Ausgabe: 08 / 2010
Seite: 120

Unruhe im Diplomatenhaus

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ÜBERRASCHUNG Die italienische Botschaft in Berlin zeigt in ihren Repräsentationsräumen am Tiergarten junge Künstler aus Italien

Lange Zeit lag die verfallene italienische Botschaft in Berlin im Dornröschenschlaf. Erst vor sieben Jahren zogen Roms Diplomaten wieder in den restaurierten Prachtbau ein, den die Nazis 1939 als Geschenk an den "Duce" erbauen ließen. Auch heute verströmt die Inneneinrichtung mit Renaissance-Gemälden und Murano-Lüstern eher konservatives Flair. Um so mehr über rascht die Entscheidung des Botschafters Michele Valensise und seiner Frau Elena, zeitgenössische italienische Kunst ins hohe Haus zu holen. Ein zweijähriges Projekt in Zusammenarbeit mit dem italienischen Kulturinstitut und kuratiert von Alessandra Pace und Marina Sorbello sieht wechselnde Ausstellungen mit italienischen Künstlern vor, die in Berlin leben. Zum Auftakt wurden neun ausgewählt, darunter Patrick Tuttofuoco, dessen mannshohe Maske aus Glasfaser das Büro des Botschafters bewacht, und Armin Linke, dessen beiläufige Landschaftsfotos sich im Salon neben vergoldeten Spiegeln und dekorativem Porzellannip pes behaupten. Um die reizvollen Interventionen zu besichtigen, muss man sich vorher bei der Botschaft (Tel. (0 30) 2 54 40- 2 24) anmelden. U. T.

Weitere Informationen: www.art-magazin.de/italiens

Bildunterschrift:

Trophäenzimmer: Gianluca Malgeri lässt Zweige aus den Botschaftswänden wachsen

"Cameron"-Maske (2009, 200 x 225 x 84 cm) von Patrick Tuttofuoco