Ausgabe: 09 / 2004
Seite: 117
Die Pinakothek muss warten
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Kulturpolitik: München erhält das Brandhorst-Museum
Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtages hat am 13. Juli Gelder in Höhe von 46 Millionen Euro für den Bau des Brandhorst-Museums in München gebilligt - und damit zugleich ein anderes Projekt gestoppt: Der zweite Bauabschnitt der Pinakothek der Moderne wird zunächst nicht realisiert.
Verwunderlich daran: Der frühere Kunstminister Hans Zehetmair hatte diesen zweiten Bauabschnitt, von dem vor allem die Graphische Sammlung profitieren würde, noch im September letzten Jahres verbindlich zugesagt. Inzwischen heißt es, angesichts knapper Kassen sei nicht genug Geld für beide Projekte da.
Kritiker machten sprunghaft gestiegene Kosten beim Brandhorst-Museum für die Entscheidung verantwortlich. Dem widersprechen sowohl Finanz- und Kunstministerium als auch die Architekten des Museums, Sauerbruch/Hutton (art 2/2004). Im Wettbewerb sei zwar ein Rahmen von 35 Millionen Euro genannt worden, doch habe es damals keine "qualifizierte Kostenermittlung" für Erschließungskosten gegeben.
Die Entscheidung für das Brandhorst-Museum hat - von den vertraglichen Verpflichtungen des Freistaats gegenüber dem Sammler abgesehen - auch finanzielle Gründe. Die Staatsregierung geht davon aus, dass die Brandhorst-Stiftung (geschätztes Vermögen 200 Millionen Euro) nicht nur weitere Ankäufe für ihre Sammlung von Kunst des 20. Jahrhunderts bezahlen kann, sondern - gemeinsam mit den Steuern, die Udo Brandhorst in Bayern zahlt, auch den Muse-umsbau refinanziert.
Für die Graphische Sammlung gäbe es eine andere Lösung: Die Stiftung Pinakothek der Moderne, die deren Bau maßgeblich befördert hat, verfügt noch über eine Million Euro. Mit dieser Summe, so Geschäftsführer Detlev von der Burg, könnten die ehemaligen Verwaltungs- und Depoträume der Sammlung in der Meiserstraße restauriert werden. Voraussetzung aber sei, dass zunächst der Freistaat, wie beim Bau der Pinakothek der Moderne, dafür Geld lockermache. JOACHIM HAUSCHILD
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Bild: Modell des Brandhorst-Museums vom Berliner Team Sauerbruch/Hutton
