Ausgabe: 08 / 2010
Seite: 118
PERSONALIEN
Von
Der österreichische Kunstsammler und Museumsdirektor Rudolf Leopold ist im Alter von 85 Jahren in Wien gestorben. Sein Name steht für eine außergewöhnliche, lebenslange Sammlerleidenschaft, für Kunst von Egon Schiele bis Gustav Klimt, für eines der wichtigsten Privatmuseen Österreichs - aber auch für einen jahrelangen Streit um die umstrittene Herkunft einiger seiner Schätze. Der ehemalige Augenarzt hinterlässt mehr als 5000 Kunstwerke, deren Wert auf über 570 Millionen Euro geschätzt wird.
Sie befinden sich größtenteils seit 2001 im eigens dafür errichteten Leopold-Museum im Wiener Museumsquartier. | Werner Schmalenbach war eine Autorität im Kunstbetrieb.
Der Gründungsdirektor der Kunstsammlung Nordrhein- Westfalen, der die Landesgalerie von 1962 bis 1990 leitete und große Werke der Klassischen Moderne, etwa von Jackson Pollock, Max Ernst, Kurt Schwitters und Pablo Picasso, in sein Haus holte, ist im Alter von 89 Jahren in Düsseldorf gestorben. | Ein neues Dreigestirn ist über der Kunstbuchlandschaft aufgegangen: Werbemogul und Sammler Christian Boros konnte nach Uta Grosenick - zuvor DuMont-Programmleiterin - nun auch die Verlegerin Angelika Taschen für seinen frisch gegründeten Distanz- Verlag gewinnen. Die gleichberechtigten Verleger residieren künftig in einem historistischen Pumpwerk am Halleschen Ufer in Berlin. "Visual Arts" sind der grobe gemeinsame Nenner des Verlagsprogramms, man kreist also auch um Mode, Architektur und Design. | Die Künstlerin Michaela Melían erhielt den mit 10 000 Euro dotierten Münchner Kunstpreis. 2008 hatte sie den städtischen Kunstwettbewerb um ein virtuelles Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus gewonnen. | Der Stuttgart-21-Architekt Christoph Ingenhoven ist genervt über den Wirbel, den der Umbau des alten Stuttgarter Hauptbahnhofs seit Jahren auslöst.
Der 50 Jahre alte Düsseldorfer Architekt er klärte im "Spiegel":
"Als ich den Wettbewerb gewann, war ich 37 Jahre alt und habe scherzhaft gesagt, schön, dass ihr einen jungen Architekten ausgesucht habt, ich werde wohl noch erleben, dass der Bahnhof fertig wird ... Jetzt werde ich darüber wohl eher 60 werden. Schon herb." Inzwischen hat Peter Dübbers, Enkel des Bahnhof-Architekten Paul Bonatz, angekündigt, weiter gegen das Großprojekt zu klagen.
