Ausgabe: 08 / 2010
Seite: 118

Leider nicht zu klonen

Von Birgit Sonna

NEUSTART Chris Dercon, Direktor vom Münchner Haus der Kunst, geht - eine Liste mit Nachfolge-Kandidaten kursiert bereits

Londons Tate Modern steht ab Frühjahr 2011 unter der Leitung von Chris Dercon. Nach acht Jahren verlässt der Direktor das Münchner Haus der Kunst. Er hat dem Ausstellungszentrum einen gehörigen Schub in Richtung aktueller Kunst gegeben, es einem jüngeren Publikum geöffnet und Design, Mode und Architektur einbezogen.

Man ahnte, dass der Kosmopolit sich eines Tages wieder zu neuen Ufern aufmachen würde. Dercon ist an der Tate Modern nicht zum ersten Mal mit einer Sammlung betraut, sieben Jahre leitete er das Rotterdamer Museum Boijmans Van Beuningen. Aber er hat in London mit Sir Nicholas Serota als Direktor erstmals einen Museumschef über sich.

Es kursieren schon Wettlisten zur Münchner Nachfolge, auf denen Namen wie Julian Heynen, Gerald Matt, Hans Ulrich Obrist, Beatrix Ruf, Nicolaus Schafhausen und Rein Wolfs verzeichnet sind. Vorläufig nichts als Wunschprojektionen. Toni Schmid, Ministerialdirigent am bayerischen Wissenschaftsministerium, will bis Herbst 2010 einen neuen Direktor präsentieren: "Wir würden gerne auf dem Weg weitermachen, den Dercon gegangen ist, aber man kann ihn leider nicht klonen. Insofern sollte der Nachfolger eine eigene Handschrift haben. Es gibt wenige Kandidaten aus Deutschland, die ich mir vorstellen könnte."

Bildunterschrift:

Geht an die Tate Modern:

Chris Dercon, 52, noch Chef am Haus der Kunst