Ausgabe: 06 / 2010
Seite: 143

Weibliche Töne

Von

Umdenken im MoMA

Das Museum of Modern Art in New York gilt nicht gerade als frauenfreundlicher Ort, betrachtet man den geringen Anteil an Künstlerinnen, die in der Vergangenheit ausgestellt wurden.

"Wo sind all die Frauen?" empörte sich Kritiker Jerry Saltz und rechnete vor, dass sie magere fünf Prozent der ausgestellten Werke in der permanenten Sammlung bestückten. Nun startete das MoMA die Initiative "Modern Women's Project". Im Juni erscheint ein Band, der sich mit den Künstlerinnen aus der Sammlung des Museums beschäftigt. In 50 Essays setzen sich - in der Mehrzahl weibliche - Kuratoren und Wissenschaftler mit der Rolle der Frau in Architektur, Design, Film oder der bildenden Kunst und dem Thema Feminismus auseinander.

Diane Arbus, Hanne Darboven, Louise Bourgeois, Nan Goldin, Zaha Hadid und Janet Cardiff werden eigene Essays gewidmet.

Das Buch ist mit 400 Reproduktionen von Werken aus der Sammlung illustriert - und die Avantgarde-Filmerin Maya Deren schaut auf dem Cover mit ungewissem Blick in die Zukunft.

Das MoMA wird die Präsenz der weiblichen Künstler verstärken, versichert Direktor Glenn D.

Lowry im Vorwort. Schließlich wurde sein Museum 1929 von drei Frauen gegründet. C. B.

Cornelia Butler, Alexandra Schwartz (Hrsg.): Modern Women. Women Artists at The Museum of Modern Art. The Museum of Modern Art.

512 S., 400 Abb., 70 Dollar