Ausgabe: 10 / 2003
Seite: 125
Der Hoffnungsträger
Von
Kunstmarkt: Gerard Goodrow war Trend-Scout bei Christie's, jetzt soll er die "Art Cologne" auf Vordermann bringen
Schon fast unangenehm war ihm der Rummel um seine Ernennung. Gerard Goodrow, frisch ernannter Direktor der "Art Cologne", deutet ihn als Folge der Depression, die das Kölner Kunstleben im Griff hat: Man klammert sich an einen Hoffnungsträger.
Goodrow ist der erste Direktor der Kunstmesse, die bislang nur einen Abteilungsleiter im Rahmen der Köln Messe hatte. Der Optimismus ausstrahlende 39-Jährige studierte Kunstgeschichte an der amerikanischen Rutgers University in New Brunswick/New Jersey und in Köln. Er arbeitete als Kurator für verschiedene Museen, unter anderem für das Kölner Museum Ludwig, und war Leiter der Abteilung Nachkriegs- und Gegenwartskunst bei Christie's in London.
Köln ist ihm seit Studienzeiten zur Heimat geworden. Deshalb will Goodrow demnächst auch die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen. Behalten wird er jedoch die uramerikanische Überzeugung, dass Probleme dazu da sind, um gelöst zu werden.
Ab 2004 wird man der Messe seine Handschrift anmerken. Sein Ziel: die "Art Cologne" als Nummer zwei hinter dem internationalen Spitzenreiter, der "Art Basel", fest zu etablieren. Dazu will Goodrow die Informationspolitik, die Gastronomie, aber auch das Rahmenprogramm verbessern. Und er plant, in Abstimmung mit dem Zulassungsausschuss verstärkt prominente Sammler, Galeristen und Künstler an den Rhein zu locken, in die Mitte einer Kulturlandschaft, die, so der neue Messechef, allemal mehr Vielfalt als Basel, London und sogar New York zu bieten habe.
Bild(er):
Bild: Szene-Kenner: G. Goodrow
