Ausgabe: 09 / 2002
Seite: 112

Und die Gewinner sind

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Museumsneubau: Statt einem gleich vier Sieger-Entwürfe beim Wettbewerb für das Brandhorst-Museum in München

Die Vorgaben lassen wenig Spielraum: 83 mal 16 Meter misst das Grundstück in der Münchner Maxvorstadt nahe den drei Pinakotheken, auf dem das Museum für die Sammlung von Udo Brandhorst (art 5/2002) gebaut werden soll. Nachdem der Stifter es abgelehnt hatte, mit Stephan Braunfels, dem Architekten der Pinakothek der Moderne, zusammenzuarbeiten, wurde ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben. Nun präsentierte die Jury nicht einen, sondern gleich vier Sieger. Das 19-köpfige Gremium, darunter der Sammler selbst, die Staatsminister Hans Zehetmair (Kunst) und Kurt Faltlhauser (Finanzen), fand aber keinen der Entwürfe ohne Einschränkung überzeugend. Die Entscheidung fällt am 11. Oktober.

Bild(er):

Bild: Rechts oberhalb der Pinakothek der Moderne und neben den drei Bauten des Geowissenschaftlichen Instituts liegt das schmale Grundstück (blau gekennzeichnet), auf dem das Museum für die Sammlung von Anette und Udo Brandhorst entstehen soll.

Bild: Die Münchner "meck architekten" um Andreas Meck schlagen einen durchgehenden dunkelroten Ziegelbau vor, den die Jury "im Zusammenhang des Ensembles ... problematisch" findet, der aber zur Alten Pinakothek eine optische Verbindung herstellt. Zur Pinakothek der Moderne hin setzt der Meck-Entwurf einen deutlichen Akzent durch eine Art Turm.

Bild: Nicht in Bezug zur Pinakothek setzen Sauerbruch Hutton das neue Museum, sondern zu einem gegenüberliegendem Wohnhaus, das Sep Ruf in den fünfziger Jahren entwarf. Die Fassade aus bedrucktem Glas erschien der Jury allerdings als zu "eigenwillig und modisch". Außerdem ignoriere der Zugang die gewünschte Verbindung zum Museumsforum.

Bild: Der Vorschlag der Nürnberger Architekten Bär, Stadelmann, Stöcker sieht eine Aufgliederung des Baukörpers in sieben Blöcke vor, eine laut Jury "prinzipiell kraftvolle Idee", die durch das für die Fassade verwendete Material Schiefer noch unterstützt werde. Doch es gibt auch Bedenken: "Der dunkle Fels inmitten der Stadt wirkt fremdartig."

Bild: In ihrem Entwurf spaltet die Londoner Architektin Zaha Hadid den Baukörper diagonal in zwei Teile. Der schluchtartige Mittelgang dient als Foyer und Zugang zu den Räumen, bringt aber schräge und somit nur bedingt zur Bild-Präsentation geeignete Wände mit sich. Die Jury: "Der Entwurf versteht sich als Solitär Das Haus ist Raumkunst."