe im Erdgeschoss der Villa Liebieg. Zugänglich ist das Cafe im Liebieghaus von der wie ein italienischer Innenhof gestalteten Gartenterrasse. Es gibt ausgezeichneten Kaffee und selbst gebackenen Kuchen.

DIAMONDS & PEARLS

Carl-Theodor-Reiffenstein-Platz 6; Mo-So 11-2 Uhr; Tel. (069) 94942864

Mittags ist das Diamonds & Pearls ein Spitzenrestaurant, abends verwandelt es sich in eine stilvolle Bar. Viel Holz an Wänden und Fußboden gibt der modernistischen Gestaltung einen gemütlichen Touch. Treffpunkt für Hedonisten: die Zigarrenlounge.

REISEFÜHRER UND LITERATUR

MARCO POLO STADTFÜHRER FRANKFURT UND UMGEBUNG FÜR FRANKFURTER von Katja Bongardt und Matthias Heitmann, Hrsg. Frankfurter Rundschau, Verlag Mairdumont 2005, 7,95 Euro.

MARCO POLO REISEFÜHRER FRANKFURT von Rita Henß, Verlag Mairdumont 2005, 7,95 Euro.

FRANKFURT/MERIAN, DIE LUST AM REISEN. EINE STADT MIT LEBENSART Travel House Media 2003, 7,50 Euro.

MEIN FRANKFURT von Martin Mosebach. Hrsg. Rainer Weiss, Insel Verlag 2002, 8,50 Euro

"Mein Kunstort in Frankfurt ist das Fotografie Forum international. Seit über 20 Jahren werden dort fast alle der besten deutschen und internationalen Fotografen gezeigt. Außerdem ist es ein Ort, an dem man immer wieder interessante neue Entwicklungen in der Fotografie entdecken kann." Barbara Klemm, Fotografin

"Wo anfangen, wo aufhören? Frankfurt ist reich an ,Kunst-Orten` und Orten der Kunst; die Qual der Wahl unvermeidlich. Mich zieht es immer wieder ins Städel zu der grandiosen Beckmann-Sammlung und danach - wenn Zeit bleibt - in den Garten des Liebieghauses. Magisch zieht mich aber auch der urbane Opernplatz mit der Alten Oper an, Deutschlands bestem und schönstem Konzerthaus."

Petra Roth, Oberbürgermeisterin

"Mein Kunstort ist die Mensa der Städelschule. Die Atmosphäre ist einfach einzigartig. Vor allem bei den Rundgängen durch die Ateliers herrscht hier so ein kreativer Trubel, dass gute Gespräche und Ideen ganz von selbst entstehen."

Wilma Tolksdorf, Galeristin

"Mein Kunstort. Seit 20 Jahren stelle ich meine Künstler in Frankfurt aus und dies nach wie vor mit viel Spaß und guter Laune. Also welche Frage, mein Kunstort ist die Bleichstraße 48."

Bärbel Grässlin, Galeristin

"Meine Kunstorte sind der Portikus, wegen der Anbindung Frankfurts an die Avantgarde. Und der ,Hammering Man` von Jonathan Borofsky. Da sieht man doch schon bei der Einfahrt nach Frankfurt, dass in dieser Stadt gearbeitet wird."

Joachim Unseld, Verleger und Sammler

Eigentlich sind es zwei Orte. Zum einen ein wirklicher Ort der Kunst, die Galerie Michael Neff, und zum anderen der Kunst-, besser der künstliche Ort in Frankfurt schlechthin: der Flughafen Rhein-Main. Zum 1.: Den beiden Architekten Frank Boehm/Wilfried Kühn (inzwischen Kühn Malvezzi Berlin) ist hier wahrlich der perfekte White Cube gelungen. Hier stimmt alles: Licht (gleißend hell und absolut schattenfrei), die Proportion des Raums, die Farbgebung und die präzise Platzierung eines jeden Ausstattungselements. Beispielhaft. Und dennoch vollkommen unprätentiös. Das ist zweifellos auch der Flughafen. Allerdings wäre das auch schon die einzige Gemeinsamkeit mit Boehm/Kühns Werk. Ansonsten ist dieser Airport vor allem eins: ein gebautes Architektur-Kaleidoskop der BRD. Und das in all seiner Mittelmäßigkeit (Terminal 2), in all seinem Wildwuchs (Terminal 1 und B-Ebene), in all seinem Pragmatismus. Von Fachwerkattrappen bis zum ambitionierten Deko-Tech sind hier so ziemlich alle Stilübungen neudeutscher Bau-,Kunst` präsentiert. Ein ,Must` für alle sadomasochistisch veranlagten Architektur-Touristen.

Volker Albus, Professor für Produkt- und Ausstellungsdesign

Bild(er):

Bild: Ein "Tortenstück": das 1991 eröffnete Museum für Moderne Kunst, entworfen vom Architekten Hans Hollein, vor der Frankfurter Skyline

Bild: Anton Henning installierte 2005 seinen "Frankfurter Salon" in den Räumen des MMK

Bild: Max Beckmann für die Jüngsten: Kinderführung durch die berühmte Sammlung des Städelschen Kunstinstituts

Bild: Avantgarde in grellem Licht: Galerie Michael Neff mit Arbeiten von Katharina Sieverding

Bild: Die Becher-Schüler sind ihre Spezialität: Blick in die Galerie Wilma Tolksdorf mit Arbeiten von Thomas Ruff

Bild: Portikus zu Gast im Leinwandhaus: "Mars Black", eine Licht-Installation von Spencer Finch, 2003

Bild: Im Mittelalter wurde hier Fleisch verkauft: Schirn Kunsthalle mit historischen Stadtresten

Bild: Kunstverein: Malerei von Kalina Lindena und Martin Neumaier, Decke von Liam Gillick

Bild: Heißer Anwärter auf den Titel des besten Museumsrestaurants: "Holbein's" im Städel

Bild: Mittags Spitzenrestaurant, abends Bar: "Diamonds & Pearls"

Bild: Fotos