Ausgabe: 09 / 2001
Seite: 10-11
Haralds neues Hauptquartier
Von Silke Mller
Die verrückten Zeiten im "Pump Haus" sind vorbei - nun wird Hamburgs fröhlichster Sammler seriös: Fünf Jahre lang hamsterte der lustorientierte Impulskäufer Harald Falckenberg, 58 (art 12/2000), in dem Abbruchhaus am Flughafen moderne und brandneue Kunst. Jetzt ist er mit seiner gut 1000 Arbeiten umfassenden Kollektion in die Phoenix-Fabrik in Hamburg-Harburg gezogen. Rund 4000 Quadratmeter stehen in den Hallen aus der Jahrhundertwende zur Verfügung - umgebaut vom Frankfurter Architekten Roger Bundschuh. Etwa die Hälfte dient der Präsentation internationaler Privatsammlungen. Zum Auftakt wählte Zdenek Felix, Direktor der Deichtorhallen, aus den Sammlungen Falckenberg, F. C. Gundlach und Klaus Lafrenz Arbeiten für eine Gruppenausstellung aus. Die andere Hälfte ist Falckenbergs neues Hauptquartier mit Videoräumen, Installationen und Schiebewänden für die Bilderkollektion. Getragen wird das Projekt von der eigens gegründeten Phoenix Kulturstiftung.
Führungen: Anmeldung erforderlich, Tel. 040/76672388. Katalog: Zdenek Felix (Hrsg.): Pump Haus. Sammlung Falckenberg. Verlag Lindinger + Schmid, Regensburg, 256 Seiten. 74 Mark
Bildunterschrift: "PhoenixArt" - Kunst aus Hamburger Privatsammlungen: Stein-Arbeit von Richard Long (Sammlung Lafrenz) und Wandmalerei mit Aquarellen von Franz Ackermann (Sammlung Falckenberg) / Sammler F. C. Gundlach und Harald Falckenberg mit Zdenek Felix, Direktor der Hamburger Deichtorhallen (von links), vor einem Gemälde von Frank Stella / Links: Im Zentrum der schlichten Hallen erlaubte sich Architekt Roger Bundschuh als Schaustück eine Treppe. Rechts: das "Kornfeld" von Katia Kelm in der Sammlung Falckenberg / Links: "Sozialkistentransporter" von Martin Kippenberger, vorn eine Arbeit von Mark Dion. Rechts: aus Falckenbergs Bestiarium - Kunststoffgorillas von Bjarne Melgaard / Museum im Museum: Der Total-Installierer Jonathan Meese richtete fünf Räume in Falckenbergs Kunst-Universum ein - einen davon widmete er dem Vater des Sammlers. Der hatte die Eigenart, die größten Skandalstorys seiner Zeit auszuschneiden und in Ordnern zu sammeln - eine Hinterlassenschaft, die Meese dankbar in sein Werk hineinwurstelte /
