Ausgabe: 06 / 2010
Seite: 146
Große Bühnen für den Sport
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Von Südafrika bis China: Ein sachlich fundierter Bildband zeigt internationale Stadionprojekte des Hamburger Büros Gerkan, Marg und Partner
Das Stadion galt in den vergangenen Jahrzehnten nicht gerade als vornehme Bauaufgabe. Obschon die antiken Baumeister in Delphi, Athen und Rom viel Geschick auf die Gestaltung ihrer Arenen verwendet hatten, schienen sich moderne Architekten nicht recht dafür zu interessieren. Von wenigen Ausnahmen wie dem Münchner Olympiastadion abgesehen, sahen die meisten Sportstätten eher aus, wie von Ingenieuren konstruiert. Das ändert sich gerade: Spätestens seit Herzog & De Meurons Olympiastadion in Peking von 2008 als bedeutendes Bauwerk des 21. Jahrhunderts gefeiert wird, entwickeln Stadionarchitekten formalen Ehrgeiz. Das Hamburger Büro Gerkan, Marg und Partner (gmp), von je her auf riesige Zweckbauten wie Flughäfen und Bahnhöfe spezialisiert, ist hier extrem aktiv: Der Band zeigt realisierte und geplante Arenen des Büros auf der ganzen Welt, von Kapstadt bis Neu-Delhi, von São Paulo bis Tripolis. Ein hanseatisch- nüchternes, aber sehr schön gestaltetes Buch, das sich auch als Einstieg in Fragen des heutigen Stadionbaus anbietet.
Die südafrikanischen Stadien werden wir ja während des WM-Sommers noch genauer kennen lernen - speziell das von Durban sieht spektakulär aus. R. S.
Volkwin Marg (Hrsg.): Von Kapstadt nach Brasília. Neue Stadien der Architekten Gerkan, Marg und Partner. Prestel Verlag. In Deutsch, Englisch. 305 S., über 300 Abb., 59 Euro. Ausstellung bis 20. Juni in der Pinakothek der Moderne, München
