Ausgabe: 08 / 2010
Seite: 117

Vom Netz ins Museum

Von Claudia Bodin

WETTBEWERB Guggenheim und YouTube suchen neue Filmtalente

Auf der Suche nach dem nächsten Michel Gondry oder Matthew Barney guckt sich das Guggenheim Museum an einem Ort um, an dem sich täglich zwei Milliarden Menschen tummeln: bei dem zu Google gehörenden Video-Internet-Portal YouTube.

Kreative bekommen die Chance, ihre Arbeiten nicht nur im virtuellen Raum, sondern in einem wirklichen Museum zu zeigen.

Alles, was sie dazu brauchen, sind eine Video- oder Webkamera und die Idee für einen maximal zehn Minuten langen Film, den sie bis zum 31. Juli mit einem Essay versehen auf YouTube stellen. Im Oktober wird dann eine Auswahl von 20 der präsentierten Kurzfilme im New Yorker Guggenheim Museum, in der Berliner Zweigstelle, in Bilbao und im Rahmen der Peggy-Guggenheim- Sammlung in Venedig gezeigt.

Die besten 200 Arbeiten, die von einer Jury prämiert werden, sollen auf YouTube-Play laufen. Guggenheim-Chefkuratorin Nancy Spector erklärte zu der als Biennale geplanten Aktion: "Wir suchen nach Dingen, die wir nie zuvor gesehen haben." YouTube dagegen hofft wohl vor allem, dass die Zusammenarbeit mit dem renommierten Museum neue Werbekunden anzieht.

Als dritter Partner und Sponsor des Projekts ist Computerhersteller Hewlett- Packard mit an Bord.

Bildunterschrift:

Guggenheim-Museum online: Die Montage von Jeff Baxter wirbt für YouTube-Play