Ausgabe: 06 / 2010

Unberührbar nah

Nick Brandt richtet den Blick auf die erhabene Schönheit der Wildnis

Ein wunderbares Geschenkbuch könnte es werden, so hatten sich die Lektoren des Knesebeck- Verlags gedacht, als sie zur letztjährigen Frankfurter Buchmesse den Fotoband von Nick Brandt herausbrachten. Doch sie lagen falsch mit ihrer Einschätzung.

Als das Weihnachtsgeschäft losging, war der Titel längst vergriffen.

So schnell hatten sich Freunde der Fotografie von den grandiosen Schwarzweißaufnahmen aus der Tierwelt Afrikas überzeugen lassen. Ende Mai erscheint nun die Neuauflage.

Bei Dreharbeiten zu Michael Jacksons "Earth Song"-Video hatte der Regisseur Nick Brandt seine Faszination für die afrikanische Wildnis entdeckt. Was auf den ersten Blick wie eine akribische Inszenierung wirkt, ist das Ergebnis geduldigen Wartens:

Ausgerüstet nur mit einer analogen Kamera, ohne Teleobjektiv, harrt der Fotograf aus, bis sich ihm ein Moment bietet, der die Schönheit unberührter Natur in sich birgt. Vom 8. Juli bis zum 7. August sind Brandts Aufnahmen auch in der Münchner Galerie Bernheimer zu sehen - falls die Zweitauflage auch gleich wieder ausverkauft ist. U. v. S.

Nick Brandt: A Shadow falls. Schatten über der Wildnis. Knesebeck Verlag. 132 S., 58 Abb., 60 Euro

Bildunterschrift:

Nick Brandt ist ein Fotograf, der warten kann: "Zwei Zebras mit umgewandtem Kopf, Ngorongoro-Krater" (2005), "Giraffen im Abendlicht, Masai Mara" (2006) und ein "Elefant an der Tränke, Amboseli" (2007)

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