Ausgabe: 06 / 2010
Seite: 6
Egozentrik und Gier
Von
"Feminismus kann ich nicht ausstehen" - Interview mit Performance-Künstlerin Marina Abramovic (4/2010)
LESERBRIEFE
Ja, sind wir denn ganz dekadent?
Hofieren wir im Kunstbetrieb nur noch antihumanistische Ideale verkörpert zum Beispiel in Frau Abramovic, eine Künstlerin, die gegen ihre eigene Natur ist und gegen jegliche Prinzipien der Schöpfung?
Applaudieren wir Aussagen, wie "ganz unter uns: Mir gehen Kinder auf die Nerven"? Braucht das "Betriebssystem Kunst" KünstlerInnen, die Kinder anderer abfotografieren, Kinder damit für den eigenen Profit und die eigene Produktion ausnutzen und gleichzeitig über sie her ziehen und sich auch noch "über legen" fühlen! Das ist kein Feminismus, das ist die reine Gier, Profitsucht, reine Egozentrik!
Christine Kunkler, per E-Mail
Die Aussagen der Performance- Künstlerin Marina Abramovic sind für mich als Künstlerin ein Schlag ins Gesicht. Sie behauptet, "viele Frauen sind nicht bereit, für Kunst Opfer zu bringen, sie opfern mehr dafür, Kinder zu haben". Mich erinnern ihre Statements an Aussprüche der Hochschulprofessoren aus meiner Studienzeit an der Kunstakademie in Hamburg 1967 bis 1972. Marina Abramovic´ möchte sicherlich ihr stringentes Weltbild erhalten, aber sie spricht nicht für alle. Dass sie den Künstlerinnen mit Kindern die notwendige Konsequenz abspricht, sich nicht ausschließlich für die Kunst entschieden zu haben, bedeutet ein Backlash aus den eigenen Reihen.
Annegret Soltau, per E-Mail
