Ausgabe: 06 / 2010
Seite: 128
"Es gibt kein entweder oder"
Von Angelika Kindermann
SPONSORING Die Deutsche Bank fördert die Art Fair Hongkong, aber nicht die Art Cologne
Neuer Sponsor der Hongkong International Art Fair ist die Deutsche Bank. Nicht nur für die aktuelle Ausgabe der Kunstmesse, die vom 27. bis 30. Mai über 150 führende Galerien aus 29 Ländern in der chinesischen Handelsmetropole vereint.
Gleich fünf Jahre will das Unternehmen die ART HK fördern. Über die Höhe der Zahlungen mag Banksprecher Klaus Winker nicht reden.
Nur so viel: "Wir übernehmen beim Sponsoring die Leadrolle!" Dazu gehören eine Messe-Lounge, verbunden mit einem Showroom, in dem Werke der hauseigenen Kunstsammlung gezeigt werden. Das alles hat gute Gründe: In Asien ist die Deutsche Bank in 17 Ländern vertreten und beschäftigt rund 18 000 Mitarbeiter.
"Da macht es Sinn, sich auch kulturell zu engagieren." Schließlich heißt es auf der Website der Bank: "Kreativität ist die Quelle, aus der Innovation, Wachstum und Mehrwert entstehen - in der Kunst wie im Geschäftsleben!" Auch die Frieze in London und die Tefaf in Antwerpen können dank dieser Einstellung weiter mit Geldern rechnen. Der heimische Kunstmarkt aber scheint für den Finanzriesen weniger attraktiv. So wurde die Förderung der Art Cologne 2008 gestoppt.
Das habe nichts mit Erfolg oder Misserfolg der Messe zu tun, versichert Winkler. Es gehe darum "sich internationaler aufzustellen", etwas Neues zu machen. "Aber es gibt kein Entweder- oder."
Bildunterschrift:
Stark wie der "Nackte Nr. 2" von Mu Boyan, der auf der Hongkong International Art Fair 2009 zu sehen war, ist der neue Hauptsponsor der Messe: die Deutsche Bank
