Ausgabe: 08 / 2010
Seite: 100

Auf in die Irre

Von Merten Worthmann

VORSCHAU Vom Spiegelkabinett zum Ameisenhaufen: Die Ausstellung bietet eine Vielfalt von Möglichkeiten, die Orientierung zu verlieren

Durch Labyrinthe Centre de Cultura Contemporània de Barcelona, 27.7.-9.1.2011

Das Labyrinth ist nicht nur ein mythischer Ort, sondern auch ein zentrales Symbol menschlicher Existenz. Weder über seine Herkunft noch über seine ursprüngliche Funktion weiß man Genaues, trotzdem - oder gerade deshalb - scheinen seine Deutungsmöglichkeiten unbegrenzt. Das Centre de Cultura Contemporània in Barcelona (CCCB) widmet dem Thema nun eine Ausstellung, die selbst labyrinthisch angelegt ist. Über dem Patio des Kulturzentrums wird sich ein Netz spannen, von dem aus ein Schattenlabyrinth auf den Boden geworfen wird. Kurator Oscar Tusquets, ein bekannter katalanischer Architekt mit Labyrinth im Garten, umrundet seinen Gegenstand mithilfe eines Dreischritts: Er beginnt mit der klassischen Form - dem verschlungenen, aber eingleisigen Weg. Im zweiten Abschnitt geht es um die "Krise des eingleisigen Labyrinths", dann kommt das modernere Modell mit zahlreichen Abzweigungen an die Reihe. Der Ausstellungsparcours greift beide Modelle auf und lässt den Besucher in Spiegelkabinette, labyrinthische Projektionen oder Irrgarten-Imitationen treten. Nicht alle Exponate am Wegesrand sind Originale, aber der Ameisenhaufen im zentralen Teil der Schau ist echt. Der Katalog kostet 15 Euro

Bildunterschrift:

Josep Maria Subirachs' "Labyrinth II" (1993) hat Hutschachtelformat